Swiss Derby in Frauenfeld: Favorit «Moderator» holt sich dank eines Schlussspurts den Sieg

Zum zweiten Mal dürfen Anton und Vreni Kräuliger den prestigeträchtigen Pokal mit nach Hause nehmen. Im Rücken von Sieger-Jockey Fabrice Veron stürzt ein Konkurrent spektakulär und bleibt regungslos liegen.

Nicole D’Orazio
Drucken
Teilen
Zieleinlauf im wichtigsten Rennen des Tages: Sieger «Moderator» (ganz links mit Jockey Fabrice Veron) setzte sich mit einem Schlussspurt durch.

Zieleinlauf im wichtigsten Rennen des Tages: Sieger «Moderator» (ganz links mit Jockey Fabrice Veron) setzte sich mit einem Schlussspurt durch.

Bild: Reto Martin

Am Schluss wurde es eng. «Moderator», der Favorit der sechs Starter im 40. Swiss Derby auf der Frauenfelder Pferderennbahn, führte von Beginn weg. Fabrice Veron, französischer Spitzenjockey, hatte alles unter Kontrolle. Im Einlauf des 2400 Meter langen Rennens konterte der Wallach die Angriffe der anderen, doch dann musste er sich doch noch anstrengen. «In the Field» mit Clément Lheureux aus dem Quartier von Miro Weiss galoppierte mit viel Speed heran und kam dem Favoriten gefährlich nahe. Doch «Moderator» legte nochmals zu und machte alles klar. Dritter wurde der deutsche Gast «Lootah» mit Dennis Schiergen.

Dann ein Schreckmoment. Vor lauter Mitfiebern und Anfeuern hatten die meisten Zuschauer – wegen Corona waren nur 1000 auf der Bahn zugelassen – erst nach dem Einlauf bemerkt, dass kurz vor dem Ziel Olivier Plaçais gestürzt war. Sein Pferd Shooting hatte einen plötzlichen Schlenker gemacht, den er nicht ausgleichen konnte. Für einen Moment lag er im Gras und bewegte sich nicht. Zur grossen Erleichterung aller schien es ihm aber nur den Atem verschlagen zu haben. Plaçais stand unter Applaus wieder auf.

Jockey Olivier Plaçais bleibt nach einem Sturz im Swiss Derby regungslos liegen. Wenig später stand er aber unter Applaus wieder auf.

Jockey Olivier Plaçais bleibt nach einem Sturz im Swiss Derby regungslos liegen. Wenig später stand er aber unter Applaus wieder auf.

Reto Martin

Sieger-Wallach aus Marseille bleibt in der Schweiz

«Moderator» gehört Anton und Vreni Kräuliger. Vor vier Wochen haben sie den Wallach, der in Marseille von Charley Rossi trainiert wird, gekauft. «Vor einer Weile wurde mir der heutige Dritte zum Kauf angeboten», erzählt Anton Kräuliger. «Doch dessen Formen haben uns nicht überzeugt. Also habe ich Frederic Spanu, unseren ehemaligen Jockey, angerufen und gesagt, er solle nach einem Derbystarter für mich suchen.» Gefunden hat Spanu «Moderator». «Er ist ein spezielles Pferd, wir hatten Glück», meinte Vreni Kräuliger erfreut. Für das Ehepaar ist es der zweite Derbysieg. 2013 hatte Crosstown für die beiden das wichtigste Rennen, zu dem nur dreijährige Pferde zugelassen sind, gewonnen.

Auch für Jockey Fabrice Veron war er der zweite Erfolg im Swiss Derby. 2009 hatte der Franzose mit «Dubai Rose» gewonnen. «Moderator ist ein gutes Pferd. Er hat sich zum Schluss hin gesteigert. Er will nicht zu viel arbeiten.» Der Wallach bleibt in der Schweiz und wird neu von Andreas Schärer in Dielsdorf trainiert.

Dass er sich beim Sturz nicht verletzt hatte, zeigte Olivier Plaçais im anschliessenden Rennen. Mit «Notte a Roma» siegte er im Sprint. In den anderen Rennen dominierten die Stuten. Im grossen Flachrennen siegten «My Snowdrop» und Tim Bürgin. Bei den Zweijährigen liess «Fairy Wish» mit Karin Zwahlen die anderen hinter sich. Im Hürdenrennen siegte «Gold Street» mit Dennis Schiergen.

Aktuelle Nachrichten