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Dem Verkehrsverein Fischingen fehlen die Kurtaxen des Dussnanger Kneipphofs

Seit der Kneipphof in Dussnang kein Kurhaus mehr ist, fehlt dem Verkehrsverein Fischingen eine wichtige Einnahmequelle. Zudem ist mindestens ein Vereinszweck überholt. Nun soll die Gemeinde ans Ruder.
Olaf Kühne
Der Verkehrsverein Fischingen veranstaltet unter anderem die Wandernacht. (Bild: ZVG)

Der Verkehrsverein Fischingen veranstaltet unter anderem die Wandernacht. (Bild: ZVG)

«Die Auflösung des Vereins ist eine Option», sagt Werner Ibig. Der umtriebige Fischinger Klosterdirektor ist in einer weiteren Funktion auch Präsident des Verkehrsvereins Fischingen (VVF). Und just zu dieser Organisation sagt Ibig weiter: «Ein Verein ist wohl nicht mehr die richtige Rechtsform für diese Aufgaben.»

Zur Erklärung dieser Aussage wird Ibig historisch. Der VVF sei seit seiner Gründung 1952 stark auf den einstigen Kneipphof ausgerichtet gewesen. «Kurgäste verbrachten richtig Ferien in der Gemeinde, gingen spazieren, genossen Natur und Landschaft.» Dies sei auch der Grund, weshalb auf dem Gemeindegebiet überdurchschnittlich viele Bänkli stehen, um die sich der VVF genau so kümmert, wie um Grillplätze, Spazier- und Wanderwege.

«Spazierwege und Grillstellen bieten Einheimischen und Auswärtigen zwar eine gute Lebensqualität, bringen aber keinen Tourismus mit Wertschöpfung in die Gemeinde.»

Die Krux am Ganzen: Der Kneipphof war jahrzehntelang auch die wichtigste Einnahmequelle des VVF. Zwar zählt der Verein rund hundert Mitglieder, welche auch einen Mitgliederbeitrag leisten. Indes bezahlten die Kneipphof-Gäste – wie anderenorts Hotelgäste – eine Kurtaxe, welche den VVF finanzierte. Nur ist der Kneipphof seit 2018 eine Klinik. «Die Rehaklinik Dussnang bezahlte ihren Beitrag aus Goodwill noch bis Ende 2018», sagt Ibig. «Seit diesem Jahr fehlt uns dieses Geld aber.»
Es seien aber nicht monetäre Sorgen, die ihn umtreiben. «Wir sind finanziell noch gut aufgestellt.» Vielmehr sei der VVF ein Tourismusverein. «Spazierwege und Grillstellen bieten Einheimischen und Auswärtigen zwar eine gute Lebensqualität, bringen aber keinen Tourismus mit Wertschöpfung in die Gemeinde.»

Weil zudem in anderen Gemeinden der Unterhalt von Spazierbänkli, Fusswegen und Feuerstellen durch den kommunalen Werkhof erledigt wird, laufen nun auch in Fischingen seit einiger Zeit diesbezügliche Gespräche mit der Gemeindebehörde. «Wir haben Anfang Juli die nächste Vorstandssitzung und wollen danach eine kleine Projektgruppe mit Beteiligung des Gemeinderates bilden.» Ziel dieser Gruppe sei es, bis Ende Jahr eine Lösung gefunden zu haben.

«Die Gemeinde hat nur schon fünf Tage pro Woche ihre Büros besetzt und verfügt zudem über die erforderlichen Kontakte zu Amtsstellen bei Bund, Kanton und Nachbargemeinden.»

Es gehe aber nicht nur um Bänkli und Grillstellen. Denn obwohl das Projekt «Naturpark Zürcher Berggebiet» sang- und klanglos beerdigt wurde, ist Werner Ibig weiterhin überzeugt, dass Fischingen und überhaupt das Tannzapfenland touristisches Potenzial haben. Um dieses auszuschöpfen, brauche es aber eine professionelle Basis, weshalb, wie eingangs erwähnt, ein Verein wohl nicht mehr die richtige Rechtsform sei. Vielmehr sieht Ibig diese Aufgabe bei der Gemeinde. «Sie hat nur schon fünf Tage pro Woche ihre Büros besetzt und verfügt zudem über die erforderlichen Kontakte zu Amtsstellen bei Bund, Kanton und Nachbargemeinden.»

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