Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Der Mammermer Komponist David Lang veröffentlicht sein viertes Studioalbum: «Ich habe tatsächlich Fans»

Der Komponist David Lang aus Mammern geht mit seinem vierten Studioalbum «Kutscher» auf Tournee. Für das Vorpremiere-Konzert hat er das Publikum in seine Stube eingeladen. «Es war eng», sagt er.
Rahel Haag
Äusserlich ruhig, innerlich nervös: «Vor einer Tournee frage ich mich immer, wie viele Leute meine Konzerte besuchen werden», sagt Komponist David Lang. (Bild: Reto Martin)

Äusserlich ruhig, innerlich nervös: «Vor einer Tournee frage ich mich immer, wie viele Leute meine Konzerte besuchen werden», sagt Komponist David Lang. (Bild: Reto Martin)

Ein erstes Konzert gab es bereits. In der Stube von David Lang in Mammern. «Ich habe sozusagen den Ernstfall im exklusiven Rahmen geprobt», sagt der Komponist und lächelt. 19 Gäste musste er unterbringen. «Es war eng.» Lang schmunzelt.

Der 40-Jährige wollte vor dem Start seiner Tournee testen, wie seine neuen Lieder beim Publikum ankommen. Am Freitag erscheint sein viertes Studioalbum «Kutscher». Das gleichnamige Titellied beschreibt Lang als bombastisch. Diesen Effekt erzeugt ein mehrstimmiger Chorgesang im Hintergrund. Das Spezielle dabei: Der Männerchor besteht aus David Lang selber. Denn der Tenor hat die einzelnen Stimmen selber eingesungen.

«So konnte ich meine Leidenschaft für mehrstimmigen Gesang ausleben.»

An den Konzerten werden die Sequenzen jeweils als Playback abgespielt.

CD-Taufe im Eisenwerk in Frauenfeld

Am Freitag, 15. Februar, geht im Eisenwerk in Frauenfeld die Taufe des neuen Albums «Kutscher» über die Bühne. Am Samstag, 16. Februar, gastiert David Lang im Presswerk in Arbon. Türöffnung ist jeweils um 19.30 Uhr, die Konzerte beginnen um 20 Uhr. Der Komponist gibt anschliessend drei weitere Konzerte im Thurgau. Die Tournee endet am 23. März. (rha)

Hinweis: Tickets und weitere Infos unter: www.davidlang.ch

Mit Hilfe eines Crowdfundings hat Lang Geld für die Produktion seines neuen Albums gesammelt. «Um einen möglichst grossen Teil der Kosten zu decken», sagt er. 6760 Franken sind dabei zusammengekommen. Den Unterstützern winkten verschiedene Prämien. Eine Einladung zum Vorpremiere-Konzert in Langs Stube war eine davon.

Ein Künstler, der auf keiner bestimmten Schiene fährt

Viele der insgesamt 36 Unterstützer haben aber einen Beitrag gespendet, ohne eine Gegenleistung zu beziehen. Immer wieder höre er, dass es die Leute schätzten, dass es in der Schweiz Musiker wie ihn geben. «Solche, die nicht auf Englisch singen», sagt Lang, «die sich als Künstler ein eigenes Profil geben und auf keiner bestimmten Schiene fahren.» Das wollten sie unterstützen.

«Ja, mittlerweile habe ich tatsächlich Fans»

sagt Lang. Er merke das jeweils bei den Konzerten. «Es gibt einen gewissen Grundstock an Leuten, die regelmässig kommen.» Das sei super. Dennoch sei er vor Beginn einer Tournee jeweils nervös und frage sich, wie viele Leute seine Konzerte besuchen werden.

«Ein Konzert vor ganz kleinem Publikum hatte ich aber schon lange nicht mehr.» Lang legt den Kopf schief, überlegt. «Nein, stimmt nicht», sagt er dann, «im Herbst in Münchwilen kamen zehn Leute.» Trotzdem sei es ein schöner Abend gewesen.

Lang ist ein äusserst produktiver Künstler. Seit 2013 hat er beinahe jährlich ein neues Musikprogramm präsentiert.

«Ich habe diese Lust in mir, etwas zu erschaffen.»

So sehr, dass er immer an mehreren Projekten parallel arbeitet. Im Mai gibt er ein Konzert mit seinem «Chor der 100», im August folgt das «Mammern Classics» mit dem Musical «Runggle Buur», das er selber geschrieben hat. «Dadurch, dass ich viel produziere, entwickle ich mich als Künstler weiter», sagt Lang. Zudem wolle er seinem Publikum etwas bieten.

Die «locker-flockigen» Lieder brauchen Zeit

Doch das Komponieren sei teilweise harte Knochenarbeit.

«Es ist wie sterben und auferstehen»

sagt Lang. Wenn man mitten drinstecke, wisse man nie, ob am Ende auch tatsächlich etwas dabei herausschaue. «An den Liedern, die locker-flockig daherkommen, arbeite ich jeweils lange.» Das sei schon erstaunlich.

Oft entstehe auch Druck. «Den mache ich mir selber», sagt Lang. Vor einem Konzert versuche er sich deshalb zu sagen, dass er auf die Bühne geht, um den Zuschauern etwas zu bieten, was sie selber nicht können. So, wie er sich von einem Schreiner ein Tisch fertigen lasse. «Wenn ich innerlich an diesen Punkt komme, sind Konzerte eine wahre Freude.» Er lächelt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.