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Für Max Peter, den Präsidenten des Frauenfelder Theatervereins, ist der letzte Vorhang gefallen

Während 33 Jahren war Max Peter der Theaterverein. Mit dem Stück «Das Abschiedsdinner» zum Saisonschluss hat er am Freitagabend im Casino Frauenfeld Adieu gesagt. Das Präsidium wird Louis Räber übernehmen.
Mathias Frei
Theaterverein-Grandseigneur Max Peter mit Nachfolger Louis Räber auf der Casinobühne. (Bild: Andrea Stalder)

Theaterverein-Grandseigneur Max Peter mit Nachfolger Louis Räber auf der Casinobühne. (Bild: Andrea Stalder)

«Hier bleibe ich nicht lange.» Das habe er sich gedacht, als er 1968 in den Thurgau kam, sagt Max Peter. Er blieb dann doch länger, der junge Gymnasiallehrer aus Baden, der an der Kanti Frauenfeld bis 2005 Englisch und Deutsch unterrichtete. Und er prägte in der Thurgauer Kantonshauptstadt das Gastspieltheater. Dr. phil. Max Peter war nicht nur Präsident des Theatervereins, er war der Theaterverein. 33 Jahre wirkte er in diesem Amt, all die Jahre ehrenamtlich und mit viel Herzblut. Mittlerweile ist Max Peter 79-jährig. Am Freitagabend zum Saisonschluss, sinnigerweise beim Stück «Das Abschiedsdinner», hat ihn das Publikum verabschiedet.

Seinen Rücktritt hat Max Peter von langer Hand vorbereitet. Vergangenen Spätherbst hat Louis Räber das Präsidium interimistisch übernommen. Die offizielle Wahl erfolgt im November an der Jahresversammlung. Max Peter wird Ehrenpräsident und bleibt dem Vorstand als künstlerischer Berater erhalten.

«Dann muss ich nicht mehr an die Vorstandssitzungen, aber ich kann, wenn ich will.»

Der Gründer der Jugendtheatergemeinde

Max Peter lebte für die Bühne. «Als Jugendlicher aber war ich zu schüchtern für die Schauspielerei.» Doch schon in jungen Jahren war er begeisterter Theaterbesucher. In Frauenfeld gründete er die Jugendtheatergemeinde und präsidierte diese, bis er die Leitung des Theatervereins übernahm. Als Kantilehrer inszenierte er mit seinen Schülern Stücke, anfangs auf Deutsch, später auch auf Englisch. Und einmal sogar auf Mittelhochdeutsch – im Rahmen einer Gastprofessur an einer texanischen Universität brachte er mit Germanistikstudenten «Das Osterspiel von Muri» auf die Bühne. Als Theatervereinspräsident organisierte er regelmässig Exkursionen nach Zürich, in den «Schiffbau» und den «Pfauen», sowie nach München und London. Einst fiel die Aufführung der «Dreigroschenoper» in Frauenfeld kurzfristig aus. Weil kein Ersatztermin in Frauenfeld möglich war, organisierte Max Peter die Vorstellung in Weinfelden. Die Rückfahrt in die Kantonshauptstadt machten die 200 Besucher im Extrazug. Oder einmal tauchte das Ensemble des Bayrischen Hofs für das Stück «Gaslicht» ohne Bühnenbild auf.

«Ich setzte mich aufs Velo und suchte in der Stadt Requisiten zusammen. Im ‹Blumenstein› durfte ich sogar ein Bild abhängen.»

Max Peter kreierte die Theaterbroschüre und führte 1987 die Einführungsreferate ein. Diese sind heute so gut besucht, dass es langfristig grössere Räumlichkeiten braucht als im «Blumenstein». Ab Ende der 1980er-Jahre präsidierte er während zehn Jahren die IG der Schweizer Gastspieltheater (Inthega Schweiz), war also höchster Gastspieltheaterdirektor des Landes. Später zeichnete ihn die Inthega mit einem Sonderpreis für die langjährige ehrenamtliche Arbeit aus. 2012 konnte Max Peter für den Theaterverein den Anerkennungspreis der Stadt Frauenfeld entgegen nehmen.

Max Peter empfiehlt Louis Räber zur Wahl

Louis Räber ist designierter Nachfolger. «An der Jahresversammlung im November hat er meine Stimme», meint Max Peter schmunzelnd. Louis Räber gehört seit zehn Jahren dem Vorstand des Theatervereins an. Länger kennen sich beide von der Kanti. Er unterrichtete ab 1985 Latein und Geschichte, ist heute Rektor der Thurgauisch-Schaffhausischen Maturitätsschule für Erwachsene. Als Präsident werde er nicht dieselben Aufgaben wahrnehmen wie sein Vorgänger, sagt Louis Räber. «Max Peter war auch für die Auswahl der Stücke zuständig. Ich hingegen erfülle vor allem die Funktion eines Vereinspräsidenten.» So sei es sein Ziel, das Programmangebot des Theatervereins in derselben Qualität weiterzuführen, sagt Räber.

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