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Der Ferrari-Abfackler aus dem Hinterthurgau wollte sich mit Diplomatenpass retten

Ein Millionärssohn aus dem Hinterthurgau sorgt seit Jahren mit seinen Eskapaden im In- und Ausland für Schlagzeilen. Die Staatanwaltschaft ermittelt.
Ida Sandl
Im Oktober 2014 hat der Schweizer vor einem Club in Augsburg seinen 350'000 Franken teuren Ferrari 458 von Komplizen in die Luft sprengen lassen. Er hatte es dabei auf die Versicherungssumme abgesehen. Doch die Sache ist aufgeflogen.(Bild: PD)

Im Oktober 2014 hat der Schweizer vor einem Club in Augsburg seinen 350'000 Franken teuren Ferrari 458 von Komplizen in die Luft sprengen lassen. Er hatte es dabei auf die Versicherungssumme abgesehen. Doch die Sache ist aufgeflogen.(Bild: PD)

Diplomatie schien bisher nicht seine Stärke zu sein. Ein 23-jähriger Millionärssohn aus dem Hinterthurgau hat in der Vergangenheit vor allem wegen seiner Luxus-Schlitten und seiner Eskapaden für Schlagzeilen gesorgt. Im Mai dieses Jahres ist sein Name aber in einem von mehreren beschlagnahmten Diplomatenpässen der afrikanischen Republik Guinea-Bissau aufgetaucht. Die Pässe wurden auf dem Flughafen Frankfurt in der Handtasche einer Frau entdeckt. Sie kam mit einer Maschine aus Marrakesch und wollte weiter nach Berlin.

Zwei Strafanzeigen gegen den Millionärssohn

Die diplomatischen Ehren werden den Mann aber wohl kaum vor der Strafverfolgung retten. Der Millionärssohn ist nämlich in mehrere Verfahren verwickelt. So ermittelt die Staatsanwaltschaft Thurgau wegen Freiheitsberaubung und Drohung gegen ihn und einen weiteren Verdächtigen, sagt Markus Engeli, Sprecher der Thurgauer Staatsanwaltschaft.

Es seien zwei Strafanzeigen gegen den Millionenerben eingegangen. Er soll in seiner Villa im Hinterthurgau mehrere Personen gegen ihren Willen festgehalten haben. Auslöser sei ein Streit wegen eines Geldbetrags gewesen, weiss der «Blick». Die Staatsanwaltschaft rechnet damit, dass die Strafuntersuchung im Laufe des nächsten Jahres abgeschlossen werden kann.

In Deutschland auf der Fahndungsliste

Noch mehr Ungemach droht dem Millionärssohn in Deutschland. Hier taucht er sogar auf der Fahndungsliste auf. Das Landgericht Augsburg hat ihn wegen versuchten Versicherungsbetrugs zu 22 Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt, wie das Magazin «Spiegel» schreibt. Im Oktober 2014 hat der Schweizer vor einem FKK-Club in Augsburg seinen Ferrari 458 von Komplizen in die Luft sprengen lassen. Er hatte es dabei auf die Versicherungssumme für den fast 350 000 Franken teuren Sportwagen abgesehen. Doch die Sache ist aufgeflogen.

Seine Strafe hat der junge Mann bisher aber nicht angetreten. Sollte er jedoch in Deutschland in eine Polizei-Kontrolle geraten, würde man ihn festnehmen. Aber vielleicht ist er längst über alle Berge. Auf seinem Instagram-Account gibt der Millionärssohn an, er liebe es zu reisen, stamme aus Marokko und lebe in Marrakesch.

Zurück zur Strafuntersuchung, die im Thurgau läuft. Bei einem der Männer, die in der Villa des Millionärs gegen ihren Willen festgehalten und gefesselt worden seien, soll es sich um den Gründer der Firma «Enjoy your dream» aus Sirnach handeln. Das Unternehmen war auf die Vermietung von Luxus-Boliden spezialisiert, mittlerweile ist es pleite.

Gemäss «Beobachter» hat der ehemalige Firmenchef seine Kunden mit tiefen Preisen gelockt. Jedoch mussten die Automieter eine happige Kaution für die Karossen hinterlegen. Und davon sahen sie nach der Rückgabe der Autos oft keinen Rappen mehr. Doch das habe den Chef nicht davor bewahrt, Schulden in Millionenhöhe anzuhäufen. Mehrere der Super-Autos, die man mieten konnte, sollen dem Millionärssohn gehört haben. Mag sein, dass es noch offene Rechnungen gab. Da die Strafuntersuchung noch im Gange ist, gilt die Unschuldsvermutung.

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