Der Meister aus dem Nichts

Der Qualifikationsdritte Elgg-Ettenhausen gewinnt überraschend den Schweizer Meistertitel im Hallen-Faustball.

Fabio Baranzini aus Winterthur
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Die Freude bei Elgg-Ettenhausen ist nach dem unverhofften Gewinn der Hallenmeisterschaft 2019/20 gross.

Die Freude bei Elgg-Ettenhausen ist nach dem unverhofften Gewinn der Hallenmeisterschaft 2019/20 gross.

Bild: Fabio Baranzini

Am Final-4-Turnier in Winterthur Hegi gewann der Qualifikationsdritte Elgg-Ettenhausen überraschend die Goldmedaille. In einem packenden Finalspiel besiegte die zürcherisch-thurgauische Spielgemeinschaft Oberentfelden mit 4:3. Für Elgg-Ettenhausen ist es der erste Schweizer-Meister-Titel seit der Bildung der Faustballgemeinschaft.

Auf diese Final-Affiche hatte vor dem Saisonstart wohl kaum einer gesetzt. Oberentfelden wartete seit dem Meistertitel 2015/16 auf eine Medaille in der Halle. Und Elgg-Ettenhausen war zuletzt zwei Mal am Final-4-Turnier leer ausgegangen. Dass die Oberentfelder in diesem Jahr für eine Medaille reif waren, kündigten sie mit einer starken Qualifikation an. Nach neun Siegen aus zehn Spielen starteten sie als Favorit in den Halbfinal vom Samstag gegen Widnau. Ihrer Rolle wurden sie mit einem 4:1-Sieg gerecht.

Final an Spannung kaum zu überbieten

Elgg-Ettenhausen qualifizierte sich in dieser Saison ebenfalls ohne Probleme fürs Final-4-Turnier in Winterthur, war im Halbfinal gegen Diepoldsau jedoch krasser Aussenseiter. Gegen die Rheininsler hatte das Team von Trainer Markus Fehr beide Qualifikationsspiele 0:3 verloren. Doch im Halbfinal wuchsen die Ettenhausener über sich hinaus, gewannen 4:0.

Den besseren Start in den Final erwischte Oberentfelden. Der Qualifikationssieger spielte ruhig und kontrolliert, während sich bei Elgg-Ettenhausen Fehler einschlichen. Doch nachdem Oberentfelden den ersten Satz für sich entschieden hatte (11:6), setzten die Ettenhausener zum Höhenflug an. Während zwei Sätzen dominierten sie das Geschehen (11:6/11:3). So schnell liess sich Oberentfelden aber nicht abschütteln. Im vierten Durchgang kämpfte sich der Favorit beherzt zurück (11:9). Und das Geschehen in der Halle blieb spannend. So, dass schliesslich der siebte Durchgang die Entscheidung bringen musste.

«Wir können das noch gar nicht glauben»

Im siebten Satz hatten die Ettenhausener die besseren Nerven und verwandelten ihren ersten Matchball zum 11:9 und damit zum Sieg. «Wir können das gar nicht glauben. Wir haben gewusst, dass wir eine Chance haben, wenn alles aufgeht. Aber dass wir das im Halbfinal und im Final schafften, ist unglaublich», sagte Spieler Joël Fehr. «Der Final hätte auf beide Seiten kippen können. Oberentfelden hätte den Sieg genauso verdient wie wir.»

Kreuzlingens NLA-Frauen gehen leer aus

Am Final-4-Turnier in Winterthur Hegi gewannen Diepoldsaus Frauen am Sonntag einen packenden Final gegen Jona über die volle Distanz 3:2. Sowohl Jona (3:0 gegen Kreuzlingen) wie auch Diepoldsau (3:0 gegen Neuendorf) hatten sich im Halbfinal vom Samstag keine Blösse gegeben. Bronze sichert sich Neuendorf dank eines 3:1-Siegs gegen Kreuzlingen. Die beiden Teams hatten sich zuletzt gleich mehrere spannende Duelle über die volle Distanz geliefert. Im Bronzespiel war Neuendorf in den ersten beiden Sätzen das abgeklärtere Team (11:7/11:8). Bei Kreuzlingen schlichen sich immer wieder Fehler und Abstimmungsschwierigkeiten ein. Im dritten Durchgang blieb bis zum 5:5 alles in der Reihe. Doch nach einem Time-out des Kreuzlinger Trainerduos Fabio Tenini/Andreas Sprenger gelangen den Thurgauerinnen sechs Punkte in Folge, womit sie in den Sätzen auf 1:2 verkürzen konnten. Damit war die Partie neu lanciert. Kreuzlingen powerte mit viel Selbstvertrauen weiter und zog auf 7:2 davon. Doch diesmal reagierte Neuendorf und glich zum 7:7 aus. Beim Stand von 10:8 hatte Kreuzlingen zwei Satzbälle, doch mit einer Serie von vier Punkten drehten die Solothurnerinnen die Partie. (sfb)