Ein Münchwiler besitzt nach einem Diebstahl das gleiche Auto zweimal

Ein Saab ist durch nichts zu ersetzen, ausser durch einen Saab, sagte sich Roman Weibel, nachdem sein Auto gestohlen wurde. Nun hat er zwei.

Lukas Gerzner
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Roman Weibel mit seinen beiden Saab. Welchen er behalten will, weiss er noch nicht. (Bild: Lukas Gerzner)

Roman Weibel mit seinen beiden Saab. Welchen er behalten will, weiss er noch nicht. (Bild: Lukas Gerzner)

Als er am Morgen zur Arbeit will, ist das Auto weg. Roman Weibel aus Münchwilen staunt nicht schlecht und versucht vergeblich zu verstehen.

Was er nicht weiss: In Deutschland liefert sich sein Saab noch am selben Abend eine Verfolgungsjagd mit der Autobahnpolizei. Zwei Männer, vermutlich die Diebe des Autos, begehen bei einer Kontrolle auf der deutschen Autobahn in Richtung Berlin Fahrerflucht und rasen mit Geschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern in der Stunde. Darauf nahm eine Streife der Autobahnpolizei die Verfolgung auf. Als die Unbekannten erneut gestoppt werden können, steigen sie aus dem Wagen und fliehen zu Fuss weiter. Es kommen Hubschrauber und Spürhunde zum Einsatz. Im nächsten Dorf stehlen die Männer ein anderes Fahrzeug und bleiben flüchtig, wie die «Thüringer Allgemeine» berichtete.

«Wer schon einmal das Computerspiel Grand Theft Auto gespielt hat, wird wissen, was ich
meine.»

Erst eine Woche später kriegt Roman Weibel einen Anruf von der Polizei: Sein Auto sei gefunden und noch ganz. Die Kriminalpolizei hat den Wagen für Ermittlungen zurückgehalten. «Die Täter haben viele Spuren hinterlassen, wie Parfum. Die Polizei konnte DNS-Spuren nehmen», sagt Weibel über den Fall.

Nach Leipzig zur Abholung geflogen

Aus der Not – und der Ungewissheit über den Verbleib des Autos – hatte sich der 27-Jährige mittlerweile bereits einen neuen Saab gekauft, dasselbe Modell wie der gestohlene Wagen. Doch in der Freude über den Fund beschloss Weibel schon kurz nach dem klärenden Telefonat, nach Leipzig zu fliegen, um das in der Nachbarstadt Gera verwahrte Auto die rund 700 Kilometer wieder zurück in den Hinterthurgau zu fahren. «Für die deutschen Polizisten war mein Kommen aus der Schweiz beziehungsweise die ganze Geschichte ein amüsierendes Highlight», sagt Roman Weibel. Auch für ihn war es eine aufregende Sache: «Jeder, der schon einmal das Computerspiel ‹Grand Theft Auto› gespielt hat, wird wissen, was ich meine.»

Doch was geschieht nun mit den beiden Autos? «Eines der beiden Autos möchte ich wieder verkaufen, ich weiss aber noch nicht genau welches», sagt Roman Weibel.