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Der Lockruf der Natur wird stärker: Thurgauer Campingplätze erlebten Rekord-Saison

Die Sommersaison 2018 bescherte den Thurgauer Campingplätzen einen neuen Rekord an Übernachtungszahlen. Das hat unter anderem damit zu tun, dass die Betreiber ihr Angebot weiterentwickeln. Auch die Gästekarte Oskar wird immer beliebter.
Larissa Flammer
Auf dem Campingplatz Wagenhausen ist zu dieser Jahreszeit nicht viel los. Der Trend hin zu Winter-Camping ist im Thurgau noch nicht angekommen. (Bild: Andrea Stalder)

Auf dem Campingplatz Wagenhausen ist zu dieser Jahreszeit nicht viel los. Der Trend hin zu Winter-Camping ist im Thurgau noch nicht angekommen. (Bild: Andrea Stalder)

Dies ist ein Artikel der «Ostschweiz am Sonntag». Die ganze Ausgabe lesen Sie hier.

Die Betreiber der Thurgauer Campingplätze können sich nach der Sommersaison 2018 über einen Zuwachs an Übernachtungen freuen – einen deutlichen. Um ganze 19 Prozent sind die Logiernächte im Vergleich zur Vorjahressaison angestiegen.

Schon vor einem Jahr titelte die Thurgauer Dienststelle für Statistik «Rekordwert». Erstmals wurden 2017 über 100'000 Übernachtungen auf den Campingplätzen im Kanton gezählt. Im Sommer 2018 waren es nun 114'653 Logiernächte.

Schon länger lässt sich beobachten, dass Campieren boomt. Gerade bei Familien ist diese Art der Ferien beliebt. Rund 20 Prozent aller Übernachtungen im Thurgau entfallen auf Campingplätze. «Das ist eine relevante Grösse», sagt Daniel Wessner, Leiter des kantonalen Amts für Wirtschaft und Arbeit.

«Die Campingplätze im Kanton haben auch qualitativ eine gute Entwicklung gemacht.»

Rolf Müller, Geschäftsführer von Thurgau Tourismus, nennt als Grund für den Zuwachs an Übernachtungen den Trend.

«Die Leute möchten näher an der Natur sein und suchen spezielle Übernachtungsmöglichkeiten.»

Auch er betont den Effort der Campingplatzbetreiber bei der Angebotsentwicklung.

Trend Winter-Camping ist noch nicht im Thurgau angekommen

Der Camping-Tourismus hat sich in den vergangenen Jahren verändert. An vielen Orten prägen längst nicht mehr nur Wohnwagen auf Dauermietplätzen, einfache Toilettenhäuschen und ein Kiosk das Bild der Campingplätze. Mit Bungalows oder ähnlichen Übernachtungsmöglichkeiten, Restaurants und Freizeitangeboten hat ein Stück weit der Luxus Einzug gehalten. Dazu passt der Begriff «Glamping», der sich mehr und mehr etabliert. Zusammengesetzt aus Glamour und Camping beschreibt er komfortables Übernachten in der Natur.

Im Thurgau gibt es sieben grössere Campingplätze, weiss Daniel Wessner. Besonders vorbildlich entwickelt hat sich derjenige in Wagenhausen. Diesen Herbst hat Thurgau Tourismus ihn mit dem Tourismus-Preis 2018 ausgezeichnet. Vor allem wegen des mutigen Konzepts und der stetigen Weiterentwicklung. Eines der neueren Angebote des Campingplatzes am Rhein sind die hölzernen Zirkuswagen, in denen bis zu vier Personen übernachten können.

Die Zirkuswagen auf dem Campingplatz Wagenhausen. (Bild: PD)

Die Zirkuswagen auf dem Campingplatz Wagenhausen. (Bild: PD)

Das gute Wetter diesen Sommer hatte auch einen Einfluss auf den Übernachtungsrekord, da sind sich Wessner und Müller einig. Der Geschäftsführer von Thurgau Tourismus weiss, dass sich je länger je mehr ein Trend hin zu Winter-Camping entwickelt. «Im Thurgau ist der aber noch nicht angekommen.» Für Müller ist es nachvollziehbar, dass die Betreiber nach einer intensiven Sommersaison eine Verschnaufpause in der ruhigeren Zeit einlegen.

«Über kurz oder lang werden wir aber mal über das Thema Winter-Camping sprechen.»

Im neuen Jahr gibt es Neuigkeiten zum Reka-Dorf Kreuzlingen

Auch für die Thurgauer Hotel- und Kurbetriebe war die Sommersaison 2018 erfolgreich. Von Mai bis Oktober wurden knapp 266000 Übernachtungen gezählt. «Lediglich im Rekordjahr 2014 gab es mehr Logiernächte während dieses Zeitraums», teilt die Dienststelle für Statistik mit. Bei den Übernachtungsangeboten – sprich der Anzahl Hotels – hat der Thurgau zwar noch Nachholbedarf, sagt Wessner.

Der Amtschef kann aber auch Erfreuliches berichten: Das Projekt für das Reka-Dorf in Kreuzlingen, bei dem er Leiter der Projektsteuerung ist, nimmt Formen an. «Wir arbeiten am Gestaltungsplan und an der Baueingabe.» Im ersten Quartal 2019 werde man wieder mit Neuigkeiten an die Öffentlichkeit treten. Wessner sagt: «Das Reka-Dorf richtet sich ja auch an Familien und passt sehr gut in unser Angebot.»

Gästekarte hat im Winter wenig Angebote

Zur Attraktivität von Ferien im Thurgau trägt auch die Gästekarte Oskar bei. Die im Sommer 2016 vom Verband Hotellerie Ostschweiz eingeführte Karte berechtigt zur freien Fahrt im öffentlichen Verkehr und zur kostenlosen Nutzung touristischer Einrichtungen – etwa Museen – in sechs Kantonen, sofern diese mitmachen. Erhältlich ist sie ab zwei Übernachtungen für zehn Franken pro Tag, den Rest finanzieren die teilnehmenden Hotels. Wessner sagt:

«Die Gästekarte hat etwas Anlaufzeit gebraucht.»

«Mittlerweile machen aber sehr viele touristische Betriebe im Thurgau sehr gut mit.»

Wie Rolf Müller ergänzt, wird die Karte auch vom Gast nachgefragt. Ein Problem im Thurgau sei, dass im Winterhalbjahr viele Angebote wegfallen. «Die Schiffe fahren zum Beispiel nicht.» Man werde sich überlegen müssen, ob es für die Hotels eine saisonale finanzielle Abfederung brauche.

Zum Thema – Der Thurgau kennt kein Tourismusgesetz:

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