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Der Müllheimer Mann für alle Fälle erzählt aus dem Nähkästchen

Nach 25 Jahren Arbeit als Hauswart der Sekundarschulanlage geht Fritz Wüthrich in Pension. Während dieser Zeit hielt ihn nicht nur Vandalismus auf Trab.
Tizian Fürer
Der Hausabwart Fritz Wüthrich auf seiner Bodenpoliermaschine. (Bild: Andrea Stalder)

Der Hausabwart Fritz Wüthrich auf seiner Bodenpoliermaschine. (Bild: Andrea Stalder)

«Die Zeit ging verdammt schnell vorbei», sagt Fritz Wüthrich. «Doch das ist meistens ein Zeichen dafür, dass es eine gute Zeit war.» 25 Jahre arbeitete der gelernte Landmaschinenmechaniker als Hauswart des Sekundarschulhauses Müllheim und war acht Jahre Vorstandsmitglied im Fachverband der Thurgauer Hauswarte.

Jetzt, mit 65 Jahren, kommt das Ende seiner Arbeitszeit immer näher. «Es wird sich wohl wie ein sehr langer Feierabend anfühlen», sagt Wüthrich. Der Dienst am Schulhaus gegenüber macht Wüthrich schon so lange, wie es das Schulhaus gibt. Im Jahre 1994 stellten die Bauarbeiter die Schulanlage fertig, und im selben Jahr engagierte die Schule Wüthrich, der von da an für die Sauberkeit, Reparaturen und die Temperatur im Schulhaus verantwortlich war. Wüthrich erinnert sich:

«Gegen 93 Bewerber setzte ich mich durch. Gerade mal sieben davon kamen in die engere Auswahl.»

Die Arbeitsbereiche teilte sich Wüthrich mit dem zweiten Hauswart Walter Gilg auf: «Meine Schwerpunkte waren die Turnhalle, die Heizung und das Erdgeschoss des Schulhauses».

Sieben Tage die Woche

Gerade die Dreifachturnhalle sorgte bei Wüthrich oft für längere Arbeitstage, denn sie war nicht nur für den Sportunterricht der Schüler gedacht. Weil auch beispielsweise der Thurgauer Turnverein, das Faustballteam, der Volleyballclub sowie auch viele Auswertige dort Trainings und Veranstaltungen absolvierten, arbeitete Wüthrich oft sieben Tage die Woche.

Sek feiert Geburtstag mit Musicalaufführung

Zum 25. Jubiläum der Sekundarschule Müllheim führen alle Jahrgänge der Schule ein Musical in der Rietwieshalle auf. Unter der musikalischen Leitung von Rudi Hartmann führen die Schüler das Musical «Ding-dang-Dinglikon» auf, dessen Lieder von Paul Burkhard und dessen Text von Hans Ruedi Fischer und Hans Bögli geschrieben wurden. Die Uraufführung fand 1974 in Tägerwilen statt und war ein stürmisch umjubelter Erfolg. In dem Stück geht es um Jonny Dingliker, der aus Ulk seine Heimat Dinglikon mit Städten wie Zürich oder New York vergleicht. Seine Frau Barbara ist seither sehr angetan und will unbedingt Dinglikon besuchen gehen. Jetzt ist Jonny in der Bredouille und fürchtet sich vor dem Zorn seiner Ehefrau, falls sie den Aufenthalt in Dinglikon nicht geniesst. (tif)

Die Aufführungen des Musicals finden am Freitag, 24. Mai, um 19.45 Uhr, am Samstag, 25. Mai, um 19.30 Uhr, und am Sonntag, 26. Mai, um 15 Uhr in der Rietwieshalle in Müllheim statt. Einlass ist jeweils 30 Minuten vor Beginn der Vorstellung. Die Aufführdauer beträgt zirka zwei Stunden. Tickets unter: www.eventfrog.ch

Nicht nur räumte er nach einem Event auf, oft war er auch während grösserer Anlässe mit dabei. So kochte er manchmal mit seiner Frau einen Fitnessteller oder Spaghetti für die Sportler, welche das sehr schätzten, aber kontrollierte auch beispielsweise die Sauberkeit der sanitären Örtlichkeiten. «Niemand putzt gerne die Toiletten, doch niemand benutzt auch gerne dreckige», sagt Wüthrich pflichtbewusst.

Verhältnis zu den Schülern

In den 25 Jahren als Hauswart erlebte Wüthrich einige Konflikte. «Für die meisten Probleme sorgten Vandalen», sagt Wüthrich. Scheren, mit denen man Löcher in Wände machte, Toilettentüren, die ausgehängt wurden oder auch Jugendliche, die in der Nacht auf dem Schulgelände Bierflaschen kaputtschlugen und Abfälle hinterliessen. «Trotzdem musste ich nie ausrufen», sagt Wüthrich und fügt hinzu:

«Auch wir hatten manchmal unsere Flausen im Kopf».

Wüthrich stellt fest, dass die Schüler früher um einiges mehr Respekt hatten. Trotz alledem mag er den Kontakt zu den Jugendlichen. Einmal putzte er in einem Schulzimmer, als ein Schüler vor ihn stand und mit der ganzen Handfläche über die eben geputzte Stelle strich.

«Wütend über diese Frechheit wedelte ich mit dem Lumpen in die Richtung des Gesichts des Schülers.»

Am nächsten Tag stand der Schüler mit einer Flasche Wein vor Wüthrichs Büro. «Ich konnte ihm nicht lange böse sein», sagt Wüthrich lächelnd.

Am 31. August hat Wüthrich seinen letzten Arbeitstag als Hauswart, doch trotz des absehbaren Endes ist Wüthrich nicht traurig. Er habe seine Arbeit gemacht und könne auch behaupten, sie recht gemacht zu haben, sagt Wüthrich. Für seinen Ruhestand habe er nichts Konkretes geplant, werde aber wohl mit seiner Frau ein bisschen reisen und Velo fahren. «Man sollte nicht zu viel planen, sonst hat man immer ein volles Programm», sagt Wüthrich. «Aber ich glaube nicht, dass mir langweilig wird.»

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