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Der langjährige Lommiser Gemeindepräsident Fritz Locher kandidiert für eine weitere Legislatur

Seit über 18 Jahren ist Gemeindepräsident Fritz Locher im Amt. Er fühlt sich fit für eine weitere Legislatur. Zu den Gesamterneuerungswahlen vom 10. Februar tritt Gemeinderat Arthur Hascher gegen den Langjährigen an.
Olaf Kühne
Gemeindepräsident Fritz Locher im Sitzungszimmer des Lommiser Gemeindehauses. (Bild: Olaf Kühne)

Gemeindepräsident Fritz Locher im Sitzungszimmer des Lommiser Gemeindehauses. (Bild: Olaf Kühne)

Fritz Locher muss nicht auf eine Legislatur zurückblicken. Der Lommiser Gemeindepräsident ist seit über 18 Jahren im Amt und berichtet deshalb lieber von längeren Zeiträumen. «Seit meinem Amtsantritt konnten wir den Steuerfuss von 85 auf 49 Prozent senken», sagt er und betont dabei das Wir. «Klar, der Gemeindepräsident hält den Kopf hin. Er unterschreibt, er trägt die Verantwortung.» Es sei jedoch stets der Gemeinderat als Gremium, der die Entscheide fälle.

«Ohne Partei und ohne Fraktion kann ich viel unabhängiger handeln und halt manchmal auch auf den Tisch klopfen.»

«Es ist ein ganz anderes Politisieren, als ich es zuvor kannte», sagt Fritz Locher und meint damit seine politische Laufbahn vor seinem Umzug in den Hinterthurgau. Für die Autopartei sass er einst im St. Galler Kantonsrat und im Wiler Stadtparlament, Letzteres präsidierte er gar während eines Jahres. Doch das sind vergangene Zeiten. Locher ist längst parteilos, wollte auch nie in den Thurgauer Grossen Rat. Gleich in beiden Punkten unterscheidet er sich so von anderen Gemeindepräsidenten. «Ich sehe beides als Vorteil», sagt er. Als Gemeindepräsident habe er sehr oft mit kantonalen Stellen zu tun. «Ohne Partei und ohne Fraktion kann ich viel unabhängiger handeln und halt manchmal auch auf den Tisch klopfen.»

Genossenschaft des Dorfladens mitgegründet

Ein Polteri ist Locher dennoch nicht, vielmehr der hemdsärmlige Pragmatiker. «Natürlich wäre es schön, ein Hallenbad, einen Skaterpark oder was weiss ich zu haben», sagt er. «Aber ich will nichts versprechen, was ich nicht halten kann.» Zudem sei der tiefe Steuerfuss durchaus ein Faktor, welchen er oft von Neuzuzügern genannt erhalte – zusammen mit der ländlichen Idylle, der Schule, dem Kindergarten und nicht zuletzt dem Dorfladen. Eine Einrichtung, deren Genossenschaft Fritz Locher einst mitgegründet hat. «Unser Dorfladen ist tatsächlich sehr wichtig», sagt er, «insbesondere für Familien und ältere Menschen. Denn mit öffentlichem Verkehr sind wir nicht gerade gesegnet.»

«Ich werde im Laufe des Jahres mein Unternehmen aufgeben. Dann habe ich anschliessend sogar mehr Zeit für das Gemeindepräsidium.»

Fritz Locher wird im kommenden November 65 Jahre alt. Die ganze kommende Legislatur will er dennoch als Lommiser Gemeindepräsident absolvieren. «Ich fühle mich gesund», sagt er. «Zudem werde ich im Laufe des Jahres mein Unternehmen, ein Nutzfahrzeughandel, aufgeben. Dann habe ich anschliessend sogar mehr Zeit für das Gemeindepräsidium.»

Grössere Baustellen für die kommenden Legislatur benennt Fritz Locher nicht. «Unsere Infrastruktur ist à jour», sagt er. «Trotz unserem tiefen Steuerfuss schauen wir im Gemeinderat stets darauf, dass wir nicht auf Vorrat sparen und unseren Nachfolgern dereinst um so grössere Baustellen hinterlassen.»

«Diesbezüglich müssen wir aber auch ehrlich sein: Gebaut wurden überwiegend Einfamilienhäuser, alte Wohnungen gibt es kaum bei uns.»

Der Steuerfuss sei denn auch nicht einem rigiden Sparkurs geschuldet, sondern sei vielmehr das Resultat eines gesunden Wachstums der Gemeinde Lommis. «Diesbezüglich müssen wir aber auch ehrlich sein: Gebaut wurden überwiegend Einfamilienhäuser, alte Wohnungen gibt es kaum bei uns.» Folglich habe man auch wenige Sozialfälle, um die man sich dafür umso besser kümmern könne.

Das «gesunde Wachstum» wünscht sich Locher auch künftig für Lommis. Ein wichtiges Instrument hierfür sei die Ortsplanung. «Eine Herausforderung für jede Gemeinde», sagt Locher. «Mit dem neuen Raumplanungsgesetz noch mehr.» Die Gemeindeautonomie würde laufend eingeschränkt, ärgert er sich. «Wir haben kaum noch Spielraum.»

Um so mehr Wert lege der Gemeinderat denn auch darauf, diesen Spielraum auch auszuschöpfen. «Ich sehe das sogar als unsere Aufgabe – dass wir beispielsweise bei einem Baugesuch – nicht das Haar in der Suppe suchen, sondern schauen, was legal machbar ist.» Eben ganz der hemdsärmlige Pragmatiker.

Hinweis
Fritz Lochers Herausforderer Arthur Hascher stellen wir hier demnächst vor.

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