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Der Drohnenmeister aus Matzingen

Der 17-jährige Marlon Tanner darf sich seit kurzem bester Drohnenpilot des Landes nennen. Bei den Wettkämpfen heisst er Samsi und hat mit Nervosität zu kämpfen. Und für Rennen reist er bis nach China.
Samuel Koch
Marlon Tanner alias Samsi steuert seine Siegerdrohne ohne Wettkampfstress. (Bilder: Donato Caspari)

Marlon Tanner alias Samsi steuert seine Siegerdrohne ohne Wettkampfstress. (Bilder: Donato Caspari)

Autofahren darf er noch nicht, Drohnen fliegt er aber schon wie ein Vollprofi. Marlon Tanner aus Matzingen wurd vor kurzem zum Schweizer Meister im Drohnenfliegen gekürt. Am letzten von drei Rennen der Swiss Drone League an der Automesse in St. Gallen holte sich der 17-jährige Elektroniker-Lehrling den zweiten Rang, den Sieg in der Gesamtwertung und ergatterte nebst dem Siegerpokal auch einen Fluggutschein. «Wer weiss, wo die nächste WM stattfindet», sagt er mit einem Funkeln in den Augen. Bei der Schweizer Meisterschaft hat sich der Jungspund trotz teils grosser Nervosität gegen rund 40 mehrheitlich ältere Konkurrenten durchgesetzt.

«Ich bin halt ehrgeizig und leide dann unter dem Druck, den ich mir selber mache»

sagt er. Ausgerüstet mit einer Fernsteuerung und einer Virtual-Reality-Brille, auf welcher er das Echtbild sieht, steuerte Tanner alias Samsi seine Drohne am schnellsten und ohne Fehler durch den dunklen Parcours mit beleuchteten Hindernissen. «Drohnenrennen sind mit Games am Computer oder auf der Konsole vergleichbar», sagt er. Es benötige Übung, Kontrolle und eine gute Reaktion, denn die Drohnen erreichen Tempi von bis zu 150 Kilometern pro Stunde. Der Nickname Samsi leitet sich übrigens von einem früheren Haustier der Familie ab: «So hiess einer unserer Hunde.»

Basteln, Tüfteln und Herumexperimentieren

Entdeckt hat Tanner das Drohnenfliegen mit seinem Vater, den das Fieber fürs Modellfliegen schon vor langem packte und nun mit seinem Sohn das Tanner Racing Team bildet. Vor rund zweieinhalb Jahren sahen Vater und Sohn ein Video im Internet, in welchem mehrere Drohnen blitzschnell durch den Wald flogen. «Das wollten wir auch probieren und kauften uns eine Drohne», sagt Marlon Tanner. Mittlerweile besitzt er 30 ferngesteuerte Flugobjekte, die Hälfte davon fliegt tatsächlich. Der Kostenpunkt pro Drohne liegt zwischen 300 und 500 Franken.

Mit dem Steuern der Drohnen ist es aber noch nicht getan. «Wer sich nicht für Technik interessiert, wird mit dem Hobby sicher nicht glücklich», sagt er. Basteln, Tüfteln und Herumexperimentieren: Die Steuerung der Drohne lässt sich beliebig einstellen. Die Hardware sei bei allen wettkampfmässigen Drohnenpiloten etwa dieselbe, meint er. «Bei der Software gibt es aber grosse Unterschiede», etwa bei den Flugwerten für die Stabilität oder den sogenannten Rates für die Agilität der Drohne.

Wenn sich auch die Polizei interessiert

Von einem Profileben als Drohnenpilot ist Marlon Tanner trotz nationalem Titel noch weit entfernt. Weltweit gibt es nur etwa sechs Piloten, die von Rennen und vom Filmemachen leben können. Vor drei Wochen hat er die weltbesten Drohnenpiloten – sie kommen aus den USA, Australien oder Skandinavien – an den Weltmeisterschaften in der chinesischen Metropole Shenzhen bestaunen und sich mit ihnen messen können. Von insgesamt 128 Teilnehmern belegte Tanner schliesslich den 54. Rang. «Die Konkurrenz war riesig», meint er, der im Gegensatz zu den Vollprofis ganz andere Pläne verfolgt:

«Nach der Berufsmatura möchte ich studieren und später selber Ersatzteile für Drohnen entwickeln und bauen.»

Bis dahin misst er sich an Rennen der Schweizer Meisterschaft oder dreht eigene Videos. Das bisher bekannteste drehten die Tanners nach dem letztjährigen Open Air Frauenfeld über der Grossen Allmend. «Ich werde noch heute oft auf dieses Video angesprochen», sagt Marlon Tanner.

Marlon Tanner mit dem Pokal, den er für seinen Sieg an der Schweizer Meisterschaft in Empfang nehmen durfte.

Marlon Tanner mit dem Pokal, den er für seinen Sieg an der Schweizer Meisterschaft in Empfang nehmen durfte.

Ärger mit der Polizei haben Vater und Sohn mit ihren lauten Drohnen bisher nicht gehabt, auch wenn die Öffentlichkeit dabei sofort an Überwachung denkt. «Das hat damit überhaupt nichts zu tun», meint der Vater. Wenn Polizisten wegen Lärmbelästigungen von Drohnen ausrücken müssen, würden sie sich meistens vielmehr für die Technik und das Equipment interessieren.

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