«Der Charakter der Anlage soll erhalten bleiben»: Für die neue Badi Hüttwilen stehen drei Varianten zur Auswahl

Die Badi Hüttwilen bekommt eine neue Infrastruktur. Der Gemeinderat hat die Bevölkerung vor Ort über die Pläne informiert.

Evi Biedermann
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Architekt Thomas Metzler erläutert einem Besucher die Pläne für das Neubauprojekt in der Badi Hüttwilen.

Architekt Thomas Metzler erläutert einem Besucher die Pläne für das Neubauprojekt in der Badi Hüttwilen.

Bild: Reto Martin

Hüttwilen hat einen der schönsten Badeplätze im Kanton Thurgau. Lange Zeit galt die idyllisch gelegene Badi als Geheimtipp, doch dann kam Social Media, und vorbei war’s. Seither nehmen an schönen Wochenenden die Besucherströme zu.

Am Samstag allerdings war von der begehrten Idylle nichts zu spüren. Das Thermometer zeigte am Morgen acht Grad an, und nach einer verregneten Nacht pfiff einem auf der Badiwiese ein kalter Wind um die Ohren. Dennoch kamen insgesamt 65 Personen in die Badi, um sich über die geplante Erneuerung der Infrastruktur zu informieren.

Die Visualisierung zeigt die neuen Gebäude in der Badi Hüttwilen.

Die Visualisierung zeigt die neuen Gebäude in der Badi Hüttwilen.

Bild: PD/Bauatelier Metzler

Meinungen und Inputs aus dem Volk sind gefragt

Das Bauvorhaben war bereits an der Gemeindeversammlung im Dezember kommuniziert worden, und zwischenzeitlich hat das Frauenfelder Bauatelier Thomas Metzler im Rahmen eines budgetierten Vorprojekts drei Varianten für einen Neubau ausgearbeitet. Nun wolle man in einem ersten Schritt den Puls der Bevölkerung spüren, sagte Evelyne Hagen, zuständige Gemeinderätin. Eine weitere Präsentation erfolgt an der nächsten Gemeindeversammlung. Für die Weiterführung des Projekts seien die Meinungen und Inputs aus dem Volk wichtig.

Evelyne Hagen, Gemeinderätin Hüttwilen.

Evelyne Hagen, Gemeinderätin Hüttwilen.

Bild: Evi Biedermann
«Bevor wir das Projekt weiter vorantreiben, wollen wir sicher sein, dass die Bevölkerung hinter uns steht.»

Die drei Varianten beinhalten alle – wie auch die jetzige Anlage – ein Gebäude mit Kiosk und Garderoben sowie eines mit WCs und Duschen.Siesind grösser als die bestehenden, in Form und Farbe ist der Unterschied jedoch minim, was bewusst so gehalten wird. «Der Charakter der Anlage soll erhalten bleiben», sagt Hagen.

Bei zwei Varianten sind sowohl Innen- wie Aussenduschen vorgesehen, bei einer dritten lediglich Aussenduschen. Alle haben ein WC für Behinderte und einen separaten Bürobereich im Kioskgebäude, mit einem Fenster zum See. «Das wird die Sicherheit der Badegäste erhöhen», sagt Hagen.

Wünsche auf einem separatem Papier

Die jetzige Situation lässt vom Innern des Kiosks, wo die Pächter kochen und die Gäste bedienen, nur den Blick in den Park zu. Schnell stellte sich am Samstag ein Favorit heraus, denn die Besucher konnten mittels grüner Punkte werten. Klar in Führung liegt die «schmale» Variante, der Neubau ohne Innendusche. Auf einem separaten Papier konnten zudem Wünsche formuliert werden.

Auf einem Plakat konnten Besucher ihre Wünsche aufschreiben.

Auf einem Plakat konnten Besucher ihre Wünsche aufschreiben.

Bild: Reto Martin

Die Erneuerung der Infrastruktur sei längst fällig, sagen Evelyne Hagen und ihr Gemeinderatskollege Daniel Bauer. Die Holzbretter sind zum Teil morsch und faulen an manchen Stellen. Auch gibt es Probleme mit der Kanalisation und mit Mäusen. Zudem stehen die Bauten auf Torf, was eine Absenkung bewirkt.

«Aus diesen Gründen kam für uns eine Sanierung nicht in Frage.»

Der Neubau wird die Badi noch attraktiver machen, und wahrscheinlich noch mehr Besucher anlocken. Es könnte aber auch anders kommen, denn unabhängig davon, ob gebaut wird oder nicht, steht fest: Ab nächstem Jahr werden Parkgebühren erhoben. Auch eine Erhöhung des Eintrittspreises ist angedacht. Diese Einnahmen würden zu Gunsten des Neubauprojekts verbucht, sagt Hagen.

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