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Der Kanton Thurgau hat bei der Fusion der Zivilstandsämter den Platz für die alten Register vergessen

Bei der Zusammenlegung der fünf Zivilstandsämter auf zwei Standorte werden nur 100'000 statt 150'000 Franken Mietkosten eingespart.
Thomas Wunderlin
Im Intarsienzimmer der Kreuzlinger Seeburg wird besonders gern geheiratet. (Bild: Reto Martin)

Im Intarsienzimmer der Kreuzlinger Seeburg wird besonders gern geheiratet. (Bild: Reto Martin)

Ein Zivilstandsamt muss sein Archiv aus der Zeit vor der digitalen Wende bewahren. Diesen Umstand zu wenig berücksichtigt hat der Kanton Thurgau bei der Reduktion der fünf Zivilstandsämter auf zwei. Statt 150000 Franken Mietkosten spart der Kanton nur 100000 Franken, schreibt der Regierungsrat in der Beantwortung einer Einfachen Anfrage der Sulger SVP-Kantonsrätin Isabelle Altwegg.

«Etwas unterschätzt» worden sei, dass an den beiden Standorten Frauenfeld und Amriswil Raumkapazitäten für die früheren Zivilstandsregister zur Verfügung zu stellen seien. Vor der Einführung des EDV-Zivilstandsregisters Infostar 2004 wurden etwa das Geburts- und das Familienregister in Buchform geführt.

Die Zivilstandsämter benötigen diese Register für die Ausstellung von Geburtsurkunden, Nachforschungen bei der Ausstellung von Familienscheinen und Anpassungen bei Adoptionen oder Namensänderungen. Mittelfristig sollen sie dem Staatsarchiv übergeben werden.

Irgendwann gehen die alten Register ins Staatsarchiv

«Alsdann werden die zusätzlichen Kosten für die Lagerung der Papierregister entfallen», schreibt der Regierungsrat. Ein Datum für diesen Schritt nennt er nicht. Personalkosten werden mit der Fusion keine gespart.

SVP-Kantonsrätin Altwegg kritisierte einen Abbau der Dienstleistungen, da zeitweise keine Termine für Samstagstrauungen 2020 reserviert werden konnten. Verhängt wurde er laut Regierungsrat, um in dieser Zeit die Effizienz der Samstagstrauungen zu überprüfen.

Durch einen Vergleich mit Schaffhausen, Baselland und Solothurn kommt der Regierungsrat zum Schluss, «dass heiratswillige Paare im Kanton Thurgau auch künftig ein breites und vielfältiges Angebot» für Samstagstrauungen vorfinden. So bietet der Thurgau diese in acht Traulokalen an, während Schaffhausen und Baselland nur je ein Lokal zur Verfügung stellen; in Solothurn sind es fünf.

Kapazitäten nicht auf Saisongeschäft ausgerichtet

Trauungen sind laut Regierungsrat im Übrigen «nicht das Hauptgeschäft» der Zivilstandsämter. Eingerechnet – die Ehevorbereitungsverfahren werden 20 Prozent dafür aufgewendet. Geheiratet werde vor allem zwischen Mai und September. Die Zivilstandsämter könnten ihre Personalressourcen nicht auf dieses Saisongeschäft ausrichten.

Kantonsrätin Altwegg bezeichnet die Antwort des Regierungsrats als «klar und ehrlich». Dass bei der Planung die Einsparungen zu gross angesetzt wurden, «hätte man merken müssen». Sie verstehe nicht, weshalb die Auswahl der Traulokale eingeschränkt werde, wenn ein Brautpaar die Kosten selber trage. Dazu erwarte sie eine Lösung in angemessener Frist.

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