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Interview

Der Hürdenläufer Kariem Hussein erreicht nach neun Jahren Studium das Ziel

Für seine Paradedisziplin, den 400-Meter-Hürdenlauf, braucht Kariem Hussein weniger als 50 Sekunden. Neben dem vielen Training hat der Thurgauer in den vergangenen Jahren noch Medizin studiert.
Interview: Larissa Flammer
Der Thurgauer Leichtathlet Kariem Hussein hält sein Diplom in Händen (Bild: Reto Martin)

Der Thurgauer Leichtathlet Kariem Hussein hält sein Diplom in Händen (Bild: Reto Martin)

Der Tägerwiler Kariem Hussein hat sein Medizinstudium erfolgreich abgeschlossen. Es ist seine Leidenschaft, wie er sagt. Der 29-Jährige lässt keinen Zweifel daran, dass er einst als Arzt praktizieren will. Wann und wo ist aber noch unklar. Nächsten Sommer will der Hürdenläufer jedenfalls wieder an die Weltmeisterschaften.

Kariem Hussein, Sie haben diesen Sommer Ihr Medizinstudium abgeschlossen. In welche Richtung haben Sie sich spezialisiert?

Ich werde mich erst noch für eine Richtung entscheiden müssen, sobald ich dann als Assistenzarzt arbeiten möchte. Jetzt habe ich mit dem Staatsexamen das allgemeine Medizinstudium abgeschlossen.

Wie lange haben Sie studiert?

Insgesamt neun Jahre. Den Bachelor habe ich an der Universität Freiburg in drei Jahren gemacht, danach in Zürich in sechs Jahren den Master.

Was hat Sie besonders interessiert?

Ich habe einen Monat im Spital auf der Gynäkologie gearbeitet. Denn diesen Themenbereich hatte ich im Studium nie durchgenommen. In Freiburg kam das während des Bachelors nicht dran. Für mich war das der interessanteste Monat. Und der lehrreichste. Die Gynäkologie vereint die guten und die harten Begegnungen miteinander. Das ist mir ziemlich eingefahren. Ich konnte mir zuvor nie vorstellen, in diesem Bereich zu arbeiten. Jetzt könnte ich es durchaus, aber es ist nicht mein Ziel.

Wie haben Sie das Studium sonst erlebt?

Naja, Lernen und Prüfungen zu schreiben macht nicht primär Spass. Aber Medizin ist der Bereich, in dem ich mir vorstellen kann, später beruflich tätig zu sein. Es ist meine Leidenschaft.

Wie haben Sie denn abgeschlossen?

Beim Staatsexamen gibt es keine Noten. Man erfährt nur, ob man bestanden hat oder nicht.

Wie haben Sie es geschafft, das Medizinstudium mit Ihrem Training und den Wettkämpfen unter einen Hut zu bringen?

Indem ich mit den zuständigen Leuten gesprochen habe. Ich bin 2012 nach Zürich gekommen und wollte ursprünglich nur ein Studienjahr auf zwei Jahre aufteilen. Schliesslich konnte ich es bei allen drei Jahren machen. Gerade das fünfte Jahr, bei dem man in Spitälern arbeitet, teilen viele Studenten auf zwei Jahre auf. Es gab da schon einiges zu Koordinieren innerhalb des Teams, mit dem Verband, den Sponsoren, der Uni ... Ich habe das Studium am Schluss regulär abgeschlossen, einfach über eine etwas längere Zeit.

Konnten Sie auch alle Wettkämpfe und das Training normal weitermachen?

Wettkämpfe habe ich alle bestritten. Die sind sowieso meistens in die Semesterferien gefallen. Und ich bin überzeugt, ich hätte ohne das Studium nicht mehr trainiert, hätte dann aber mehr Zeit für die Erholung gehabt.

Warum haben Sie sich überhaupt für das Medizinstudium entschieden?

Mein Vater ist Osteopath. Ich habe das Medizinische schon von klein auf mitbekommen. Es war immer irgendwie dieses Bauchgefühl da, dass ich mal Medizin studieren will. Es ist ein vielfältiger und sozialer Beruf. Noch habe ich nicht viel Erfahrung im Spitalalltag. Aber ich kann mir vorstellen, das ein Leben lang zu machen.

Bringt Ihnen das Studium etwas für Ihre Sportkarriere?

Fachlich hat es nicht viel gebracht. Ich weiss jetzt zwar, welcher Knochen und welcher Muskel wie heisst. Vielleicht hilft das beim Arztbesuch, falls ich mal eine Verletzung habe. Vielleicht wäre aber auch genau das Gegenteil der Fall. Das Studium habe ich als Lebensschule gesehen. Ich hatte sehr herausfordernde Phasen. Aber diese stressigen Zeiten mit dem Lernen haben mich geprägt und helfen mir in anderen Situationen, in denen ich unter Druck stehe – etwa bei Wettkämpfen. Das alles bringt mich weiter.

Wann werden Sie denn nun als Arzt arbeiten?

Die Tätigkeit in der Medizin ist ganz klar mein Weg. Ich will einmal praktisch arbeiten. Wo und wann das sein wird, kann ich aber noch nicht sagen. Ich will in nächster Zeit sicher mal sporadisch an unterschiedlichen Orten reinschauen. Während des Studiums habe ich viele Kontakte geknüpft. Viele meiner Kollegen sind jetzt Assistenzärzte. Diese Kontakte will ich nutzen.

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