Der Hofladen der Aadorfer Bäuerin Rahel Osterwalder erfreut sich derzeit nicht nur am Frühlingswetter

Einkaufen in der frischen Luft sei in ihrem Hofladen in Aadorf möglicht, sagt Rahel Osterwalder, die vergangenes Jahr ein Gesicht der Imagekampagne des Schweizer Bauernverbandes war.

Roman Scherrer
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Rahel Osterwalder zeigt einige der Produkte aus ihrem Hofladen in der Aadorfer Waldau.

Rahel Osterwalder zeigt einige der Produkte aus ihrem Hofladen in der Aadorfer Waldau.

Bild: Roman Scherrer

Ihr Gesicht war an verschiedensten Orten in der Deutschschweiz zu sehen. Die Aadorfer Bäuerin Rahel Osterwalder posierte vergangenes Jahr für die neue Plakatkampagne des Bauernverbands. Derzeit wirbt sie aber für ihren Hofladen. Etwa auf Facebook, wo sie schreibt, dass auf ihrem Hof «an der frischen Luft» eingekauft werden kann.

«Ja, klar», antwortet Osterwalder auf die Frage, ob dies eine Anspielung auf die Einschränkungen durch das Corona-Virus ist. Noch sei von der Krise im Hoflädeli, welches die 33-Jährige vor rund eineinhalb Jahren eröffnet hatte, wenig spürbar. «Wir haben zwar den Umsatz schon etwas gesteigert, das hat aber wohl auch mit dem schönen Wetter zu tun», sagt sie. So würden vor allem Spaziergänger gerne kurz einen Halt machen, wenn sie den Laden sehen.

Die Leute zahlen vermehrt bargeldlos

Etwas ist Rahel Osterwalder in den vergangenen Tagen aber aufgefallen: «Die Leute sind vorsichtiger und zahlen vermehrt bargeldlos.» Meistens würde der Dienst Twint benutzt. Zudem würden – nun da sie die Schule nicht besuchen können – vermehrt Kinder mit ihren Eltern das Selbstbedienungslädeli aufsuchen.

«Für Kinder ist das auch ein Einkaufserlebnis, wenn sie zum Beispiel sehen, wo die Eier eigentlich herkommen.»

Nebst den Eiern bietet Rahel Osterwalder weitere hofeigene Produkte wie Konfitüren, Sirups oder Eingemachtes an. Erst seit wenigen Tagen hat sie auch hausgemachte Teigwaren aus Affeltrangen im Sortiment. Jedoch nicht wegen der Hamsterkäufe in der Corona-Krise, wie die Bäuerin erklärt. «Dass sie gerade jetzt gekommen sind, ist Zufall.» Bestellt habe sie die extra für ihren Laden beschrifteten Teigwaren nämlich schon vor ein paar Wochen.

In der Spargelsaison werden Erntehelfer knapp

Im Arbeitsalltag auf dem Bauernhof erlebt Rahel Osterwalder keine spezielle Situation. «Wir haben nun nicht extra eine neue Kultur gepflanzt», sagt die 33-Jährige, die Anfang 2018 den Hof ihrer Eltern übernahm. «Und wir versorgen uns in vielen Bereichen selber, müssen also nicht oft einkaufen gehen.»

Wegen des schönen Wetters in letzter Zeit spriesse nun die Vegetation. «Wir haben deshalb alles andere als Kurzarbeit.» Einige andere Hofbetriebe würden nun aber durch die Grenzschliessungen in eine schwierige Lage gebracht. «Erntehelfer aus dem Ausland können nun nicht einreisen. Und bald beginnt zum Beispiel die Spargelsaison.»