Präsident der Aadorfer Kläranlage kontert Kritik an Auftragsvergabe

Der Abwasserzweckverband Lützelmurgtal habe Aufträge nicht sauber vergeben, behauptet ein Delegierter. Der Präsident widerspricht.

Olaf Kühne
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Die ARA Lützelmurgtal in Aadorf. Über ihren Ausbau befinden die Stimmbürger von Aadorf, Eschlikon und Bichelsee-Balterswil am 25. November. (Bild: Olaf Kühne)

Die ARA Lützelmurgtal in Aadorf. Über ihren Ausbau befinden die Stimmbürger von Aadorf, Eschlikon und Bichelsee-Balterswil am 25. November. (Bild: Olaf Kühne)

August Sidler lässt kein gutes Haar an der Betriebskommission des Abwasserzweckverbandes Lützelmurgtal. Zwar ist der einstige Präsident der SVP Aadorf selber einer der 35 Delegierten des Verbandes, doch Sidler stört sich daran, dass die Betriebskommission, sprich die Geschäftsleitung, «sich einer gesetzesüblichen Aufgabenteilung widersetzt.»

Konkret moniert Sidler, dass der Aktuar der Kommission gleichzeitig Geschäftsleitungsmitglied eines Ingenieurunternehmens ist, welches schon wiederholt Aufträge vom Abwasserzweckverband erhalten hat und aktuell auch für die Fachplanung des Erweiterungsbaus der Kläranlage verantwortlich zeichnet, über welchen die Stimmbürger von Aadorf, Bichelsee-Balterswil und Eschlikon am 25. November befinden.

«Der Aktuar hat bei Sitzungen über die Auftragsvergabe jeweils das Sitzungszimmer verlassen müssen.»

«Der Antrag der Delegiertenversammlung für das Kreditbegehren von 15,9 Millionen Franken trägt die Unterschriften vom Präsident des Zweckverbandes , Bruno Lüscher, Aadorf und vom Auftragnehmer für die Fachplanung», kritisiert Sidler in einem Leserbrief in der Lokalzeitung «Regi Die Neue». Dabei gelte es zu hinterfragen, «welche Interessen die Gemeindepräsidenten von Aadorf, Bichelsee-Balterswil und Eschlikon, die den grössten Teil des Einzugsgebietes der Kläranlage abdecken, vertreten. Von Amtes wegen müsste ihnen eigentlich bekannt sein, was unter Befangenheit in einer Behörde oder Kommission zu verstehen ist.»

Situation beim Kanton abgeklärt

In der gestrigen Ausgabe des «Landboten» widerspricht der Präsident der Betriebskommission, Bruno Lüscher, den Vorwürfen vehement. Der Aadorfer alt Gemeindeammann sagt: «Wir haben die Situation mit der kantonalen Submissionsfachstelle abgeklärt.» Zwar lägen die Aufträge an das Ingenieurunternehmen eigentlich über dem Grenzwert für eine Direktvergabe. Doch die Thurgauer Submissionsverordnung lasse gewisse Ausnahmen zu. Zudem seien die Aufträge zwar direkt durch die Kommission vergeben, anschliessend aber auch im Thurgauer Amtsblatt veröffentlicht worden. ««Jede Firma, auch die fragliche, musste eine Offerte einreichen», sagt Lüscher hierzu.

Vor allem aber habe der Aktuar bei Sitzungen über die Auftragsvergabe jeweils das Sitzungszimmer verlassen müssen, dies sei protokolliert. Weiter gibt Lüscher zu bedenken, dass in einer Betriebskommission einer ARA mehrheitlich keine Experten sitzen. «Jeder Fachverband muss mit einem Fachplaner zusammenarbeiten.» Wenn dies längerfristig die selbe Person sei, sei das gut.

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