Delegiertenversammlung
21 von 23 Regio-Wil-Gemeinden segnen Agglomerationsprogramm ab

Die Delegierten der Regio Wil trafen sich im Rahmen des Köhlerfestes auf der Sirnacher Hochwacht. Dort erfuhren sie Grund zur Freude: Die Finanzierung der eigenen Wirtschaftsplattform ist nicht nur auf einem guten Weg, sondern dem Businessplan sogar gut ein Jahr voraus.

Christof Lampart
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Die Geschäftsführerin der Regio Wil, Anne Rombach, präsentiert das Jahresprogramm.

Die Geschäftsführerin der Regio Wil, Anne Rombach, präsentiert das Jahresprogramm.

(Bild: Christof Lampart)

Der Präsident der Regio Wil, der Uzwiler Gemeindepräsident Lucas Keel, zog an der 21. Delegiertenversammlung, welche am Donnerstag im Köhlerfest-Zelt auf der Hochwacht in Sirnach vonstattenging, eine positive Bilanz übers Jahr 2021.

Regio-Wil-Präsident Lucas Keel wurde, wie der gesamte Vorstand, für vier weitere Jahre im Amt bestätigt.

Regio-Wil-Präsident Lucas Keel wurde, wie der gesamte Vorstand, für vier weitere Jahre im Amt bestätigt.

(Bild: Christof Lampart)

Insbesondere die Tatsache, dass das Wirtschaftsportal Ost (WPO) im pandemiebedingt schwierigen Umfeld «mehr private Gelder sammeln konnte, als es aus der Kasse der Regio Wil erhielt», stufte Keel als «äusserst erfreulich» ein. Damit habe man «das Finanzierungsziel schon übertroffen, dass man erst in einem Jahr hätte erreichen müssen», tischte Keel den 30 Delegierten und im Beisein des St.Galler Finanzministers, Regierungsrat Marc Mächler, erfreuliche Tatsachen auf.

Doch auch sonst verlaufe vieles positiv, so Keel. Zwar musste man im Jahr 2020 im Betriebsergebnis einen Verlust von über 364'900 Franken hinnehmen – doch war dieser geringer als gedacht, ging doch der Voranschlag 2020 von einem Minus von 489'700 Franken aus. Die Delegierten beschlossen einstimmig, den Verlust den allgemeinen Reserven zu belasten.

AP 4: 21 Gemeinden haben Ja gesagt

Gut sei auch die Stimmung in der Regio Wil, was die vierte Generation des Agglomerationsprogramms Wil (AP 4) anbelange. Im Rahmen eines zweijährigen Prozesses seien über 500 Eingaben eingegangen. Alles in allem sei deren Bearbeitung eine Herkulesaufgabe gewesen, doch habe sich die Arbeit, so Keel, gelohnt, denn: «Von den 23 Mitgliedergemeinden haben 21 den AP 4 zugestimmt, Lommis hat sich enthalten und Niederbüren hat sich noch nicht geäussert. Das ist ein sehr erfreuliches Ergebnis», fasste der Regio-Wil-Präsident zusammen.

Die 21. Delegiertenversammlung der Regio Wil fand im Zelt des Köhlerfestes auf der Hochwacht in Sirnach statt.

Die 21. Delegiertenversammlung der Regio Wil fand im Zelt des Köhlerfestes auf der Hochwacht in Sirnach statt.

(Bild: Christof Lampart)

Als Nächstes folgen im August die Beschlussfassungen der Regierungen der Kantone Thurgau und St.Gallen. Bis zum 15. September soll dann die Übergabe des Programms an den Bund erfolgen und am 9. Dezember wird das AP 4 vorgestellt, und Fragen werden beantwortet. Ab Juli 2022 wird mit dem Entwurf der Prüfberichte gerechnet. Die Fachgespräche zu diesen sind für den Zeitraum August/September 2022 vorgesehen. Geht alles glatt, so wird der Bundesrat im März 2023 und das Schweizer Parlament im Herbst 2023 einen positiven Beschluss fällen.

Nur Kernaufgaben oder doch auch was Neues?

Auch über die eigene, zukünftige Ausrichtung und die damit verbundenen Aufgaben will sich die Regio Wil zeitnah Gedanken machen. Mit Thurkultur (Kultur) und WPO (Wirtschaft) habe man für zwei wichtige Bereiche schon erfolgreich regionale Strukturen geschaffen. Die Frage, die man sich jetzt stellen müsse, so Keel, sei, ob man in der Zukunft vor allem wieder auf die «klassischen» Arbeitsbereiche der Regio Wil, nämlich die Raum- und Verkehrsplanung, fokussieren solle, oder ob man auch neue Bereiche gemeinsam regional entwickeln könnte.

Keine Gedanken machen muss sich aktuell die Regio Wil über ihre eigene Handlungsfähigkeit, denn der gesamte Vorstand um Lucas Keel wurde nicht nur einstimmig für weitere vier Jahre wiedergewählt, sondern er erhielt in der Person des neuen Eschlikoner Gemeindepräsidenten Bernhard Braun sogar noch Zuwachs.