Degustation
Die leckerste Knackerbse der ganzen Stadt: Frauenfelds urbane Gärtner haben zum kulinarischen Casting geladen

Frisch, süss und auf keinen Fall mehlig: So müssen Knackerbsen schmecken. Der Verein Offenes Gärtnern in Frauenfeld (OGiF) wählte am Samstag im Rahmen einer Verkostung im Gemeinschaftsgarten am Kanalweg sein nächstjähriges Saatgut aus.

Christine Luley
Drucken
Projektleiter Robert Zollinger steht am Degustationstisch, hinter auf der Bank sitzen Vereinspräsidentin Fiona Käppeli und Gartenkoordinatorin Katharina Portmann.

Projektleiter Robert Zollinger steht am Degustationstisch, hinter auf der Bank sitzen Vereinspräsidentin Fiona Käppeli und Gartenkoordinatorin Katharina Portmann.

Bild: Christine Luley

Welche schmeckt am besten? An einem langen Tisch probieren Freizeitgärtnerinnen und -gärtner vom Verein Offenes Gärtnern in Frauenfeld (OGiF) eine Auswahl der Knackerbse Sultan. Saatgutexperte Robert Zollinger erklärt die Kriterien. Frisch, süss und auf keinen Fall mehlig sollen die Versuchsobjekte sein. Beim Aufbrechen der Hülse macht es «knack».

Der Gemeinschaftsgarten am Kanalweg.

Der Gemeinschaftsgarten am Kanalweg.

Bild: Christine Luley

Die Teilnehmenden erfahren, dass Knackerbsen erstmals 1979 in den USA gezüchtet wurden. Und dass sich darin die zarte Hülle der Kefe sowie das süsse Innere der Zuckererbsen vereinigen. Hülsenfrüchte enthalten viel Protein und sind ein wichtiges Lebensmittel, auch für vegetarisch oder vegan lebende Menschen.

Nationale Studie des Bundesamts für Landwirtschaft

Der Verein OGiF nimmt an einer nationalen Saatgut-Studie des Bundesamts für Landwirtschaft teil. Vereinspräsidentin Fiona Käppleli sagt:

«Die Gewinnung von Saatgut ist aufwendig.»

Projektleiter Zollinger erklärt, wie wichtig eigenes Saatgut für die Sortenvielfalt und den unabhängigen Anbau in den Gärten ist. Die Saatzuchtgemeinschaft (Sagezu) sieht sich als eine Alternative zu Hybridzüchtungen und patentierten sowie gentechnisch veränderten Pflanzen.

Ein Blick in den Gemeinschaftsgarten.

Ein Blick in den Gemeinschaftsgarten.

Bild: Christine Luley

Im Rahmen dieses Projektes wachsen im Klösterligarten Knackerbsen, Snackgurken und Physalis. «Wir haben Pflanzen gewählt, die man auch ab dem Strauch essen kann», sagt Käppeli. Nach dem lustvollen Verkosten folgt die Bewertung der Stauden. Da werden die ausgereiften Schoten geprüft und als Saatgut für die Gartensaison 2022 gewonnen.

Von einem Dutzend auf heute 170 Mitglieder

Ein Blick in den Gemeinschaftsgarten.

Ein Blick in den Gemeinschaftsgarten.

Bild: Christine Luley

OGiF gedeiht prächtig. Die Anbaufläche ist auf 4500 Quadratmeter gewachsen, beim Start 2015 bewirtschafteten zehn Personen 200 Quadratmeter. Heute engagieren sich 170 Mitglieder und verschiedene Kooperationspartner. Erwachsene und Kinder bearbeiten gemeinsam den Boden. Sie treffen sich normalerweise von März bis Oktober einmal im Monat zu allgemeinen Arbeiten. Katharina Portmann koordiniert die Einsätze. Wegen der Pandemie hat dieses Jahr erst ein Anlass stattgefunden.

Fiona Käppeli weist auf die drei Standbeine des Vereins und deren unterschiedliche Nutzung hin. Nebst dem Samenzuchtprojekt gibt es den Gemeinschaftsgarten am Kanalweg. Der Ertrag ist ausschliesslich für die dort engagierten Gärtnerinnen und Gärtner bestimmt. Hingegen darf von den Beeten an sieben weiteren Standorten des Urban Gardening probiert werden.

Ein Blick in den Gemeinschaftsgarten.

Ein Blick in den Gemeinschaftsgarten.

Bild: Christine Luley

Aktuelle Nachrichten