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Glarner Felslandschaften im Wöschhüüsli in Oberneunforn

Ab morgen stellt der Fotograf Fridolin Walcher im Wöschhüüsli in Oberneunforn unter dem Titel «Vertikale Ebenen» seine Bilder von Glarner Felslandschaften aus. Hierfür war er während Tagen alleine in den den Bergen unterwegs.
Therese Schurter
Der Fotograf Fridolin Walcher vor einem seiner grossformatigen Bilder. (Bild: Therese Schurter)

Der Fotograf Fridolin Walcher vor einem seiner grossformatigen Bilder. (Bild: Therese Schurter)

Fast zuhinterst im Linthtal, durch welches sich der gleichnamige Fluss schlängelt, links und rechts von steilen Bergwänden umgeben, hat sich der Fotograf Fridolin Walcher sein Atelier eingerichtet. Die grossen und hellen Räume in einem stillgelegten Fabrikgebäude aus Backstein, wo früher die Antriebsmaschinen einer Spinnerei standen, sind zu neuem Leben erwacht.

Der gelernte Primar- und Reallehrer sowie passionierte Bergsteiger und Skifahrer ist schon immer gern gereist. Er reist jedoch nicht um des Reisens Willen, sondern weil er an bestimmten Orten arbeiten will, ein Ziel hat. So hat er unter anderem in Südfrankreich Ziegen gehütet und Käse hergestellt, war in Nordschweden im Tourismus tätig, lebte ein Jahr in Senegal in Westafrika und hatte dabei immer seine Kamera dabei. «Ich begriff, dass man mit der Kamera die Welt entdecken kann», sagt Walcher.

Mit 20 Kilogramm Gepäck in den Bergen

Im Wöschhüüsli in Oberneunforn steht Walchers nächste Ausstellung bevor: ab morgen stellt er seine imposanten Fotografien der «Vertikalen Ebenen» zum Thema der Glarner Felslandschaften aus. Für diese Bilder war er während Tagen alleine in den Bergen unterwegs, teils ausgerüstet mit Pickel, Steigeisen und 20 Kilogramm (Foto-)Gepäck versuchte er die Lichtverhältnisse, Strukturen, Grauwerte und Farben des Felses einzufangen.

Wie kommt ein Mann wie Walcher auf die Idee, im kleinen Wöschhüüsli seine grossformatigen Bilder auszustellen? Gilg Stüssi, Mitglied der Kulturkommission Neunforn, hat Vorfahren im Glarnerland und verbringt seine Ferien oft in Linthal. Bei einer seiner Entdeckungstouren lernte er Fridolin Walcher kennen, der dort in der alten Spinnerei sein Atelier betreibt. Neu unter dem Namen «Linthpark – Glarus Süd» wird das Areal als Dienstleistungs- und Gewerbezentrum genutzt und mit Kunst und Kultur ergänzt.

Geboren 1951 und aufgewachsen in Braunwald, lebt der Künstler in Nidfurn im Kanton Glarus und ist seit 1991 freiberuflich tätig in der Fotografie für Kommunikation, Industrie und Ausstellungen. Seine Spezialität sind schwarz/weisse, analog aufgenommene Baryt- und Kohlepigmentprints in grossem Format. «Es ist eine Herausforderung, meine Impressionen im altehrwürdigen Wöschhüüsli zur Geltung bringen zu können.»

Der durch uns Menschen und Bewohner provozierte Wandel unseres Lebensraums zieht sich als roter Faden durch das Werk des Fotografen Fridolin Walcher. Die analogen schwarz/weiss Arbeiten der «Vertikalen Ebenen» 2010, welche im Wöschhüüsli hauptsächlich ausgestellt werden, möchte er in der Arbeit «Des Gletschers Kern» weiterführen.

Veränderung der Heimat durch den Klimawandel

Soeben ist er von einer vierwöchigen Reise durch Grönland zurückgekehrt. Zehn Tage Expeditionen bis 83 Grad in den obersten Winkel von Grönland standen auf dem Programm. Seine Aufgabe war, die Aussagen der Wissenschaftler mit emotionalen Bildern und Kunst zu unterstützen. Danach lebte er drei Wochen in einer der nördlichsten Siedlungen mit 400 Leuten und versuchte Teil ihres Alltagslebens zu sein. Mit diesen Bildern will er die veränderten Lebensbedingungen der Inuits, bedingt durch den Klimawandel aufzeigen, der Grönland in gleichem Masse trifft wie die Alpen.

Nun liegt es am Betrachter, die schier unendlichen Variationen der Berge wahrzunehmen. «Die Glarner», sagt er, «haben die Felswände ja nicht nur vor den Augen, sondern auch im Rücken. Wie Ahnen. Und so sind sie auch stärkend.» Sie versperren nicht einfach die Sicht, sie geben Rückendeckung, Halt. Auch davon erzählen Fridolin Walchers Bilder.

Öffnungszeiten

Die Vernissage findet morgen Freitag, 8. Juni, ab 18 Uhr statt. Anschliessend ist die Ausstellung jeweils am Samstag und Sonntag, 9. Juni bis 1. Juli, von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Am 1. Juli führt der Fotograf Fridolin Walcher persönlich durch die Ausstellung und beantwortet Fragen. (red)

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