Thurgauer Berufsschule fehlt eine Turnhalle - «Der Bedarf ist klar ausgewiesen»

Die Befürworter der Sporthallen des Bildungszentrums für Technik steigen in den Abstimmungskampf. Gegner sind aber keine in Sicht. Abgestimmt wird am 29. November.

Silvan Meile
Drucken
Teilen
BZT-Rektor René Strasser (links) und Paul Koch (Präsident Pro-Komitee) mit weiteren Befürwortern vor dem Modell des Bauprojekts, das in einem Wohnquartier zu stehen kommen soll.

BZT-Rektor René Strasser (links) und Paul Koch (Präsident Pro-Komitee) mit weiteren Befürwortern vor dem Modell des Bauprojekts, das in einem Wohnquartier zu stehen kommen soll.

Bild: Donato Caspari

Paul Koch geht mit viel Rückenwind ins Rennen. Der SVP-Kantonsrat aus Oberneunforn ist Präsident des Pro-Komitees für ein Ja zur kantonalen Schulsporthalle am Bildungszentrum für Technik in Frauenfeld. Am 29. November stimmen die Thurgauer über den 13,65-Millionen-Bau ab, der zwei Turnhallen übereinander vorsieht. Widerstand ist bisher nicht auszumachen. Koch sagt:

«Es ist ein stimmiges Projekt mit wenig Landverbrauch.»
Paul Koch, Präsident des Ja-Komitees.

Paul Koch, Präsident des Ja-Komitees.

Bild: Donato Caspari

Am Bildungszentrum für Technik hat er am Mittwoch das Projekt mit Mitgliedern seines Komitees vorgestellt. «Die Jugendlichen haben Anspruch auf angemessene Räume für ihren Schulsport.» Unter anderem hat Koch den Gewerbeverband mit im Team der Befürworter. Auch der Standort im Frauenfelder Quartier Oberwiesen sei optimal. Von der Berufsschule wie auch vom Bahnhof ist er in wenigen Gehminuten erreichbar.

Keine Halle für Events

78 Klassen mit 1100 hauptsächlich männlichen Jugendlichen drücken die Schulbank am Bildungszentrum für Technik (BZT). Es sind Lehrlinge aus 16 technischen Berufen, wie beispielsweise Elektroinstallateur oder Polymechaniker. Der Schulsport ist für sie obligatorisch. 102 Sportlektionen fallen wöchentlich an. Doch dem Bildungszentrum fehlt eine eigene Turnhalle.

Derzeit finde der Sportunterricht in der alten Militärsporthalle und in einer Turnhalle der Kantonsschule statt, erklärt René Strasser, Rektor am BZT. Doch die Zukunft der Halle der Armee beim Auenfeld ist ungewiss. «Das Militär hat angekündigt, die Militärsporthalle abzubrechen, und es hat bereits während der Coronapandemie bis auf weiteres Eigenbedarf angemeldet», heisst es in der Botschaft des Regierungsrates zu dieser Volksabstimmung. Strasser sagt:

«Der Bedarf an zwei Schulsporthallen ist für unser Bildungszentrum klar vorhanden und ausgewiesen.»
René Strasser, Rektor BZT

René Strasser, Rektor BZT

Bild: Donato Caspari

Profitieren könnten auch Frauenfelder Vereine. Sie sollen sich in die Hallen der Berufsschule einmieten können. Das sei ein grosses Bedürfnis, sagt Strasser. Eine Infrastruktur für Events werde aber nicht angeschafft.

«Die Halle wird nicht eingerichtet für Unterhaltungen.»

Denn sie ist einem Wohnquartier geplant. Ausserdem sind nur 13 Parkplätze vorgesehen. Deshalb sollen in ihr auch keine grösseren Sportwettkämpfe ausgetragen werden.

Mit «Käferholz» aus dem Staatswald

Paul Koch steht nicht nur dem Ja-Komitee vor, er ist auch Präsident von Lignum Ost, dem Dachverband der Holzbranche. Deshalb muss es ihm besonders gefallen, dass die Turnhallen, wie auch der Erweiterungsbau des Regierungsgebäudes, aus grossen Teilen mit Holz gebaut werden. Dafür werde «Käferholz» aus dem Staatswald eingesetzt, sagt er. Auch dieses Jahr hat der Borkenkäfer im Thurgau gewütet.

Bisher sind keine Hürden in Sicht, die Koch und seinen Mitstreitern bis zur kantonalen Volksabstimmung im Weg stehen. Ein Abstimmungskampf deutet sich nicht an. Im Gegenteil: Sämtliche im Thurgauer Grossen Rat vertretene Parteien sprachen sich klar für das Projekt aus. Alle anerkennen den Bedarf der Berufsschulturnhalle als unbestritten, ein Gegenkomitee hat sich zumindest bisher nicht formiert. Im Kantonsparlament hätte der Zuspruch nicht deutlicher sein können: 119 Ja, 0 Nein. Der Zeitplan sieht vor, dass die Sporthallen Anfang 2023 in Betrieb genommen werden können.