Der Thurgauer Fachverband der Sozialhilfe stellt die Existenzfrage

Die Thurgauische Konferenz der öffentlichen Sozialhilfe will sich neu positionieren. Doch braucht es sie überhaupt noch? Auch die Auflösung des Verbands steht zur Diskussion.

Christoph Heer
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Er werde nicht der letzte Präsident der TKöS sein, sagte Präsident Jürg Bruggmann anlässlich der Herbstkonferenz vom vergangenen Mittwoch.

Er werde nicht der letzte Präsident der TKöS sein, sagte Präsident Jürg Bruggmann anlässlich der Herbstkonferenz vom vergangenen Mittwoch.

Bild: Christoph Heer

Macht die Thurgauische Konferenz der öffentlichen Sozialhilfe (TKöS) noch Sinn? Präsident Jürg Bruggmann zeigt sich kämpferisch:

«Ich werde nicht der letzte Präsident sein und ich werde die TKöS nicht liquidieren.»

Er habe gute Gespräche geführt und sich ausgetauscht. Der TKöS sei enorm breit abgestützt. Im Kanton, im Grossen Rat, beim RAV, bei der IV, der Kesb, in den Gemeinden oder auch beim «grossen Bruder», dem Verband Thurgauer Gemeinden (VTG). «Und doch müssen wir uns verändern», sagte Bruggmann an der Herbstkonferenz.

Der Vorstand habe sich entschieden, für eine Neustrukturierung einen externen Berater beizuziehen. Mit Christoph Tobler, ehemaliger Gemeindepräsident von Arbon und Berater für Institutionen wie der Spitex oder für Gemeinden, sei ein ausgewiesener Fachmann mit ins Boot geholt worden.

Christoph Tobler steht der TKöS, für deren Neuorientierung, als externer Berater zur Seite.

Christoph Tobler steht der TKöS, für deren Neuorientierung, als externer Berater zur Seite.

Bild: Christoph Heer

Tobler stellte schon zu Beginn seiner Ausführungen klar, dass er innerhalb der TKöS keine Notlage angetroffen habe. «Es war eher so, dass wir neue und klare Zielsetzungen forcieren wollten.» Tobler informierte die an der Herbstkonferenz anwesenden Gemeindevertreter über die Standortbestimmung, Stärken und Schwächen, Risiken und Chancen.

Was ist und soll in Zukunft überhaupt die Aufgabe der TKöS sein? Wie sieht es gar aus mit einer möglichen Auflösung, oder einem Beitritt zum Verband Thurgauer Gemeinden?

«Nach wie vor ist die TKöS erste Ansprechpartnerin des Kantons bei Fragen und Vorlagen um die Sozialhilfe.»

Es liege nun in den Händen der Mitglieder, zu entscheiden, wie es mit der TKöS weitergehe. Dazu wurden Fragebögen verteilt, welche in den kommenden Wochen ausgefüllt würden. Entscheiden wird schlussendlich die Mitgliederversammlung, nachdem Anfang 2021 ein dritter und letzter Workshop stattgefunden haben wird.