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«Der Museums-Cluster spricht für uns»: Frauenfelds Stadtpräsident ist sich sicher, dass das Historische Museum in der Kantonshauptstadt bleibt

Es beunruhigt Stadtpräsident Anders Stokholm nicht, dass der Oberthurgau abermals betreffend Historischem Museum vorprescht. Mit den Plänen für die Stadtkaserne-Umnutzung und dank der Museumsstrategie sieht er die Trümpfe in der eigenen Hand.
Mathias Frei
Teil des Siegerprojekts «All day long» des städtebaulichen Ideenwettbewerbs vom November 2016: ein möglicher Neubau für das Historische Museum Thurgau auf der Ostseite des Oberen Mätteli. (Bild: PD/Park Architekten, Zürich)

Teil des Siegerprojekts «All day long» des städtebaulichen Ideenwettbewerbs vom November 2016: ein möglicher Neubau für das Historische Museum Thurgau auf der Ostseite des Oberen Mätteli. (Bild: PD/Park Architekten, Zürich)

Ein 25 Meter hoher Neubau, 5000 Quadratmeter Geschossfläche, verteilt auf fünf Etagen: ein Traum für jedes Museum. Und wenn es vom Bahnhof Frauenfeld zu Fuss zwei Minuten entfernt liegt, ist es ein Traum für das Historische Museum Thurgau – der derzeit noch Zukunftsmusik ist. Noch. Dieser Museumsbau mit den Ausmassen von 25 auf 35 Meter am östlichen Rand des Oberen Mätteli ist Teil des Siegerprojekts des städtebaulichen Ideenwettbewerbs zur Umnutzung des Stadtkasernenareals. «All day long» heisst das Projekt von Park Architekten (Zürich) mit dem ETH-Architekturprofessor Philip Ursprung.

Beim Programm für besagten städtebaulichen Ideenwettbewerb, dessen Resultate im November 2016 öffentlich wurden, hat die Stadt an eine Museumsnutzung gedacht, explizit festgehalten ist das Historische Museum Thurgau. «Wir setzen uns dafür ein, dass das Museum bei uns bleibt – wo es auch hingehört», sagt Stadtpräsident Anders Stokholm.

Weiteres Engagement ist angedacht

Anders Stokholm, Stadtpräsident Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder)

Anders Stokholm, Stadtpräsident Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder)

Frauenfeld hat indirekt bereits erstes Geld in den Verbleib des Historischen Museums investiert, als es 2017 um die Weiterentwicklung der drei besten Projekte aus dem Ideenwettbewerb ging. 285000 Franken waren das damals. «Und wir wollen uns weiter engagieren», erklärt Stokholm. In welcher konkreten Form dies sein wird, kann er noch nicht sagen. Eine Möglichkeit könnte sein, dass die Stadt das Obere Mätteli im Baurecht von der Bürgergemeinde übernimmt, um dem Kanton ein vergünstigtes Unterbaurecht für den Museumsbau abzugeben. Für den Bau an sich wäre aber der Kanton zuständig. Stokholm sagt:

«Irgendwann muss der Kanton ohnehin Geld für das Historische Museum in die Hand nehmen. Mit einem Neubau bekäme er am meisten fürs Geld.»

Stadt würde Stadtkaserne gerne kaufen, Armasuisse will sie aber nur im Baurecht abgeben

Die Stadtkaserne: Der Stadtrat würde sie gerne käuflich erstehen. Aber die Armasuisse sagt Nein. Denn «gestützt auf interne Richtlinien und Bestimmungen [des VBS] werden keine Immobilien an zentraler Lage mehr veräussert». Das ist der Beantwortung des Stadtrats der Interpellation «Unsere Stadtkaserne nicht aus der Hand geben!» der CH-Gemeinderäte Peter Hausammann, Robin Kurzbein und Sandra Kern zu entnehmen. Vielmehr gebe die Armasuisse solche Liegenschaften nur noch im Baurecht ab. Die Ausnahme könne ein flächen- und wertgleicher Abtausch zwischen Liegenschaften bilden, die im strategischen Interesse der Armasuisse liegen. «Ein solcher Abtausch ist nach Abklärungen nicht möglich», schreibt der Stadtrat. Bei einem Kauf könnte das Projekt Stadtkaserne mit den Eckpfeilern «Nutzungskonzept», «Trägerschaft» und «Erwerb/Baurechtsvertrag» freier ausgestaltet werden als im Rahmen eines Baurechts. Zumindest würde ein solches Baurecht für die Stadt die Möglichkeit beinhalten, ein Unterbaurecht an eine Trägerschaft (mit Beteiligung der Stadt) abzugeben.

