In Frauenfelder Quartieren wird Nachbarschafthilfe gelebt

Die Quintessenz einer Veranstaltung der Frauenfelder Fachstelle für Alters- und Generationenfragen lautete: Dem Nachbarn zu helfen, ist wertvoll für das Gemeinwesen. Rund 100 Interessierte waren dafür am Internationalen Tag der älteren Menschen im Rathaus zugegen.

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Da wird einem geholfen: Frau Gerber (mit Stock) mit Ursi Stöcklin von der Nachbarschaftshilfe Kurzdorf in Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder, 29.März 2017)

Da wird einem geholfen: Frau Gerber (mit Stock) mit Ursi Stöcklin von der Nachbarschaftshilfe Kurzdorf in Frauenfeld. (Bild: Andrea Stalder, 29.März 2017)

(red) Anlässlich des internationalen Tages der älteren Menschen (ITAM) fand Anfang Woche im Rathaus eine Veranstaltung unter dem Titel «Nachbarschaftshilfe schafft Mehrwert» statt. Rund 100 Besucher folgten der Einladung der städtischen Fachstelle für Alters- und Generationenfragen und nutzten die Gelegenheit, sich untereinander zu vernetzen.

«Kennen Sie Ihre Nachbarn?» Mit dieser Frage eröffnete Stadträtin Elsbeth Aepli den stimmungsvollen Anlass. Sie munterte die Zuhörer auf, den ersten Schritt zu tun und ihre Nachbarn freundschaftlich zu kontaktieren. «Denn der persönliche Kontakt zu unseren Nachbarn ist eine wichtige Voraussetzung, damit nachbarschaftliche Hilfe überhaupt möglich wird.»

Stadträtin Elsbeth Aepli. (Bild: Donato Caspari)

Stadträtin Elsbeth Aepli. (Bild: Donato Caspari)

Studien würden belegen, dass Nachbarschaftskontakte eine hohe Bedeutung haben und sich positiv auf die Lebensqualität auswirken, betonte Alexander Seifert, Soziologe am Zentrum für Gerontologie der Universität Zürich. Meistens seien es nämlich Nachbarn, die merken, wenn jemand Hilfe brauche, und die sich gerne für verschiedenste Hilfeleistungen anerbieten. Daher sei es so wichtig, den ersten Schritt zu wagen und Kontakt zu Nachbarn herzustellen – auch wenn die Hürden hoch seien und es manchmal etwas Überwindung brauche.

Funktionierende Beispiele aus den Quartieren

Nach dem Referat von Seifert zeigten Vertreter aus den Quartieren Kurzdorf, Ergaten-Talbach und Huben auf, wie bei ihnen Nachbarschaftshilfe organisiert ist. Erika Dürig aus dem Kurzdorf schilderte lebhaft, wie man sich für Nachbarn engagieren kann. Hansjörg Rietmann, der den Aufbau der Nachbarschaftshilfe im Quartier Ergaten-Talbach mitinitiiert hat, berichtete, wie er nach seiner Pensionierung der Allgemeinheit etwas zurückgeben wollte. Nadine Manser vom Projekt «Wir beleben Huben» sprach die generationenübergreifende Quartierentwicklung an. Man war sich einig: Die Stadt bietet Plattformen und unterstützt, wo nötig, aktiv. Auch die gute Zusammenarbeit mit dem Dachverband für Freiwilligenarbeit sei sehr bereichernd.

Den Adress-Wegweiser «Zufrieden Älterwerden in Frauenfeld» gibt es kostenlos bei der Fachstelle für Alters- und Generationenfragen im Rathaus.

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