Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Denkmalpflege im Thurgau: Schönheit kommt von innen

Was fast allen Augen verborgen bleibt, zeigt die Thurgauer Denkmalpflege in ihrem neuen Band «Innere Werte»: Beispiele prachtvoller Ausstattungen in historischen Häusern.
Dieter Langhart
Wohnhaus «Zum Buchenberg», Sulgen (Götighofen). (Bild: Lukas Fleischer)

Wohnhaus «Zum Buchenberg», Sulgen (Götighofen). (Bild: Lukas Fleischer)

Schön, stehen noch schöne alte Häuser im Thurgau. Schön, dass ihre Besitzer zu ihnen schauen – denn das kann schön ins Geld gehen. Schön, dass die Denkmalpflege des Kantons Thurgau ihnen beratend zur Seite steht. Und schön kommt ihr zwanzigster Band daher, reich bebildert, fundiert geschrieben und gar nicht staubig trocken, wie man das vielleicht erwarten könnte.

Auf dem Umschlag prangt eine Blumentapete aus dem aussen schlichten Wohnhaus «Zum Buchenberg» in Götighofen; weitere Details werden hinten im Buch gezeigt. Die Bildstrecke stellt Vergangenes und Gegenwärtiges vor aus zwölf bemerkenswerten bis wertvollen Gebäuden: vom Schloss Bachtobel in Weinfelden über die Komturei Tobel und die Villa Raichle in Kreuzlingen bis zu einem Wochenendhaus in Mammern aus den 30er-Jahren oder das Café Rhyhof in Frauenfeld.

Schutz von beweglichem Mobiliar ist anspruchsvoll

Innenräume sind insbesondere bei privaten Wohnbauten kaum öffentlich zugänglich. Dennoch können sie in besonderen Fällen einen Teil eines geschützten Denkmals darstellen, schreibt Denkmalpflegerin Bettina Hedinger einleitend. Während der Schutz der fest eingebauten wertvollen Einrichtung meist unbestritten sei, «sind Fragen rund um den Schutz von beweglichem Mobiliar anspruchsvoller und sensibler». Schön, dass das Buch solche Einblicke gewährt und ausgewählte Aspekte beleuchtet.

Von der «Täferbegeisterung» berichtet Leza Dosch in ihrem Beitrag «Albert Knoepfli und der Umgang mit historischen Zimmern». Um 1900 wurden Zimmer aus Bürger- und Herrschaftshäusern ausgebaut und andernorts wieder eingebaut, etwa im Landesmuseum in Zürich.

Das Kloster Tänikon wird zerschnitten und geplündert

Auch das ehemalige Kloster Tänikon litt unter dem Kulturkampf nach 1848. Der Thurgau nahm es in Staatsbesitz, verkaufte es an Investoren; 1968 gelangte es an den Bund und wurde zur Forschungsanstalt. Bereits 1853 war die Strasse Ettenhausen-Guntershausen mitten durch den Kreuzgang des Klosters geschlagen worden, und Besitzer Jacques von Planta zügelte 1892 das Renaissancetäfer vom verschont gebliebenen Zimmer des Beichtvaters in seine Bibliothek.

Doch selbst das Schloss Frauenfeld stand einst zur Disposition. Durch Kauf rettete es Oberrichter Johann Jakob Bachmann aus Stettfurt 1867 vor dem Abbruch. Denkmalpfleger Albert Knoepfli liess es 1958 renovieren; durch die Präsentation der bestehenden Räume und den Einbau «fremder» historischer Zimmer und Bauteile wurde es zu einem Wohnmuseum.

Schätze in den alten Bauernstuben

Felicitas Meile, Inventarisatorin im Amt für Denkmalpflege, widmet sich der für unsern Kanton so charakteristischen Bauernstube. Welch Schätze sind in Fachwerkbauten verborgen, Zeugnisse alter Handwerkskunst: Bohlenbalkendecken und Turmöfen, Buffets mit Anrichten, Einbauschränke mit Uhrenkästen.

Das schöne Buch ergänzen ein Blick in die Inventarisation und Beiträge zu den 2017 abgeschlossenen Restaurierungen.

Hinweis: Innere Werte. Historische Ausstattungen im Denkmal. Denkmalpflege im Thurgau, Band 20, Hrsg. Amt für Denkmalpflege. Schwabe 2018, 151 S., Fr. 48.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.