Der Sommer kann kommen, die Aadorfer Demenzstation hat künftig ein viel besseres Klima

Die Demenzwohngruppe des Aadorfer Alterszentrums Aaheim ist fertig umgebaut.

Olaf Kühne
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Ein neues Dach mit Aufbau und Fotovoltaikanlage liegt auf der Demenzwohngruppe des Aadorfer Altersheims.

Ein neues Dach mit Aufbau und Fotovoltaikanlage liegt auf der Demenzwohngruppe des Aadorfer Altersheims.

(Bild: ZVG)

Dass ein gerade mal zehnjähriges Gebäude nicht funktioniert und bereits sanierungsbedürftig ist, stiess an der Aadorfer Gemeindeversammlung 2019 nicht auf einhellige Begeisterung. Der Antrag des Gemeinderates, das Haus Adesta, die Demenzwohngruppe des Alterszentrums Aaheim, für 730000 Franken umzubauen, kam dennoch mit nur sieben Gegenstimmen durch.

Cindy Trevisan

Cindy Trevisan

(Bild: Olaf Kühne)

Die Argumente für einen frühen Umbau hatten überzeugt: In heissen Sommern stieg die Temperatur im eingeschossigen Holzbau jeweils auf über 35 Grad. «Das war für Bewohner und Personal unerträglich», sagte denn auch Infrastrukturchefin Cindy Trevisan am vergangenen Freitag anlässlich einer Pressekonferenz. Zu dieser hatte das Aaheim eingeladen, weil ein Einweihungsfest coronabedingt ins Wasser gefallen war.

Oberlicht sorgte für Erhitzung des Gebäudes

Doch der Umbau konnte im Sommer über die Bühne gebracht werden – trotz laufendem Heimbetrieb innert vier Wochen. Das bestehende Gebäude erhielt ein zusätzliches, leicht schräges Dach. Das vormalige Oberlicht in der Mitte, einer der «Hauptschuldigen» an der Erhitzung des Gebäudeinneren, wurde durch einen Aufbau mit seitlichen Fenstern ersetzt. Und über allem liegt nun eine Fotovoltaikanlage.

Innenansicht des neuen Dachaufbaus.

Innenansicht des neuen Dachaufbaus.

(Bild: ZVG)

Ausgetüftelt hatte diese Konstruktion die Wiler Lucido Solar AG, ein Schwesterunternehmen der Fent Solare Architektur, welche wiederum das mehrfach preisgekrönte Zentrum Tobel erstellt hat.

Stefan Wyss

Stefan Wyss

(Bild: Olaf Kühne)

An der Pressekonferenz erklärte Architekt und Bauleiter Stefan Wyss den Bau. «Wir wollten nicht einfach einen Mangel beheben, sondern einen Mehrwert schaffen.» Mit Mangelbehebung meinte er die Installation einer Klimaanlage, welche zusätzlich Energie verbraucht hätte. «Nun kann die Hitze dank des doppelten, oben schrägen Daches abziehen und das Gebäude über Nacht abkühlen», sagte Wyss. «Eine Klimaanlage ist so überflüssig.» Und mit Mehrwert meinte Wyss die Solarzellen, welche nicht nur das Haus Adesta komplett mit Strom versorgen können, sondern darüber hinaus auch Energie an das gesamte Alterszentrum beisteuern. «Im September konnten wir erstmals einen ganzen Monat messen», sagte Wyss weiter. «Das Dach hat Strom im Wert von 1933 Franken produziert.» So sei der komplette Umbau in rund 25 Jahren vollständig finanziert.

Gion Cola

Gion Cola

(Bild: Olaf Kühne)

Ausgeschöpft ist der an der Gemeindeversammlung bewilligte Kredit indes bereits jetzt nicht. Das Projekt erhielt einen Förderbeitrag über 60000 Franken. Zudem berichtete Zentrumsleiter Gion Cola am Freitag: «Die Bauabrechnung schliesst 20000 Franken unter dem Kostenvoranschlag ab.»