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Gemeindepräsidium Wagenhausen: Jetzt muss ein Junger ran

Mit Augenmass und gesundem Bauchgefühl habe er die Gemeinde Wagenhausen die vergangenen zwölf Jahre geführt, sagt Gemeindepräsident Harry Müller. Auf Ende Amtsjahr ist nun aber Schluss mit Politik.
Margrith Pfister-Kübler
Harry Müller tritt nicht nochmals an zur Wiederwahl als Gemeindepräsident von Wagenhausen. (Bild: Reto Martin)

Harry Müller tritt nicht nochmals an zur Wiederwahl als Gemeindepräsident von Wagenhausen. (Bild: Reto Martin)

Harry Müller wirkt wie ein Fels in der Brandung. Mit einem 35-Prozent-Amt – dies ist die amtliche Version– hat er die Zügel in der Hand für die Politische Gemeinde Wagenhausen. Die restliche Zeit bleibt für sein Unternehmen Müller + Partner AG, Architekten und Planung. In der Firma hat er als Inhaber bereits diverse Leitungsfunktionen abgegeben. Er werde sein Wissen in der Gesellschaft und seinem Unternehmern weiterhin einsetzen, zum Beispiel als VR-Präsident.

«Früher spielte ich Trompete»

Harry Müller, Vater von drei Töchtern, weiss, wie der Hase läuft. Und Wagenhausen und die Region liegen ihm am Herzen. Doch weshalb aufhören als Gemeindepräsident? «Ich habe mich immer für die Öffentlichkeit engagiert, in Vereinen, im Militär und bei den Pontonieren. Wo man lebt, da muss man sich einsetzen, und das mache ich sehr gerne», sagt er und verrät, dass er früher Trompete gespielt hat. «Heute spielt meine Frau Heidi Klarinette in der Stadtmusik Stein am Rhein.» Doch man müsse in der Politik rechtzeitig den Weg für Jüngere frei machen. Er blickt stolz auf Wagenhausen, denn in der Gemeinde ging es immer aufwärts. «Als Unternehmer mit einem grossen Geschäftsfeld muss man als nebenamtlicher Gemeindepräsident klare Trennlinien ziehen, um nicht dem Vorwurf ausgeliefert zu werden, ein Dorfkönig zu sein.»

«Als Unternehmer mit einem grossen Geschäftsfeld muss man als nebenamtlicher Gemeindepräsident klare Trennlinien ziehen, um nicht dem Vorwurf ausgeliefert zu werden, ein Dorfkönig zu sein.»
Harry Müller, Gemeindepräsident Wagenhausen

Ein Gemeindepräsidium im Nebenamt zu führen, das werde immer schwieriger. Darin sieht er auch einen Grund für die aktuell vielen Wechsel bei seinen Amtskollegen. Als Harry Müller 45 Jahre alt war, wurde er für die Behördentätigkeit angefragt. «Nur bereichernd», so benotet er die Jahre in der Behörde mit allen Hochs und Tiefs. Politisieren mit Augenmass und gesundem Bauchgefühl, lautet sein Rezept. Müller ist überzeugt, dass die Zusammenarbeit mit dem Kanton Schaffhausen und der deutschen Nachbarschaft den Horizont erweitert. Er freut sich, dass er die Gemeinde während 16 Jahren mitgestalten durfte, davon die ersten vier als Gemeinderat. Immer wieder lerne er dabei interessante Menschen kennen. Mit seinen klaren Positionen sei er da und dort auch mal ins Fettnäpfchen getreten. «Doch Harmonie ist mir schon wichtig. Auf Konfrontation lässt sich nichts Positives aufbauen.» Schon im Elternhaus habe man ihm beigebracht, dass man auch mal eines «auf den Deckel» bekomme und dies auszuhalten habe.

Roland Tuchschmid. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Roland Tuchschmid. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Einen Herzenswunsch zum Abschied per Ende Amtsjahr im Mai 2019? «Es muss die Gemeindeautonomie gestärkt werden. Und alles dafür getan werden, dass der Föderalismus nicht kaputt geht», sagt Harry Müller.

Landwirt aus Rheinklingen kandidiert

Roland Tuchschmid kandidiert an den Gesamterneuerungswahlen 2019 für das Gemeindepräsidium in Wagenhausen. Seit fünf Jahren ist er im Amt als Gemeinderat Finanzen. Er ist Mitglied der SVP. Schon Harry Müller war zuerst Gemeinderat und übernahm das Präsidium als Nachfolger von René Gisler. «Unsere Behörde läuft wie ein Uhrwerk. Mir ist es wichtig, dass alles geordnet weitergeht», sagt Roland Tuchschmid. Wagenhausen setzt auf bewährte Kräfte. Ob noch weitere Anwärter antreten werden, steht derzeit in den Sternen. Tuchschmid ist Jahrgang 1965, Landwirt mit Meisterprüfung, 60 Prozent im Aussendienst für Tierfütterung tätig, betreibt eine Lohnbrennerei und Hobbylandwirtschaft mit Swiss Label. Er ist verheiratet, Vater von drei Töchtern und wohnt in Rheinklingen. (kü)

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