Der Hochwasserschutz an der Lützelmurg in Bichelsee und Aadorf wird konkret

Für den Hochwasserschutz sind in den Gemeinden Aadorf und Bichelsee-Balterswil mehrere Rückhaltebecken geplant. Nun steht die Umsetzung der Massnahmen bevor.

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Mit der Erneuerung des Auflaufbauwerkes des Bichelsees soll dessen Rückhaltewirkung langfristig gesichert werden.

Mit der Erneuerung des Auflaufbauwerkes des Bichelsees soll dessen Rückhaltewirkung langfristig gesichert werden.

(Bild: PD)

(red) In den kommenden Monaten werden in den Gemeinden Aadorf und Bichelsee-Balterswil erste zentrale Bausteine des Hochwasserschutzes an der Lützelmurg umgesetzt. Aus dem vor mehreren Jahren in Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden und dem Kanton entwickelten Massnahmenkonzept werden nach einer langen Zeit von Planungen und Verhandlungen wichtige Elemente realisiert.

Unter anderem wegen der grossen Anzahl involvierter Parteien, der aufwändigen Grundeigentümerverhandlungen benötigten die Projekte mehr Vorlaufzeit, als ursprünglich vorgesehen, wie die für die Fröhlich Wasserbau AG mitteilt, welche die Hochwasserschutzmassnahmen plant. «Doch die Zeit wurde genutzt, um gute und tragfähige Lösungen zu entwickeln», heisst es in der Mitteilung weiter. Die Massnahmen sollen schliesslich dazu dienen, die Hochwassergefahr an der Lützelmurg und einigen Seitengewässern zu reduzieren.

Hochwasserrückhalt an Oberläufen

Von vier vorgesehenen sogenannten Rückhaltebecken wird als erster derjenige in Bichelsee realisiert. Dort soll das bestehende, baufällige Auslaufbauwerk erneuert und damit die Rückhaltewirkung des Bichelsees langfristig gesichert werden. Eine Schiebervorrichtung ermöglicht die temporäre Absenkung des Wasserspiegels im Herbst, um die Pflegearbeiten in den Riedflächen um den See zu erleichtern oder für die Feuerwehr Wasser in den Seebach abzugeben.

Im Falle eines Hochwassers vermag der Bichelsee bis zu 100'000 Kubikmeter Wasser zurückzuhalten und drosselt damit die Hochwasserspitze in der Lützelmurg. Die Gemeinde Bichelsee-Balterswil rechnet für die Massnahmen mit Kosten von knapp 200'000 Franken. 60 Prozent der Kosten übernehmen Kanton und Bund. Den Rest teilen sich entsprechend dem Nutzen die Gemeinden Bichelsee-Balterswil zu einem Viertel und Aadorf zu drei Vierteln auf.

Hochwasserschutzmassnahmen in Aadorf

Die Griesser AG plant mit dem Bau einer neuen Werkshalle, den Hochwasserschutz für das Firmenareal in Aadorf zu verbessern. Mit dem für dieses Jahr geplanten Neubau der Zufahrt von der Tänikonerstrasse her soll die bestehende, zu enge Werkbrücke über die Lützelmurg durch einen grösseren Neubau ersetzt werden, der für das Hochwasser kein Hindernis mehr darstellt. Mit dem Hallenneubau wird im kommenden Jahr die unter der bestehenden Fabrikhalle verlaufende Dole des Löörebächlis erneuert und vergrössert.

Die 150 Meter lange Dole unter den Fabrikhallen der Aadorfer Griesser AG ist für das Hochwasser zu eng und baulich in einem schlechten Zustand. Sie muss in den nächsten Jahren umfassend saniert werden.

Die 150 Meter lange Dole unter den Fabrikhallen der Aadorfer Griesser AG ist für das Hochwasser zu eng und baulich in einem schlechten Zustand. Sie muss in den nächsten Jahren umfassend saniert werden.

(Bild: PD)

In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Aadorf und dem Kanton Thurgau wird voraussichtlich 2021 die Mündung des Dorfbaches Ettenhausen umgestaltet und mit einem groben Holzrechen versehen. Ab 2022 werden durch den Kanton entlang der Lützelmurg durch das Firmengelände verschiedene Hochwasserschutzmassnahmen realisiert. «Der grösste Brocken wird die Sanierung der heute 150 Meter langen Lützelmurgdole unter den Fabrikhallen der Griesser AG sein», schreibt die Fröhlich Wasserbau AG. Mit den Rückhaltungen an den Oberläufen könne damit ein beträchtliches Schadenpotenzial im mittleren zweistelligen Millionenbereich verhindert werden.

Weitere Rückhaltebecken in Planung

An drei weiteren Standorten sind Rückhaltebecken vorgesehen. Die Gemeinde Aadorf plant am Tobelbach, dem Oberlauf des Dorfbaches Ettenhausen, das Rückhaltebecken Soor. Dieses wird eine Entlastung für den Dorfbach in Ettenhausen bringen.

Nach der Realisierung des Rückhaltebeckens am Bichelsee wird die Gemeinde Bichelsee-Balterswil etappenweise das Rückhaltebecken am Zusammenfluss von Seebach und Lützelmurg sowie das Rückhaltebecken am Itaslerbach in Itaslen planen und realisieren.