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Dem Untersee geht das Wasser aus: Grosse Teile liegen trocken

Durch die ausbleibenden Niederschläge nach dem Hitzesommer sinken die Wasserpegel der Flüsse und Seen. Wanderfische haben Mühe, in die Flüsse zu gelangen.
Dinah Hauser
Grosse Teile des Untersees bei Tägerwilen liegen trocken. (Bild: Andrea Stalder)

Grosse Teile des Untersees bei Tägerwilen liegen trocken. (Bild: Andrea Stalder)

Als ob es im Sommer nicht schon genug heiss und trocken gewesen wäre, fällt auch jetzt kaum Niederschlag. Grosse Teile des Untersees liegen trocken. Messungen des Pegelstands des Bodensees durch das Bundesamt für Umwelt zeigen, dass dieser derzeit nur rund 30 Zentimeter über dem tiefsten je gemessenen Stand liegt. Dieser historische Tiefstwert stammt vom 13. Januar 1949; zwei Jahre nach dem Jahrhundert-Sommer.

Die Schweizerische Bauzeitung vermeldete damals, dass die Elektrizitätswerke im betreffenden Winter nicht genügend Strom liefern konnten. Acht bis neun Prozent des Bedarfs konnten demnach nicht gedeckt werden. Da die Flüsse nicht genügend Wasser führten – der Rhein in Rheinfelden wies im Mittel 60 Prozent der üblichen Wassermenge auf – musste vor allem auf Speicherkraftwerke und thermische Energie gesetzt werden.

«Hier ist daran zu erinnern, dass im normalen Winterhalbjahr drei Viertel der benötigten Elektrizitätsmengen aus Laufkraftwerken beschafft werden müssen, während nur ein Viertel in Speicherkraftwerken erzeugt werden kann», schrieb die «Schweizerische Bauzeitung».

Versorgung ist gedeckt

Heutzutage sind keine Versorgungslücken zu erwarten, heisst es beim Bundesamt für Energie BFE. «Wir sind beim Füllungsgrad der Stauseen auf Niveau 2017 und deutlich über den Jahren 2016 und 2015», sagt Mediensprecher Fabien Lüthi. Zudem seien im Gegensatz zum vor­angegangenen Winter alle fünf Kernkraftwerke am Netz. Lüthi sagt:

«Eine Studie des BFE zeigt, dass auch in Extremszenarien bis 2030 in der Schweiz kaum mit Problemen bei der Versorgungssicherheit zu rechnen ist.»

«Der Fischereibetrieb wird durch den Niedrigwasserstand nicht beeinträchtigt», sagt Markus Zellweger. Die Schonzeit hat begonnen, und es dürfen keine Fische gefangen werden. Der Fischereiaufseher sieht aber ein Problem für die Seeforellen. Diese gehören zu den Wanderfischen. «Der tiefe Wasserpegel erschwert den Fischen den Aufstieg in die Flüsse», sagt Zellweger. Dort pflanzen sie sich fort und legen ihren Laich ab. Schlimmstenfalls müssen die Seeforellen auf andere Zuflüsse ausweichen.

Des Weiteren ist ein generelles Forellen- und Äschenfangverbot in Kraft. Durch die hohen Wassertemperaturen im Sommer wurden die Bestände in unbekanntem Ausmass geschädigt, heisst es auf der Webseite der Jagd- und Fischereiverwaltung. Das Verbot gilt bis zum nächsten September.

Für die Gemeinde Ermatingen hat der tiefe Wasserstand des Untersees keine dramatischen Folgen. «Wir beziehen unser Trinkwasser aus dem Bodensee», sagt Gemeindepräsident Martin Stuber. Einige Boote lägen aber auf dem Trockenen. Bisher besteht von kantonaler Seite kein Wasserentnahmeverbot beider Seen, wie das Amt für Umwelt informiert. «Die Prognosen für die kommenden zwei Wochen gehen aber nicht von einer Erholung aus», sagt Mitarbeiter Robert Holzschuh.

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