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Der Apfel ist im Thurgau auf dem absteigenden Ast

In der Thurgauer Landwirtschaft nimmt die Zahl der Biobetriebe stark zu. Auch steigt die Nachfrage nach regionalem Gemüse und Beeren. Einen deutlichen Rückgang verzeichnen die Anbauflächen von Äpfeln.
Silvan Meile
Apfelbäume bei Neukirch mit Sicht auf den Bodensee .

Apfelbäume bei Neukirch mit Sicht auf den Bodensee .

Die Bio-Bauernbetriebe sind weiterhin auf dem Vormarsch. 315 Thurgauer Höfe produzierten im vergangenen Jahr nach den Richtlinien des biologischen Landbaus. «Das sind sieben Prozent mehr als 2016, womit das Wachstum deutlich stärker ausfiel, als den Jahren zuvor», hält die kantonale Dienststelle Statistik in einer Mitteilung fest. Das habe vor allem mit einem veränderten Kundenverhalten zu tun, sagt Ueli Bleiker, Leiter des Thurgauer Landwirtschaftsamtes. Der Konsument sei zunehmend bereit, einen Mehrpreis für biologische Produkte zu zahlen. Vermehrt nähmen deshalb Thurgauer Bauern entsprechende Mehraufwände und Mehrkosten in der Produktion in Kauf, was sich schliesslich auszahle.

Das Markenzeichen verliert Flächenanteile

Auch zeige sich, dass in der Gesellschaft die Nachfrage nach regionalen und saisonalen Produkten steigt, sagt Bleiker. Das wiederum verdeutliche die zunehmende Bedeutung von Spezialkulturen wie Gemüse, Obst und Beeren in der Thurgauer Landwirtschaft.

Die entsprechenden Anbauflächen dehnten sich seit dem Jahr 2000 laufend aus. «Die Kulturen sind vielfältiger geworden», stellt Bleiker fest. Auf dem absteigenden Ast ist hingegen das Markenzeichen Mostindiens. «Die wichtigste Spezialkultur im Thurgau, die Äpfel, hatten im Jahr 2000 einen Flächenanteil von rund 60 Prozent. 2017 betrug er nur noch gut 40 Prozent», schreibt die Dienststelle für Statistik. Wieder angestiegen ist die Gesamtsumme der Direktzahlungen, die in den Thurgau fliessen. Mit der Agrarpolitik 2014-2017 wurde die Direktzahlungsverordnung grundlegend überarbeitet. Das führte zu Einbussen im Thurgau. 2013 belief sich hier der Anteil dieser Fördergelder auf 115 Millionen Franken. Ein Jahr später waren es noch 104 Millionen, die in den Thurgau überwiesen wurden. Diese Situation hat sich wieder entspannt. 2017 weist der Thurgauer Direktzahlungs-Saldo nun 109,8 Millionen Franken auf, wie der statistischen Mitteilung zu entnehmen ist. Ueli Bleiker sieht die Gründe für diesen Anstieg hauptsächlich in der Marktausrichtung und der Unternehmensstrategie: «Die Thurgauer Landwirtschaft hat sich angepasst und engagiert sich noch stärker in den Bereichen Biolandbau, Ressourcenschutz, Biodiversität und Tierwohl.» Solche Aspekte werden vermehrt mit Beiträgen abgegolten.

Zwar nimmt das Bauernsterben weiter seinen Lauf. Doch es war auch schon drastischer. Noch immer wird die Hälfte des Thurgauer Kantonsgebiets von Bauern bewirtschaftet. Die kantonale Dienststelle für Statistik kategorisiert für das vergangene Jahr 49403 Hektaren landwirtschaftliche Nutzfläche. «Damit hat sie erstmals seit fast zehn Jahren nicht mehr weiter abgenommen», schreibt die Dienststelle in ihrer Mitteilung. Trotzdem ist die Anzahl Bauernbetriebe im Thurgau, wie generell in der Schweiz, weiterhin rückläufig. 41 Höfe gingen 2017 im Kanton ein. Gleichzeitig werden die landwirtschaftlichen Nutzflächen der verbleibenden 2569 Thurgauer Bauernbetriebe im Schnitt laufend grösser.

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