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Dem Kulturerbe am Bodensee auf der Spur

Urs Hähni aus Warth-Weiningen und Kurt Derungs nehmen mit ihren Büchern «Kultplätze am Bodensee» und «Korngeist und Feuerkult» passend zur dunklen Jahreszeit mit auf eine Zeitreise.
Christine Luley
Das Stammheimer Funkenfeuer aus dem Buch «Korngeist und Feuerkult». (Bild: PD/Kurt Derungs)

Das Stammheimer Funkenfeuer aus dem Buch «Korngeist und Feuerkult». (Bild: PD/Kurt Derungs)

Im Frauenfelder Regierungsgebäude weckten die Autoren Urs Hähni und Kurt Derungs das Interesse für Erkenntnisse aus Archäologie, Mythologie, und Brauchtum an Orten und Landschaften am Bodensee und im Stammer- sowie Seebachtal.

Urs Hähni, Buchautor. (Bild: PD)

Urs Hähni, Buchautor. (Bild: PD)

«Das Leben ist nicht erst seit heute vielschichtig», sagte Hanspeter Zehnder in seiner Begrüssungsrede. Der Hüttwiler Gemeindepräsident ist überzeugt, dass Geschichte einen besseren Zugang zur Kultur ermöglicht. Die Pfahlbauersiedlung Uerschhausen-Horn zählt zum Unesco-Weltkulturerbe.

Kurt Derungs hat in «Kultplätze am Bodensee» und in «Korngeist und Feuerkult» gemeinsam mit Urs Hähni Spuren einstiger Kulturen aufgearbeitet. Das Resultat zeigt, die Ostschweiz ist ein Gebiet mit reichhaltigen archäologischen Funden aus der Keltenzeit. Doch an vielen interessanten Plätzen weise nicht mal eine Tafel auf die Bedeutung der Stätte hin, sagte Derungs.

Gläreli und Schometgretli plötzlich lebendig

Noch vor Jahren war die Sage vom Schometgretli nur wenigen ein Begriff. Während Grenzstreitigkeiten heute durch Gesetze und Vorschriften geregelt werden, versuchten es die Stammer vor 330 Jahren mit einer List, um in den Besitz des Schometwaldes zu kommen. Doch der Hochzeiter ergriff beim Anblick der Förstertochter mit der langen Nase die Flucht. Seither streift die verschmähte Schometgret um Mitternacht durch den Wald.

Wie Derungs erklärte, verbirgt sich hinter dieser Figur die viel ältere Geschichte einer Landschafts-Ahnfrau. Urs Hähni sagte:

«Man sollte altes Wissen beleben, das immaterielle Kulturgut unterstützen und unters Volk bringen.»

Er hat mit Kurt Derungs das Label «Feine Schweiz» gegründet, und entwickelt eingetragene Markennamen für regionale Produkte. Der Korngeist Gläreli schmückt einen Single Malt Whisky und das Schometgretli inspirierte eine Confiserie zu Himbeergeist-Schokolade-Stängeli.

Kurt Derungs, Buchautor. (Bild: PD)

Kurt Derungs, Buchautor. (Bild: PD)

Beim anschliessenden Apéro im Regierungsgebäude erhoben die Gäste das Glas mit «Schometgretli» Cidre de Pomme aus Hüttwilen oder mit Nussbaumer «Gläreli» Cuvée Vin Blanc und verspürten etwas vom Geheimnis und der stärkenden Naturkraft der beiden Figuren.

Der Kulturanthropologe Kurt Derungs befasst sich mit dem Zusammenspiel von Mensch, Kultur und Landschaft. Er berichtete von der Galluskapelle in Oberstammheim, die auf einem keltischen Kultplatz steht. Im Innenraum finden sich Sonne-, Mond- und Sterne-Symbole, «darin ist das Geheimnis des Platzes verpackt», erklärte er und wies auf das System der Jahreskreis-Linien. Fotografien mit Ansichten von Sonnenaufgängen beim Hohen Kasten an der Wintersonnenwende binden den Betrachter in eine Jahrtausend alte Kultur ein.

Mit Funkenfeuer gegen Wintergeister

Feuerkulte gibt es in vielen Kulturen. Im Stammertal werden mit dem Funkenfeuer die Wintergeister vertrieben. Jedes Jahr nach den Herbstferien beginnen die Oberstufenschüler mit dem Bau. Der Förster unterstützt sie bei der Holzauswahl. Die Buben schichten Baumstamm auf Baumstamm und klettern dabei angegurtet die bis zu 10 Meter hohe Holzkonstruktion hinauf. Am Schluss wird der Turm mit Christbäumen gefüllt. Eine von den Mädchen genähte Puppe thront auf der Spitze des Turmes.

«Kultplätze am Bodensee» und «Korngeist und Feuerkult» sind erschienen bei www.amaliabooks.com, weitere Infos unter: www.feineschweiz.ch

Ein Architekt entdeckt die Landschaftsmythologie

Am Anfang stand eine Exkursion zu den Menhiren in Falera mit Kurt Derungs. Die rund 3500 Jahre alten Steinreihen faszinierten Urs Hähni aus Weiningen. Der Architekt entdeckte die Landschaftsmythologie, das kulturelle Gedächtnis der Landschaft, für sich.

Die Galluskapelle in Oberstammheim wurde für Hähni zum Schlüsselerlebnis. Durch Beobachten und Azimut-Berechnungen von Mond- und Sonnenaufgängen entdeckte er bedeutsame Sichtlinien zu Säntis und Hohen Kasten und stiess auf überraschende archäoastronomische Erkenntnisse.

In den vergangenen acht Jahren hat Hähni in seiner Freizeit landschaftsmythologische Forschungsarbeit betrieben und zusammen mit Kurt Derungs das Buch «Korngeist und Feuerkult» erarbeitet. (clu)

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