Trägerschaft mit Beteiligung der Stadt

Ziel des Stadtrats ist es, eine Trägerschaft (eben mit Beteiligung der Stadt) zu finden, welche die Stadtkaserne im Unterbaurecht selbstständig bewirtschaftet und entwickelt. Die Trägerschaft soll mittels öffentlicher Ausschreibung gefunden werden. Wie zu lesen ist, verfolgt der Stadtrat das Ziel, «einen Baurechtsvertrag auszuhandeln, der nutzungsabhängig ist und sich nach dem Ertragsanteilmodell orientiert». Vorstellungen betreffend Nutzung helfen bei der Suche nach einer Trägerschaft. Spätestens für die Bildung einer Trägerschaft und den Baurechtsbeschluss müssten der Gemeinderat respektive das Stimmvolk einwilligen und einen Kredit bewilligen. Kommunikation und Einbezug der Bevölkerung würden weiterhin ein wichtiges Standbein bleiben, schreibt der Stadtrat. Die Mittel der Wahl sind Fokusveranstaltungen oder Workshops für wichtige Entscheidungsschritte sowie regelmässige Medienmitteilungen. Wie der Stadtrat schreibt, ist die Armasuisse Taktgeberin bei den Verhandlungen um die Stadtkaserne. Vergangenen März fand letztmals eine Besprechung statt. Dabei sei es auch um den aktuell vorgesehenen Übernahmezeitpunkt im Jahr 2023 gegangen. «Für die Entwicklung der Stadtkaserne ist eine zeitnahe Ausgestaltung, wie ein Baurechtszins für die verschiedenen Nutzungstypen aussehen kann, von grosser Relevanz», heisst es. (ma)

Man werde gegenüber dem Kanton die Angebote der Stadt Frauenfeld nochmals bekräftigen. Ein wichtiger Vorteil sei auch, dass ein Museumsbau auf dem Oberen Mätteli zeitlich unabhängig von der Stadtkaserne-Umnutzung realisiert, also auch vorgezogen werden könnte. Stokholm sieht aber nicht nur betreffend möglichem Standort Argumente, die für einen Verbleib des Museums in Frauenfeld sprechen. Denn gemäss kantonaler Museumsstrategie, die Ende März präsentiert wurde, spreche der bereits vorhandene Museums-Cluster klar für die Kantonshauptstadt, sagt der Stadtpräsident. Die fünf kantonalen Museen, wovon deren vier in der Region Frauenfeld daheim sind, sollen künftig vermehrt gemeinsam auftreten sowie inhaltliche und organisatorische Synergien nutzen.

«Man will Stärken stärken und Schwächen schwächen.»

So interpretiert Stokholm die Museumsstrategie des Regierungsrates. Er sehe deshalb keinen Grund, den Frauenfelder Museums-Cluster in irgendeiner Art zu schwächen. Wiederum fände es der Frauenfelder Stadtpräsident nicht sinnvoll, mit Frauenfeld touristisch die Bodenseestädte Arbon und Romanshorn konkurrenzieren zu wollen. Denn diese wiesen durch den See einfach andere Qualitäten als Frauenfeld auf.

«Ich würde die Welt nicht mehr verstehen, wenn der Regierungsrat den bestehenden Museums-Cluster auseinanderreissen würde», meint Stokholm. Bis Frühling 2020 will eine kantonale Projektgruppe dem Regierungsrat einen konkreten Standortvorschlag für das Historische Museum Thurgau machen.

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