Der erste Hasenpest-Fall im Kanton Thurgau

Die Abstimmung über das Jagdgesetz beschäftigt die Jagdaufsicht. Bei einem Nein befürchten die Jäger, dass eine Initiative gegen die Drückjagd kommen könnte

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Roman Kistler, Leiter der Jagd- und Fischereiverwaltung des Kantons Thurgau.

Roman Kistler, Leiter der Jagd- und Fischereiverwaltung des Kantons Thurgau.

(Bild: Reto Martin)

(gün) Roman Kistler bemerkte, dass die Hasenpest «Tularämie» im Bodenseeraum stark zugenommen hat und Anfang des Jahres im Raum Diessenhofen bei einem toten Feldhasen diagnostiziert wurde. Der Leiter der Thurgauer Jagd- und Fischereiverwaltung sagte, dass die Hasenpest beim Menschen tödlich verlaufen kann, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und mit Antibiotika behandelt wird.

Kistler warnte an der 11. Generalversammlung des Vereins Jagdaufsicht Thurgau auch vor der afrikanischen Schweinepest, die vor allem in den osteuropäischen Ländern auftritt. «In der Schweiz gab es bisher keinen positiven Fall.» Höchste Gefahrenstufe bestehe bei der Vogelgrippe. In Osteuropa gab es einige Ausbrüche bei Hausgeflügel, in Polen und Deutschland positive Fälle bei Wildvögeln.

 Walter Schmid, Präsident von Jagd Thurgau.

Walter Schmid, Präsident von Jagd Thurgau.

(Bild: Reto Martin)

Walter Schmid ging auf das neue Jagdgesetz ein, über das am 17. Mai abgestimmt wird, weil verschiedene Natur- und Tierschutzorganisationen das Referendum ergriffen hatten. Der Präsident von Jagd Thurgau bemerkte, dass das neue Jagdgesetz im Thurgau lediglich auf die Vogeljäger einen Einfluss hat, weil zwölf Entenarten aus der Liste der jagdbaren Vögel gestrichen werden sollen. Wenn das Gesetz angenommen wird, dürfen künftig nur noch Stock-, Krick- und Tafelente bejagt werden. Zudem gibt es verkürzte Jagdzeiten für Waldschnepfen. Schmid sagte:

«Ich garantiere euch, wenn das Jagdgesetz aber abfällt, kommt die Initiative gegen die Drückjagd, die den Jagdgegner schon lange ein Dorn im Auge ist.»

Der Schweizerische Bauernverband und die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete finanzieren den Grossteil der Kampagne für die Annahme des neuen Jagdgesetzes.

Der Verein Thurgauer Jagdaufsicht besteht aus 107 aktiven Jagdaufsehern und zwei Passivmitgliedern. Der Präsident Heinz Welsch verkündete, dass er bei den nächsten Wahlen nach achtjähriger Amtszeit nicht mehr antreten wird. Zudem stellen sich die Vorstandsmitglieder Fritz Waldspurger, Ruedi Längweiler, Hugo Strupler und der Rechnungsrevisor Ernst Dürr nicht mehr zur Wahl. «Keiner geht aus Frust oder aus internen Gründen, wir haben eine sehr tolle Kameradschaft.» (gün)