Frauenfelder Brüder sind dem Fruchtsalat im Bier auf der Spur

Das Naturmuseum Thurgau lud im Rahmen seiner Jahresthemenreihe «Biergarten» zum Schaubrauen ein.

Christof Lampart
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Matthias und Thomas Bischoff führten die Gäste in die Kunst des Bierbrauens ein.

Matthias und Thomas Bischoff führten die Gäste in die Kunst des Bierbrauens ein.

Bild: Christof Lampart

Bier begleitet den Menschen seit jeher durch seine Kulturgeschichte und fasziniert ihn – egal, ob als erfrischender Durstlöscher oder als raffiniertes Genussmittel. Letzteres hat sich die Craft-Beer-Bewegung in den letzten Jahrzehnten auf die Fahnen geschrieben. Kleine Mikrobrauereien, die mal 60, mal 100 oder manchmal sogar 300 Liter oder deutlich mehr Sud aufsetzen, wenn es heisst: Heute ist Brautag!

Einem solchen konnten am Samstag jene Bier- und Braubegeisterten beiwohnen, die sich frühzeitig fürs Schaubrauen angemeldet hatten, zu dem das Naturmuseum Thurgau im Rahmen seiner Jahresthemenreihe «Biergarten» in den Museumshof eingeladen hatte. Drei Gruppen zu je maximal 15 Personen konnten den beiden Frauenfelder Brau-Brüdern Matthias und Thomas Bischoff («Bruder-Bier») während jeweils zweier Stunden im Freien über die Schultern schauen, wie sie Hopfen, Gerstenmalz, Wasser und Hefe für 120 Liter Hopfentee so schroteten, maischten, läuterten und kochten – auf das am Ende ein feiner Gerstensaft daraus entstünde.

Citra-Hopfen bringt fruchtige Note

Das Wetter war tadellos, die Stimmung bei allen Beteiligten sowieso, zumal Matthias und Thomas Bischoff jeden Schritt des Brauprozesses ganz genau erläutern. Auch für die Brauer war‘s ein spezieller Tag, denn am Ende würden sie zwei neue Rezepte realisiert haben. Thomas Bischoff erklärt:

«Das Schöne an der Bierherstellerei ist, dass man so kreativ sein kann.»

Sie haben schon viel ausprobiert: Kastanie, Rosmarin, Apfelsaft und Quitte. Am Samstag wurde die eine Hälfte (Split) mit Thymianhonig angereichert, die andere mit Citra-Hopfen veredelt. Letzterer sollte dazu führen, dass den Geniessenden ein Bier durch die Kehle rinnt, das nebst einer angenehmen Hopfenbitterkeit auch eine betont fruchtige Note hat, gilt der Citra unter den Bier-Komponisten doch als «Fruchtsalat unter den Hopfen».

Wie dieser schmeckt, kann man in einem Monat selbst probieren, lädt doch dann der museale Biergarten zum letzten Event in dieser Reihe ein, wenn es am 17.September an die Degustation des Gebrauten geht: «Ich bin jetzt schon ganz gespannt aufs Verkosten», erklärt ein Mann, derweil Matthias Bischoff für die angehenden Bier-Enthusiasten eine weitere Bierweisheit auf Lager hat:

«Je länger man den Sud kocht, desto bitterer wird er.»
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