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Expertinnen führen durch Steckborn auf der Spur des Phänomens Farbe

Zu einem Farbspaziergang durch Steckborn lud Pro Colore, die Vereinigung für die Farbe. Die Thurgauer Denkmalpflege erntete Anerkennung dafür, dass sie Wert auf gepflegte und gestaltete Farbkultur legt.
Margrith Pfister-Kübler

In Steckborn ist die Farbgebung der Fensterläden «unendlich wichtig», meint die Farbgestalterin Marcella Wenger. Sie sei «wie die hohen Töne einer Melodie», präzisiert sie und fügt an: «Es fehlt den milchigen Läden der Pepp.» Am Treffen der Schweizerischen Vereinigung für die Farbe zeigte Wenger am Freitagnachmittag die Charakteristika der spezifischen Farbigkeit Steckborns auf. Wie auch die Kunsthistorikerin Stefanie Wettstein ist sie am Haus der Farbe in Zürich engagiert. Begleitet wurden sie Expertinnen von Stephan Kraus, Leiter der Thurgauer Denkmalpfleger, der Steckborner Architektin Cornelia Bein, Stiftung Ortsbildpflege, und dem Steckborner Bauverwalter Egon Eggmann. Als Grundlage diente die Farbkarte Steckborns, die im Rahmen des Projekts Farbkultur Thurgau entstanden ist.

Besichtigen, vernetzen und dazulernen, lautete die Devise. Am Quai, unter einem schattenspendenden Baum führten die beiden Führerinnen die Teilnehmer mit Farbtafeln praxisnah in die hohe Kunst des farbigen Sehens ein. Jeder sollte sich ein eigenes Bild über die Farbgebung von Häuserreihen bis zu den Fensterläden machen. «Es gilt, den Farbklang der Stadt zu erfassen», sagte Denkmalpfleger Kraus. Es gab viel Anerkennung für die Denkmalpflege, die Wert darauf legt, dass die Farbkultur im Thurgau gepflegt und gestaltet wird. «Wir haben eine andere Flughöhe. Unser Ziel ist es, das Lokalkolorit sichtbar zu machen», sagte Stefanie Wettstein und meinte damit, dass die Teilnehmer bereits viel Farbwissen besässen.

Das Farbwissen erleichtert die Beratung der Bauherren

Zentrales Anliegen der Vereinigung für die Farbe ist die Schaffung einer Plattform für den professionellen Informationsaustausch rund um das Thema Farbe. «Dieses Farbwissen hilft eindeutig bei der Beratung von Hauseigentümern. Denn ein Haus ist Teil des öffentlichen Raums. Steckborn hat eine andere Farbigkeit als Bern oder das Tessin. Es gilt das Schöne und Spezielle zu erhalten», sagte die Architektin Cornelia Bein.

Die Farbgestalterin Marcella Wenger verglich die Steckborner Farben mit jenen von Amriswil, Weinfelden, Lustdorf und Zihlschlacht und ihre unterschiedliche charakteristische Materialfarbigkeit, speziell jener von Lustdorf. «Wir wollen auf keinen Fall Farbleitpläne machen, sondern aufzeigen, wo die Qualität des jeweiligen Ortsbilds liegt.» Auch mit einem Praxisbuch könne man ein farbliches «Verbrechen» machen. Sie forderte dazu auf, Verantwortung zu übernehmen. Wenn die Steckborner Lust auf ein rotes Haus haben und dies Protest von der Denkmalpflege auslöst, dann gelte es den richtigen Ton zu finden, wenn auch unterschiedlich gefärbt.

Brigitte Pfister aus Bottighofen, Vorstandmitglied von Pro Colore, sagte: «Mich verblüfft immer wieder die Wirkung der Farben.» Beim Rundgang wurde an vielen Beispielen gezeigt, wie wichtig ein Gesamtblick für die Farbklänge am Bau ist.

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