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Kettenwechsel in weniger als 10 Sekunden: Ein Frauenfelder ist der Usain Bolt der Forstwarte

Kaum einer wechselt die Kette einer Motosäge so flink wie er: Jan Wegmann aus Frauenfeld schafft das Kunststück in unter zehn Sekunden. 2019 nimmt der Forstwart an der Holzhauermeisterschaft in Luzern teil.
Stefan Hilzinger
Der superschnelle Kettensägen-Wechsler. Forstwart Jan Wegmann gehört zu den schnellsten Ketten-Wechslern in der Schweiz. (Bild: Andrea Stalder)

Der superschnelle Kettensägen-Wechsler. Forstwart Jan Wegmann gehört zu den schnellsten Ketten-Wechslern in der Schweiz. (Bild: Andrea Stalder)

Es geht zack-zack. Dann drückt Jan Wegmann den roten Knopf. Die Uhr stoppt bei 9,96 Sekunden. Die stumpfe Kette seiner «Stihl» ist durch eine scharfe ersetzt. Der 26-jährige Forstwart, der bei der Forstunternehmung Fortusa in Thundorf arbeitet, gehört damit zur Weltspitze unter den Waldarbeitern in dieser doch speziellen Disziplin. Jeder Wert unter 15 Sekunden ist schon top, sagen Fachleute. Unter zehn Sekunden schaffen es wenige, der aktuelle Weltrekord liegt bei 8,38 Sekunden.

In der Ruhe liegt

Beat Kälin, der unermüdliche Kameramann und News-Jäger aus Pfyn, hat Wegmann kürzlich beim Training gefilmt. Der Zwei-Minuten-Beitrag – veröffentlicht auf den Websites mehrerer privater TV-Sender – zeigt, wie rasch und doch ruhig der Holzhauer zu Werke geht. «In der Ruhe liegt die Kraft», ist man versucht zu kommentieren.

Wegmann ist eigentlich ein Stadtkind, denn aufgewachsen ist er in Frauenfeld. Dank seines Grossvaters kam er früh in Kontakt mit Wald und Holz. Der Berufsberater motivierte ihn, doch einmal als Forstwart zu schnuppern – und er ist dabeigeblieben. Seit seiner Lehre arbeitet er mit kurzen Unterbrüchen für die Firma in Tuenbachtal.

«Ich liebe die Arbeit draussen in der Natur», sagt Wegmann. Im kommenden Jahr wird der ledige Forstwart nun an den Schweizer Meisterschaften der Holzhauerei teilnehmen. Sie findet im August an der Internationalen Forstmesse in Luzern statt. «Das ist die Berufsmeisterschaft unserer Branche», sagt Wegmann, der sich aktuell zum Forstmaschinenführer weiterbildet.

Holzhauerei ist nicht Timbersports

Der Wettbewerb der Waldarbeiter umfasst fünf Disziplinen und dauert mehrere Tage. Dazu gehören nebst dem Vorbereiten der Motorsäge, das Fällen, das Entasten, sowie zwei Schnitttechniken. Holzhauerei-Wettbewerbe sind nicht mit dem Holzfäller-Wettkampf Timbersports zu verwechseln. «Wir arbeiten als Berufsleute ausschliesslich mit unserer Motorsäge», sagt Wegmann.

Bei den auch am Fernsehen populären Timbersports-Wettkämpfen greifen die Teilnehmer zu Axt, Handsäge und Hochleistungsmotorsägen, «Hot Saws» genannt.

Jan Wegmann ist derzeit hauptsächlich mit der Ernte und Auslieferung von Christbäumen beschäftigt. Gerne würde er einmal als Mitglied der Schweizer Nati an die Weltmeisterschaft der Holzhauer fahren, die alle zwei Jahre stattfindet – das nächste Mal 2020 in Serbien.

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