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Der Aadorfer Patrick Wieser wird Zweiter beim Zermatt Marathon

Der Thurgauer Marathonläufer überzeugte in Zermatt. Es war eine Leistung, die besonders hoch einzuschätzen ist, weil der Kantonspolizist wochenlang verletzungsbedingt ausgefallen war.
Peter Birrer
Patrick Wieser schafft es im Aufstieg gar noch, dem Fotografen zuzuwinken. (Bild: Peter Birrer)

Patrick Wieser schafft es im Aufstieg gar noch, dem Fotografen zuzuwinken. (Bild: Peter Birrer)

Der Zermatt Marathon und ­Patrick Wieser - das passt vor­züglich. Drei Mal schon gewann der Thurgauer aus Aadorf den Lauf «Am schönsten Berg der Welt», wie er von den Organi­satoren auf Plakaten angepriesen wird. Beim Triumph 2016 gelang ihm mit 3:06:58,4 Stunden gar seine Bestzeit. Und 2018? Schaute er sich die Liste seiner Kon­kurrenten an und befand: «Wenn ich mit einem Podestplatz abschliesse, kann ich sehr zufrieden sein.»

Gegen den Sieger war nichts auszurichten

Dann kam dieser Samstag, Wieser lief - und schaffte es, als Zweiter ins Ziel. Und er brauchte sich am Ende nicht darüber zu ärgern, dass es nicht zum vierten Sieg gereicht hatte. Robbie Simpson benötigte lediglich 3:00:39,8 Stunden, um die 42.195 Kilometer zu bewältigen.

Der Weltklasseathlet aus der Nähe von Aberdeen in Schottland distanziert seinen ersten Verfolger um mehr als eine Viertelstunde. «Gegen Robbie war heute nichts auszurichten», sagt Wieser, der auf eine Zeit von 3:16.04 Stunden kam und doch bilanzieren konnte: «Ich habe das Maximum herausgeholt.»

Eine Verletzung war ihn zurück

Es ist in der Tat eine bemerkenswerte Leistung des bald 39-Jährigen, weil ihn - wieder einmal - eine Verletzung in der Vorbereitung zurückwarf. Begonnen hatte das Jahr noch erfolgreich, als Wieser in Schlieren den Marathon in der Nacht auf Neujahr bestritt und «in Jahresweltbestzeit» gewann, wie er schmunzelnd bemerkt.

Der Rippenbruch im Februar

Am 7. Februar zog er sich im Training aber einen Rippenbruch zu und musste eine fast siebenwöchige Zwangspause einlegen. Das wettkampfmässige Comeback konnte er erst am 12. Mai beim GP in Bern geben.

Mitte Juni holte er sich mit dem Sieg beim LGT-Marathon in Liechtenstein ein gutes Gefühl für Zermatt - und an diesem 7. Juli erhielt er die Bestätigung, dass sein Formaufbau doch stimmte.

Tempo mitgehen wäre mir zum Verhängnis geworden

Am Samstag merkte er bei ­Kilometer 8, dass es klüger sein würde, nicht den Versuch zu unternehmen, Simpsons Tempo zu folgen. «Ich wusste ja, was mich danach erwarten würde», sagte Wieser, «es wäre mir so gut wie sicher zum Verhäng­nis geworden, wenn ich gemeint ­hätte, Simpson auf Augen- höhe begegnen zu können.»

Also ging er taktisch vor, passierte ­Zermatt an dritter Position und schob sich dann am Kenianer Isaac ­Kosgei vorbei. Allerdings: Ganz ohne Baisse verlief der Rest des Rennens nicht. «Jeder muss ­irgendwann einmal leiden», ­sagte Wieser. Ihn er­wischte es nach dem Riffelberg, als es – quasi als Dessert – auf den letzten drei Kilometern noch einmal heftig aufwärts ging.

Resultat motiviert, so weiter zu machen

Und doch: Einholen liess er sich bei seiner achten Teilnahme in Zermatt nicht mehr. Er rettete fast zweieinhalb Minuten Vorsprung auf den Neuseeländer Vajin Armstrong ins Ziel.

«Es war ein hervorragender Tag für mich», sagte er und erzählte, wie beim Aufstieg Richtung S­­unnegga beim Anblick des majestätischen Matterhorns Glücksgefühle in ihm aufkamen: «Es gab Momente, in denen mir durch den Kopf schoss: Wow! Cool! Es muss wirklich der schönste, faszinierendste Berg der Welt sein.» Und: «Wenn ein Wettkampf so gut gelingt, ist das ein Lohn für den Aufwand, der nötig ist, um aufs Podest zu laufen. Es motiviert, die Trainingsarbeit nicht zu vernachlässigen.»

Am 40. Geburtstag wird das Matterhorn bestiegen

Am 8. September wartet die nächste Herausforderung auf den passionierten Imker. Wieser geht in Interlaken an den Start, um den Jungfrau-Marathon zu bestreiten.

Und in der Agenda 2019 steht jetzt schon, dass er zweimal nach Zermatt zurückkehrt: einmal für den Lauf - und am 10. August wieder. Zu seinem 40. Geburtstag macht er sich selber ein Geschenk und wird das Matterhorn besteigen.

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