Der Horror der kleinbürgerlichen Normalität: Beim Theaterverein Frauenfeld ist «Arsen und Spitzenhäubchen» zu sehen

Am Mittwoch, 11.März kommt Joseph Kesselrings Krimiklassiker im Casino in Frauenfeld zur Aufführung.

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Eine Szene aus «Arsen und Spitzenhäubchen».

Eine Szene aus «Arsen und Spitzenhäubchen».

(Bild: PD)

(red) Familie ist die Hölle. Provinz ist die Hölle. Joseph Kesselrings «Arsen und Spitzenhäubchen» handelt von einer Familie in der Provinz. Das Berliner Kriminaltheater zeigt den Krimiklassiker auf Einladung des Theatervereins Frauenfeld nächsten Mittwoch, 11. März, im Casino. Beginn ist um 19.30 Uhr.

Zur Personage des Stücks gehören die beiden reizenden alten Damen Abby und Martha Brewster, ihr seelisch leicht desorientierter Neffe Teddy, der frustrierte Theaterkritiker Mortimer, zwei Berufsmörder, ein spätes Mädchen, ein Dorfpfarrer – und alle sind sie irgendwie miteinander verwandt oder verschwägert. Die Handlung dieses Klassikers des schwarzen Humors besteht im Wesentlichen darin, dass eine Menge Leute versucht, eine Menge Leichen durch ein Haus zu manövrieren, ohne dass es irgendjemand merkt.

Aus dem Stück «Arsen und Spitzenhäubchen».

Aus dem Stück «Arsen und Spitzenhäubchen».

(Bild: PD)

Die Spitzenhäubchen lehren einen das Fürchten

Das Arsen macht dem Zuschauer keine Angst, vielmehr sind es die Spitzenhäubchen, die ihn amüsiert das Fürchten lehren. Denn das Gruselige sind nicht die Mordtaten, sondern die entsetzliche Normalität und das Biedere der Täter, der Horror der kleinbürgerlichen Überschaubarkeit und das, was dahinter lauert. Nichts kann angsteinflössender sein als ein gepflegter Vorgarten. Nichts verbirgt mehr als eine reinliche Fassade. Und nichts ist komischer als eine klassische Komödie mit allem, was dazugehört: Leichen im Keller, Leichen in der Truhe, viele offene und verschlossene Türen und Bodenklappen, Treppen, Stiegen und Winkel.

Aus dem Stück «Arsen und Spitzenhäubchen».

Aus dem Stück «Arsen und Spitzenhäubchen».

(Bild: PD)

Im Jahr 1939 schrieb der amerikanische Autor und Regisseur Joseph Kesselring das wahnwitzige Stück «Arsen und Spitzenhäubchen». Nach Jahren am New Yorker Broadway wurde der Klassiker 1944 von Frank Capra mit den Hollywood-Stars Cary Grant und Peter Lorre verfilmt. (red)

Vorverkauf: Witzig, Rheinstrasse 10, Frauenfeld.

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