Glosse

Der Obernarr muss vors Volk

Murgspritzer: TZ-Redaktor Mathias Frei sinnert über direkte Demokratie während der fünften Jahreszeit. Ho Narro!

Mathias Frei
Drucken
Teilen
Ein Playmobil-Pirat. (Bild: Reto Martin)

Ein Playmobil-Pirat. (Bild: Reto Martin)

Stellen Sie sich vor: Bei den Stadtratswahlen vor gut zwei Wochen hätten Sie keine Auswahl gehabt. Super. Kein Stress. Für fünf Linien hat’s fünf Namen, nicht mehr. Nein, stellen Sie sich vor, sie hätten keine Wahl gehabt. Also konkret: Sie hätten den Stadtrat gar nicht wählen können. Dann wäre Ihnen das vergangene halbe Jahr langweilig gewesen. Läuft ja nichts in Frauenfeld, nicht einmal irgendwelche Wahlen. Stellen Sie sich vor, der Stadtrat würde seine Nachfolge selbst in die Hand nehmen. Nicht grad Erbmonarchie, aber in der Art.

Mathias Frei, Redaktion Thurgauer Zeitung, Frauenfeld

Mathias Frei, Redaktion Thurgauer Zeitung, Frauenfeld

Am morgigen Schmutzigen Donnerstag übernimmt das neue närrische Oberhaupt die Stadt. Stellen Sie sich vor, sie könnten den Obernarren oder die Obernärrin wählen. Morgen Abend würde es eine närrische Landsgemeinde geben. Wahlvorschläge wären bis zum 11.11. einzureichen. Seither Wahlkampf. Da könnte man den Pirat wählen, die Prinzessin, den Cowboy oder die Krankenschwester (als Verkleidung). Dank Augenklappe wäre der Obernarr zwar immer auf einem Auge blind. Dafür mangelte es nicht an gutem Rum.

Glosse

Murgspritzer: Über das Brechen

Wer noch keinen Vorsatz gebrochen hat, darf am höchsten Frauenfelder Feiertag, am Bechtelistag, ruhig ein wenig über die Stränge schlagen. Man muss ja belohnen
Mathias Frei