Thurgauer Veterinäramt: Der Chef ist nicht mehr im Amt

Das Thurgauer Veterinäramt ist ohne Chef. Thomas Fuchs hat seinen Arbeitsplatz geräumt. Der Kanton will am Freitag informieren. 

Silvan Meile
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Thomas Fuchs, Chef des Thurgauer Veterinäramts, hat die Kantonsverwaltung bereits verlassen.

Thomas Fuchs, Chef des Thurgauer Veterinäramts, hat die Kantonsverwaltung bereits verlassen. 

Bild: PD

Das Veterinäramt steckt in einer schwierigen Situation. Recherchen zeigen, dass Amtschef Thomas Fuchs bereits vor einer Woche seinen Arbeitsplatz geräumt hat. Damit verliess er die Kantonsverwaltung nur einige Tage, nachdem er seine Kündigung per Ende Juni eingereicht hatte.

Inwiefern dieser Abgang im Einverständnis mit dem zuständigen Regierungsrats Walter Schönholzer (FDP) geschah, ob es sich um eine Freistellung handelt, war gestern nicht in Erfahrung zu bringen. Schönholzer verweist auf Anfrage auf die Beantwortung eines politischen Vorstosses sowie auf eine Presseinfo, die aber beide erst am Freitag veröffentlicht würden.

«Morgen wird die Presse und gleichzeitig die Mitglieder vom Grossen Rat mit der regierungsrätlichen Beantwortung der Einfachen Anfrage Dransfeld/Rüegg ‹Fragen zu Führung und Kommunikation› bedient. Zudem wird eine Medienmitteilung zur Übergangslösung im Thurgauer Veterinäramt publiziert», schreibt Schönholzer in einem E-Mail. Erst danach stehe er für Fragen zur Verfügung.

5 von 13 machen einen Abgang

Durch den Abgang des Amtschefs verschärft sich die Personalsituation im Thurgauer Veterinäramt weiter. Dieses ist seit dem Tierschutzfall Hefenhofen im öffentlichen Fokus, sollte reorganisiert und personell aufgestockt werden. Doch bereits vor Fuchs’ Kündigung haben 4 der 13 Mitarbeiter ihre Stelle beim Veterinäramt gekündigt. Gemäss gut unterrichteten Quellen soll der neue Amtschef, der erst im vergangenen Herbst seine Stelle antrat, der Anlass für die Abgänge gewesen sein. Der Umgangston sei ruppig geworden, das Arbeitsklima schlecht. Deshalb beschwerte sich die Belegschaft zuerst beim Personalamt, später auch beim Departementschef Schönholzer über den Führungsstil von Amtschef Fuchs.

Seit einigen Wochen begleitet nun ein externer Berater das Veterinäramt. Vor zwei Wochen sagte Schönholzer bezüglich Kündigung von Thomas Fuchs:

«Ich sehe diese herausfordernde Situation auch als Chance, um die Neuorganisation im Veterinäramt konsequent umzusetzen, Abläufe und Prozesse zu optimieren und das Amt in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.» 
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