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Den Berg hoch Richtung Tokio: Patrik Wägeli siegt in Steckborn und will an die Olympischen Spielen

Ein Favoritensieg, zwei Streckenrekorde und optimales Wettkampfwetter: Das war der diesjährige Berglauf. Und wer auch die Aussicht geniessen wollte, ging auf die Nordic-Walking-Strecke.
Thomas Güntert
Am Samstagnachmittag auf dem Weg zum Streckenrekord: Patrik Wägeli am Steckborner Berglauf. (Bild: Thomas Güntert)

Am Samstagnachmittag auf dem Weg zum Streckenrekord: Patrik Wägeli am Steckborner Berglauf. (Bild: Thomas Güntert)

Der 28-jährige Patrik Wägeli wurde beim Steckborner Berglauf seiner Favoritenrolle gerecht und unterbot bei seinem Start-Ziel Sieg in einer Zeit von 30 Minuten 28 Sekunden den letztjährigen Streckenrekord des Langstreckenläufers Fabe Downs um 40 Sekunden. Der Bauer und Marathon-Halbprofi aus Nussbaumen lief alle in Grund und Boden. Der Zweitplatzierte, Michael Kovermann aus Meersburg, hatte einen Rückstand von über anderthalb Minuten, und der Drittplatzierte, Carsten Brod aus Konstanz, verlor rund zweieinhalb Minuten.

Von der Schulklasse bis zum Halbprofi

Berglauf Männer: 1. Patrik Wägeli, Nussbaumen, 30:28; 2. Michael Kovermann, Meersburg, 32:01; 3. Carsten Brod, Konstanz, 32:55; 4. Marcelos Santos, Wigoltingen, 34:20; 5. Beda Aepli, Bernhardzell, 34:42. Berglauf Frauen: 1. Luzia Schmid, Homburg, 37:34; 2. Jutta Brod, Konstanz, 38:52; 3. Nadja Abt Gürber, Herdern, 40:04. Bike Männer: 1. Ramon Bechter, Schaffhausen, 24:54; 2. Sandro Muhl, Schaffhausen, 25:28; 3. Timon Riedi, Osterfingen, 27:16. Bike Frauen: Bernadette Kehl, Steckborn, 43:16. Sieger Bike-Plausch: Maurice und Celine Fehlmann, Steckborn. Gewinner Schülerläufe U 16: Dario Machado und Soraya Engel, Steckborn. Schüler/innen U 14: Mike Rechberger, Pfyn und Catrina Zollinger, Steckborn. Schüler/innen U12: Jonas Vogel, Steckborn und Mia Iseli, Dettighofen. Schüler/innen U 10: Janis Braun, Steckborn und Nora Rechberger, Pfyn. (gün)

www.berglauf-steckborn.ch

Schnellste Frau war die Lokalmatadorin Luzia Schmid aus Homburg mit einer Zeit von 37 Minuten 34 Sekunden. Insgesamt gingen 83 Männer und 23 Frauen die Herausforderungen des Berglaufs an. Die Strecke führte vom Hubschulhaus Steckborn zum Haidenhaus, wobei 8,2 Kilometer und 325 Höhenmeter zurückgelegt werden mussten.

Nächstes Jahr gibt es für alle Teilnehmer eine Medaille

«Wir hatten unheimlich Schwein mit dem Wetter», sagte OK-Präsident Moritz Eggenberger. Die Läufer fanden nahezu optimale Bedingungen vor, und der Regen kam erst kurz nach dem Hauptlauf. Zuvor wurden im Startbereich mit über 90 Kids verschiedene Kinder- und Jugendläufe durchgeführt. Die drei Schulklassen mit den meisten Teilnehmern durften sich über einen Zustupf von jeweils 200 Franken für die Klassenklasse freuen. Der OK Chef gestand allerdings einen Fauxpas ein, da in diesem Jahr nur die Erstplatzierten jeder Kategorie eine Medaille bekamen.

«Das war eine Fehlentscheidung, im nächsten Jahr gibt es wieder für jedes Kind eine Medaille.»

Das sagte Eggenberger. Dieses Problem stellte sich bei den 37 Nordic-Walkern nicht, da keine Rangliste erstellt wurde. Als weiterer Wettbewerb gab es noch ein Bikerennen, bei dem 39 Teilnehmer in den Kategorien Wettkampf und Plausch auf der Laufstrecke starteten und beim Haidenhaus noch auf eine anderthalb Kilometer lange Zusatzschleife mussten. Ramon Bechter gewann mit dem Streckenrekord von 24 Minuten 54 Sekunden.

Vater Thomas Wägeli und Freundin Anina Brühwiler sind die ersten Gratulanten bei Patrik Wägelis Sieg beim Steckborner Berglauf. (Bild: Thomas Güntert)

Vater Thomas Wägeli und Freundin Anina Brühwiler sind die ersten Gratulanten bei Patrik Wägelis Sieg beim Steckborner Berglauf. (Bild: Thomas Güntert)

«Der gelungene Anlass konnte in dieser Form nur dank unseren grosszügigen Sponsoren durchgeführt werden.»

So lautete das Fazit von OK-Chef Eggenberger. Im Gespräch mit der TZ erklärte Patrik Wägeli, dass sein Ziel die Olympischen Spiele 2020 in Tokio sind und dass er für die Qualifikation noch zwei schnelle Marathons mit Zeiten um 2 Stunden 14 Minuten braucht. Er erklärte, dass die 80 weltbesten Marathonläufer zu den Olympischen dürfen und die Schweiz maximal drei Teilnehmer stellen darf. Das Olympiaticket will Wägeli im Herbst beim Bodensee-Marathon in Lindau und nächsten Frühling beim Zürich-Marathon lösen. «Ich bin stolz auf ihn», sagte seine Freundin Anina Brühwiler, die mit Wägelis Eltern Thomas und Susanne Wägeli zu den ersten Gratulanten gehörten.

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