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Der Egnacher Michael Loepfe entwickelt einen Wasserfilter für den Hausgebrauch

Vor zwei Jahren entwickelte der Egnacher Michael Loepfe eine Membran zur Filterung von Keimen, Bakterien und Viren. In den vergangenen Monaten hat er den Filter noch verkleinert und handlicher gemacht. Nun startet die Auslieferung.
Ines Biedenkapp
Der Egnacher Michael Loepfe mit seinem neu entwickelten Filter für den Heimgebrauch. (Bild: Donato Caspari)

Der Egnacher Michael Loepfe mit seinem neu entwickelten Filter für den Heimgebrauch. (Bild: Donato Caspari)

Der Egnacher Michael Loepfe hat in diesen Tagen allen Grund zur Freude. Er hat einen Wasserfilter für den normalen Hausgebrauch entwickelt, der nun in Serienproduktion gehen kann. Dieser Filter ermöglicht das Wasser von Keimen, Bakterien und Viren zu entfernen. Aber auch störenden Geschmack oder Gerüche können herausgefiltert werden. Bereits vor einigen Monaten hat der 29-Jährige einen Prototyp hergestellt (unsere Zeitung berichtete). Im Vergleich dazu ist das jetzige Modell nochmals kleiner und handlicher geworden.

Eine Membran für den Hausgebrauch

Angefangen hat alles vor rund fünf Jahren, als Michael Loepfe von einem Kollegen aus Egnach seinem jetzigen Firmen-Partner Christoph Kellenberger vorgestellt wurde. Zusammen gründeten sie die Novamem Ltd. Über die Struktur der Firma sagt Michael Loepfe:

«Ich bin mehr der Techniker und er der Betriebsleiter.»

Mit ihrer Firma stellen sie Filtermembranen her. Die Nanotechnologie kam bereits in Outdoor-Produkten oder in industriellen Filtern zum Einsatz. Die darin enthaltene Membran reinigt das Wasser von nahezu allen Schadstoffen. Nun wollte der 29-Jährige einen Schritt weiter gehen und die Technologie auch für den Hausgebrauch anbieten. Doch die finanziellen Mittel mussten aufgebracht werden. Per Crowdfunding im letzten Herbst wollte man 40000 Franken Startkapital für die Herstellung des Filters auftreiben. Bei dieser Art von Finanzierung können Interessenten den Filter bereits vorab kaufen und erhalten als Erste das fertige Produkt. Innerhalb kürzester Zeit erreichte man die benötigte Summe für die Produktion.

Ein Filter zum anhängen

Dennoch hat Michael Loepfe den Aufsatz seit Herbst nochmals angepasst und vereinfacht. «Die Leute schrauben nicht gern. Daher haben wir dies geändert.» Der Filter ist nun einfacher zu wechseln. Es kam die sogenannte Schnell-Kupplung hinzu, die man einmalig an den Wasserhahn anschliesst, um später den Filter anhängen zu können. «Wir haben damit den kleinsten Filter, der am meisten kann auf den Markt gebracht», sagt Michael Loepfe. In dem Filter befindet sich eine mehrstufige Filterkartusche, die ohne Einsatz von Chemikalien auskommt.

Der Filter kommt ohne den Einsatz von Chemikalien aus. (Bild: Donato Caspari)

Der Filter kommt ohne den Einsatz von Chemikalien aus. (Bild: Donato Caspari)

In der Kartusche befindet sich ein selbstdesinfizierender Vorfilter, eine Aktivkohle-Schicht, welche Gerüche und Pestizide entfernt und die von Novamem patentierte Membran, die Bakterien, Rost und Viren herausfiltert. Nach ungefähr zwei bis drei Monaten sollte der Filter ausgewechselt werden. «Man kann es sich so vorstellen, dass der Filter wie ein Spaghetti-Sieb funktioniert. Je mehr in dem Sieb drin ist, desto schwieriger fliesst Wasser durch», sagt der 29-Jährige. Per Smartphone kann man sich an den Wechsel erinnern lassen. Bisher hat die Firma bereits 1000 Bestellungen für den Filter erhalten. Aus Deutschland, der Schweiz, den USA und sogar aus Hong Kong kamen Anfragen. Ziel der beiden Firmengründer ist es, nun weiter zu wachsen und das Geschäft am Leben zu erhalten.

«Das ist jetzt unsere grösste Herausforderung», sagt Michael Loepfe.

«Wir haben festgestellt, dass man sich im ersten Jahr in das Gebiet reinkämpfen muss, selbst wenn man vorher bereits auf dem Markt war.» Dafür sei der Firmenstandort Schlieren ideal: «Wir haben hier die Connections, die wir brauchen, und sind auch schnell vor Ort», erklärt der gebürtige Egnacher. So arbeiten sie auch mit der Arwo Stiftung in Wettingen zusammen, bei der Menschen mit Beeinträchtigung in den Berufsalltag integriert werden. Allerdings könne sich Michael Loepfe später einmal einen Umzug in den Thurgau vorstellen: «Da hätten wir viel mehr Platz».

Es gibt drei unterschiedliche Filter. Der Preis variiert von 69 Franken bis 279 Franken: www.drinkpure-waterfilter.com

Zur Person

Michael Loepfe feiert dieses Jahr einen runden Geburtstag. Er wird Mitte August 30. Er hat in Romanshorn die Kanti besucht und seine Ausbildung als Chemie-Ingenieur an der ETH Zürich absolviert. Seine Matura handelte über Schwarzpulver. In seiner Freizeit ist er am liebsten mit dem Velo unterwegs oder spielt Handball. Lange Zeit war er in der Pfadi «Seesturm» in Egnach-Neukirch aktiv. (ibi)

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