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Der Biograf des letzten Thurgauer Bundesrats

Der ehemalige Lehrer der Kantonsschule Rolf Soland befasste sich in seinem wichtigsten historischen Werk mit Bundesrat Heinrich Häberlin. Ein Nachruf.
Alois Krähenmann/ André Salathé
Rolf Soland (1949-2018). (Bild: PD)

Rolf Soland (1949-2018). (Bild: PD)

Würde Rolf Soland, der am 3. Dezember 2018 überraschend verstorben ist, sich selber etwas nachgerufen haben, so wäre es bestimmt Giacomo Leopardis Satz gewesen: «Die Himmelslichter stürzen, losgerissen, ins Meer, um in der Tiefe zu vergehn.» In diesem Satz sah er sein eigenes Schicksal beschrieben.

Geboren wurde er am 24. September 1949 als Sohn des Herrencoiffeurs von Wigoltingen. Von 1966 bis 1970 durchlief er das Lehrerseminar in Kreuzlingen. Als er eine Semesterarbeit von besonderer Qualität über den aus Berg stammenden adeligen Regierungsrat Johann Theodor von Thurn-Valsassina vorlegte, beschloss der Vorstand des Historischen Vereins des Kantons Thurgau, sie in seiner Schriftenreihe zu veröffentlichen.

Von 1975 bis 2012 unterrichtet

Damit war auch Rolf Soland selber klar, dass er Geschichte und deutsche Literaturwissenschaft studieren würde, was er von 1970 bis 1975 in Zürich tat. 1977 wurde er mit der sehr sorgfältigen Arbeit über den Thurgauer Regenerationspolitiker Joachim Leonz Eder promoviert. Von 1975 bis 2012 wirkte Soland zunächst als Hilfslehrer am Seminar und an der Kantonsschule Kreuzlingen, dann als Hauptlehrer für Geschichte und Deutsch an der Kantonsschule Romanshorn.

Eine seriöse Vorbereitung und Durchführung der Lektionen waren ihm stets ein Anliegen. Dabei ging er von der Bedeutung der Geschichte für die heutigen Ereignisse aus. Das machte den Unterricht bedeutsam und spannend. Fragen waren ihm wichtig, Antworten entstanden im Diskurs mit der aufmerksamen Schülerschaft; billige Lösungen akzeptierte er nicht. Soland kam bei seinen Schülern sehr gut an. Seine rhetorischen Fähigkeiten, seine Wissbegierigkeit und sein ansteckender Humor kamen ihm dabei sehr zustatten. Er hat seine Schülerinnen und Schüler gern gehabt, und er gestand einmal, gerade auch jene besonders zu mögen, die es wagten, über ihn Witze zu machen.

Über Regierungsrat und Bundesrat

Daneben verfasste eine respektable Anzahl ausgezeichnet recherchierter und geschriebener Bücher. Über den letzten Thurgauer Bundesrat Heinrich Häberlin publizierte er mehrere Kurzbiografien, bevor im NZZ-Verlag eine tiefschürfende grosse Studie über ihn erschien. 2011 folgte ein Buch über den Thurgauer Regierungsrat Johann Conrad Freyenmuth, der in den ersten 40 Jahren des jungen Kantons eine bedeutende Rolle gespielt hatte.

2014 publizierte er die grosse Studie über die Entstehung der beiden Kantonsschulen am See und die Geschichte der Kantonsschule Romanshorn insbesondere. Der etwas skurrile Titel «45 Jahre Kantonsschule Romanshorn» erhält jetzt, wo Rolf Soland vor dem 50-Jahr-Jubiläum gestorben ist, plötzlich seinen Sinn.

Unter Depressionen gelitten

Soland arbeitete sich aus bescheidenen Verhältnissen empor und war stolz darauf. Er konnte übersprühend witzig sein, gleichzeitig litt er unter Depressionen. Wenn die Thurgauer Geschichtswissenschaft ein so reiches und reifes Lebenswerk entgegennehmen durfte, so nicht zuletzt deshalb, weil Soland mit dem Schreiben die bösen Geister einigermassen in Schach zu halten verstand.

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