Delegiertenversammlung
Präsidiumswechsel beim Frauenfelder Abwasserverband: Stadtrat Andreas Elliker folgt auf Stadtingenieur Thomas Müller

Zwei wichtige Projekte auf der Abwasserreinigungsanlage in der Grossen Allmend betreffen die Elimination von Mikroverunreinigungen und die Klärgasaufbereitung. Weiter genehmigten die Delegierten die Rechnung und das Budget einstimmig.

Mathias Frei
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Neuer und alter Präsident: Andreas Elliker erhält von seinem Vorgänger Thomas Müller den Schlüssel zum Schnapsschrank der Ara ausgehändigt.

Neuer und alter Präsident: Andreas Elliker erhält von seinem Vorgänger Thomas Müller den Schlüssel zum Schnapsschrank der Ara ausgehändigt.

Bild: Mathias Frei

Die Richtung ist klar, der Kapitän kann das Steuer weitergeben. Nach sechs Jahren tritt Thomas Müller als Präsident des Abwasserverbands Region Frauenfeld ab. 24 von 25 anwesenden Delegierten wählten am Donnerstagabend Andreas Elliker neu ins Präsidium. Auf den Stadtingenieur folgt also der für Bau und Verkehr zuständige Stadtrat. Müller war der bislang einzige Präsident in der 52-jährigen Verbandsgeschichte, der nicht dem Stadtrat angehörte. Er begründete seinen Rücktritt mit dem steigenden Arbeitsaufwand als Amtsleiter bei der Stadt Frauenfeld.

Die Ara auf der Grossen Allmend.

Die Ara auf der Grossen Allmend.

Bild: Andrea Stalder

Unter Müller beging der Verband 2019 sein 50-Jahr-Jubiläum. Und zuletzt gleiste er auch ein zukünftiges Grossprojekt auf: die Elimination von Mikroverunreinigungen. Im Rahmen einer Vorstudie fiel der Entscheid, beim Bau einer vom Bund vorgeschriebenen vierten Reinigungsstufe auf der Abwasserreinigungsanlage auf der Grossen Allmend auf die Technologie mit granulierter Aktivkohle im Schwebebett zu setzen. Wie Ara-Betriebsleiter David Zimmerli an der Delegiertenversammlung im Casino erklärte, sollen noch diesen Sommer das Vorprojekt und ein Kostenvoranschlag stehen. Bis Ende Jahr erwarte man dazu die Rückmeldung des Kantons.

«Danach geht es ans Bauprojekt. Effektiv gebaut wird in den Jahren 2024/25.»

Stadtrat Elliker nimmt die Herausforderung des neuen Amts gerne an. Er sei sich von der Arbeit auf seinem Biolandwirtschaftsbetrieb dreckige Hände gewohnt, meinte Elliker. Müller überreichte seinem Nachfolger symbolisch den Schlüssel zum Schnapsschrank auf der Ara. «Der Schrank ist aber leer.» Der neue Präsident seinerseits gab zu Protokoll, dass er die jährlichen 6000 Franken Präsidiumsentschädigung natürlich vollumfänglich in die Stadtkasse abliefere.

Werbefilm zum 50-Jahr-Jubiläum des Abwasserverbands.

Video: Stadt Frauenfeld

Abwassermenge war im Rechnungsjahr leicht rückläufig

David Zimmerli, Ara-Betriebsleiter.

David Zimmerli, Ara-Betriebsleiter.

Bild: Andrea Stalder

Betriebsleiter Zimmerli verlor auch einige Worte über das Projekt, das Klärgas der Ara aufzubereiten und hernach ins Frauenfelder Gasnetz einzuspeisen. Das Blockheizkraftwerk, welches das Klärgas aktuell verstromt, sei am Ende seiner Lebensdauer. Zudem werde die Kaserne Auenfeld zukünftig die Abwärme aus dem Verstromen nicht mehr abnehmen.

Die Ara auf der Grossen Allmend.

Die Ara auf der Grossen Allmend.

Bild: Andrea Stalder

Bei einem Umsatz von 4,614 Millionen Franken in der Rechnung 2020 konnten Fondseinlagen ins Verbandsnetz und die Ara in der Höhe von 512'000 Franken getätigt werden. Investiert wurden im vergangenen Jahr 516'000 Franken. Die Abwassermenge lag 2020 mit 5,773 Millionen Kubikmeter leicht unter dem Vorjahreswert. Die Verbandsgemeinden hatten Beiträge für Investitionen und Betrieb in der Höhe von 1,912 Millionen Franken zu leisten. Die Grosseinleiter-Unternehmen finanzierten mit 728'000 Franken mit. Das Budget 2022 sieht einen Umsatz von 4,738 Millionen Franken vor. Für Investitionen sind 900'000 Franken budgetiert. Grosseinleiter müssen gemäss Budget 672'000 Franken beisteuern, von den Verbandsgemeinden fliessen 2,43 Millionen. Rechnung und Budget wurden einstimmig genehmigt.