Der Bluescht ist da: Thurgau explodiert bunt

Nach Kirschen und Zwetschgen blühen jetzt auch die ersten Apfelbäume: Unsere Fotografen haben die Pracht eingefangen.

Ida Sandl
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Bluest in Salmsach.
13 Bilder
Rosa Traum in Steinebrunn.
Blühende Obstbäume in Neukirch-Egnach.
Bluest in Steinebrunn.
Löwenzahn in Müllheim.
Zarte Blüten in Salmsach.
Der Raps blüht zwischen Wigoltingen und Märstetten.
Löwenzahn in Lengwil-Oberhofen.
Ein Blütenmeer in Affeltrangen.
Die Abdeckungen hat der Wind von einem Feld bei Bussnang zu den Bluestbäumen geweht.
Ein blühender Birnbaum bei Affeltrangen.
Blütenwelt mit Kirchturm.
Frisch erblüht.

Bluest in Salmsach.

Reto Martin

Ein Wunder, das sich jeden Frühling wiederholt: Die Knospen der Obstbäume brechen auf und ziehen dem Thurgau ein weissrosa Blütenkleid über. Nie  − so scheint es − war der Bluescht schöner als dieses Jahr und noch nie haben wir ihn so sehnlich erwartet.

210'000 Hochstamm-Apfelbäume und 1600 Hektaren Obstkulturen verwandeln den Kanton in eine Märchenlandschaft. Schon ein kurzer Spaziergang oder eine kleine Velotour reichen, um die Augen im Blütenmeer baden zu lassen. Wegen der Ausgangsbeschränkungen ist dieses Jahr nicht sehr viel mehr möglich. Thurgau Tourismus hat deshalb Videos und Blütenfotos auf seiner Website aufgeschaltet und rät, «dream now – travel later». Denn Träumen ist jetzt schon erlaubt, fürs Reisen muss man sich noch etwas gedulden.

Telefon von «Madame Bluescht» läutet trotz allem

Trotzdem treibt der Bluescht die Menschen um. Geschäftsführer Rolf Müller ist erstaunt, wie viele Anrufe auf dem Blütentelefon eingehen. Deutlich weniger als in anderen Jahren zwar, aber doch «erstaunlich viele». Was gerade blühe, wollen die Anrufer von «Madame Bluescht» wissen und wo es am schönsten sei. Der Oberthurgau mit seinen Obstwiesen ist ein heisser Tipp. Wie verzaubert zeigt sich die Region um Häggenschwil-Winden bei Egnach oder auch der Altnauer Apfelweg mit Blick auf den Bodensee.

Die ersten, deren Knospen sich jeweils herauswagen, sind Aprikosen, Kirschen und Zwetschgen. Sie blühen im Thurgau bereits seit zwei Wochen. Die Birnen stehen ebenfalls in voller Bluescht und selbst das Schlusslicht, die Apfelbäume, zeigen schon ihre fragilen Blüten. Vorausgesetzt das sonnige Wetter bleibt stabil, dürfte uns die Pracht noch ein bis zwei Wochen erhalten bleiben.

In einem normalen Jahr würde Rolf Müller jetzt kräftig die Werbetrommel rühren, um möglichst viele Besucher in den Kanton zu locken. Doch angesichts der Coronakrise wäre dies der falsche Anreiz. Wie seine Kollegen in der Tourismusbranche muss auch er darauf warten, dass der Bundesrat weitere Lockerungen beschliesst. Müller sagt:

«Wir möchten unbedingt noch etwas vom Sommer mitnehmen»

Die Ankündigungen vom Donnerstag haben ihn enttäuscht. Die Tourismus- und Gastrobranche sei gerade mal «mit einem halben Satz» erwähnt worden. Müller hat zwar ein gewisses Verständnis für die Zurückhaltung, aber: «Wenn die Schliessungen noch lange dauern, wird ein Teil unserer Mitglieder das nicht überstehen.»

Bubble-Hotels sind schon jetzt gut gebucht

Einen kleinen touristischen Lichtblick gib es doch: Übernachtungen im Bubble-Hotel sind ab 1. Mai möglich. Das Bubble ist eine Thurgauer Spezialität. Es erinnert an eine grosse Seifenblase, rundum ist es durchsichtig und bietet daher freien Blick auf den Sternenhimmel. Die Bubbles stehen mitten im Grünen, auf dem Arenenberg und in der Kartause Ittingen. Müller sagt, sie seien schon zu 80 Prozent ausgebucht.