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Frauenfeld: Der Balieresteg kann ins Geld gehen

Das Ende eines Velo-Fahrverbots.
Mathias Frei
Derzeit noch verboten: die Fahrt mit dem Velo auf dem Balieresteg. (Bild: Andrea Stalder)

Derzeit noch verboten: die Fahrt mit dem Velo auf dem Balieresteg. (Bild: Andrea Stalder)

Es ist unmissverständlich, das runde Schild, weiss, rot umrandet. Es schreit einen an: «Verbot, Verbot.» Man zeigt ihm den Mittelfinger – und fährt weiter. Macht 30 Franken. Bitte schön. «Allgemeines Fahrverbot in beiden Richtungen» heisst es in der Signalisationsverordnung des Bundes. Im Anhang 2 findet man das Signal unter der Ziffer 2.01.

Auf dem Balieresteg zwischen Metzger- und Balierestrasse gilt 2.01. «Allgemeines Fahrverbot in beiden Richtungen». Okay, dass Autos hier nicht drüber dürfen, ist verständlich. Aber das ist auch ein Velo-Fahrverbot. Also eigentlich darf man nicht mit dem Velo über den Balieresteg fahren. Obwohl das jeden Tag eine stattliche Zahl von Velofahrern nicht interessiert, die auf dem 2,50 Meter breiten Steg in die Pedale treten. Zum Glück steht da keiner, der Bussen verteilt. Denn laut Mario Christen, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau, beträgt die Ordnungsbusse bei «Nicht-Beachten Allgemeines Fahrverbots» (OB-Ziffer 611.1) genau 30 Franken. Spielt aber keine Rolle, ob man auf dem Göppel pedalt oder auf dem Oldie-Traktor aufs Gas drückt. So oder so: Da liessen sich täglich ein paar hundert Franken an Bussgeldern verdienen. «Fahrverbotskontrollen werden im Rahmen der Patrouillentätigkeit durchgeführt oder gezielt, falls entsprechende Hinweise aus der Bevölkerung eingehen», sagt Christen dazu. Und wer erwischt wird, kann trotzdem noch hoffen: «Die Polizistinnen und Polizisten verfügen bei Übertretungen im Ordnungsbussenverfahren über einen Ermessensspielraum.» Vielleicht kommt man also um eine Busse herum, vielleicht auch nicht.

"Spielt aber keine Rolle, ob man auf dem Göppel pedalt oder auf dem Oldie-Traktor aufs Gas drückt."

Zum Glück sind die Zeiten der alltäglichen Illegalität bei Velofahrern bald vorbei. Der Balieresteg soll geöffnet werden für Velofahrer. Eine entsprechende Verkehrsanordnung ist bis Mitte Mai beim städtischen Amt für Tiefbau und Verkehr öffentlich aufgelegen. Mittlerweile ist auch die Frist für Rechtsmittel verstrichen. Das heisst: Statt «Allgemeines Fahrverbot» gilt in naher Zukunft «Fussweg» (2.61) mit dem Zusatz «Fahrrad gestattet». Das heisst: Velofahren ist erlaubt, aber Fussgänger haben Vortritt. Ein spurgetrennter Fuss- und Radweg ist eben nicht möglich, weil der Steg dafür zu schmal ist.

Beat Luchsinger von der städtischen Fachstelle für Fuss- und Veloverkehr rechnet damit, dass diesen Sommer umsignalisiert wird. Sobald die Schilder installiert sind, wird illegal legal. Aber aufgepasst: Gilt nur für Velos. Bei E-Bikes wird es kompliziert. Nur bis 0,5 Kilowatt Motorleistung und 20 km/h Höchstgeschwindigkeit ist ein E-Bike dem Velo gleichgestellt. In diesem Fall darf man mit eingeschaltetem Motor auf dem Balieresteg fahren. Bei stärkeren E-Bikes muss der Motor aus sein, man darf nur mit reiner Muskelkraft passieren. Dies erklärt Christen von der Kapo.

"Nur bis 0,5 Kilowatt Motorleistung und 20 km/h Höchstgeschwindigkeit ist ein E-Bike dem Velo gleichgestellt."

Die Umsignalisation des Balierestegs für Velofahrer gehört in einen Reigen von Massnahmen, die dem Langsamverkehr in Frauenfeld zugutekommen, wie Luchsinger von der Fuss- und Veloverkehr-Fachstelle erklärt. Mit der Balieresteg-Öffnung lagen auch die Öffnungen von Einbahnen im Bereich der Kehlhof-, Hofwiesen- und Wiesenstrasse für den Veloverkehr auf. Wie Luchsinger erklärt, hat der Bund den Gemeinden vorgegeben, bis ins Jahr 2020 Einbahn-Verkehrsregimes nach Möglichkeit für den Veloverkehr zu öffnen. «Im Rahmen unserer Möglichkeiten sind wir stets bemüht, sowohl dem motorisierten Individualverkehr als auch dem Fuss- und Veloverkehr sowie dem ÖV optimale Rahmenbedingungen zu bieten», sagt Beat Luchsinger.

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