Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Der Kanton Thurgau schlägt den Holzweg ein

Als Hilfe für die notleidenden Holzproduzenten verwendet der Kanton für seine eigenen Bauten möglichst viel Holz. Sägereien subventionieren will die Regierung nicht.
Thomas Wunderlin
Am Beratungszentrum auf dem Arenenberg wurde 2014 viel Holz verbaut. (Bild: Reto Martin)

Am Beratungszentrum auf dem Arenenberg wurde 2014 viel Holz verbaut. (Bild: Reto Martin)

Seit Anfang Mai ist der Holzabsatz faktisch blockiert, schreibt der Regierungsrat in der Beantwortung einer Einfachen Anfrage zur «Desolaten Situation auf dem Rundholzmarkt» von Daniel Vetterli (SVP, Rheinklingen). Die Lager sind voll. Die Forstbetriebe können Rundholz kaum verkaufen. Vom Schaden des Sturms Burglind von Anfang Januar 2018 liegt noch Fichten-Rundholz im Wald. Gleichzeitig fällt seit Mitte August viel Holz von Bäumen an, die von Borkenkäfern befallen worden sind.

ie Förster fällen sie, um die Ausbreitung zu stoppen. «Das käferbefallene Holz kann leichte Verfärbungen aufweisen, ist sonst aber einwandfrei», schreibt der Oberneunforner SVP-Kantonsrat und Förster Paul Koch, der gleichzeitig mit Vetterli am 29. August eine Einfache Anfrage zum Überangebot auf dem Holzmarkt eingereicht hat. Die Sägereien können laut Koch zurzeit nicht so viel käferbefallenes Fichtenholz aus dem Wald abtransportieren und verarbeiten. Die Holzpreise seien gesunken und decken kaum die Holzerntekosten.

Kanton besitzt sieben Prozent des Walds

Der Kanton, der selber sieben Prozent des Thurgauer Walds besitzt, hat zuletzt das Beratungszentrum auf dem Arenenberg aus Holz gebaut, ebenso das Ausbildungszentrum Galgenholz in Frauenfeld. Sofern Grosser Rat und Volk zustimmen, verwendet er Holz auch für die Erweiterung des Regierungsgebäudes und für die neuen Turnhallen des Bildungszentrums für Technik in Frauenfeld. Scheitern die Projekte, will der Regierungsrat das Holz nicht einlagern, wie es Koch anregt. Das Holz verliere an Qualität und die Lagerung verteure das Material. Ausserdem sollte laut Regierungsrat auch wieder Frischholz genutzt werden.

Der Regierungsrat will auch nicht in Sägereien investieren. Laut Vetterli fördern die Nachbarstaaten die holzverarbeitende Industrie mit namhaften Investitionsbeiträgen, was die Preise der verarbeiteten Produkte drücke. Als Folge der ausländischen Konkurrenz hätten die einheimischen Säge- und Hobelwerke stark an Kapazität verloren. Was früher in der Schweiz verarbeitet wurde, werde nun exportiert und zu einem guten Teil nach der Verarbeitung wieder eingeführt. Als Folge seien die Nutzholzpreise dauerhaft gedrückt; beim Laubholz seien nur noch die wertvollsten Stämme gefragt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.