«Days & Nights» des Frauenfelder Musikers Peach könnte der neue Sommerhit werden

Früher Sänger einer Hardrock-Band, heute seriös und Finanzchef einer Firma: Der Frauenfelder Peter «Peach» Stöckli hat einen eingängigen Popsong produziert.

Viola Stäheli
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Ein Screenshot aus dem Musikvideo zu «Days & Nights».

Ein Screenshot aus dem Musikvideo zu «Days & Nights».

(Bild: PD)

«Days and Nights without your love. There ist nothing worse, nothing worse. I need you here to love»: Das ist der Refrain von «Days & Nights». Peter Stöckli meint lachend:

«Das ist eingängig. Aber wenn wir ehrlich sind: Zu 90 Prozent werden Songtexts überschätzt.»

Viel wichtiger sind ihm ein guter Groove und gute Vocals. Der Song ist im Tonstudio von Stöckli daheim in Frauenfeld entstanden. Auf Facebook bewirbt er «Days & Night» als Sommerhit. Potenzial sei vorhanden. «Wenn man von allen die Rückmeldung erhält, dass der Song an den Sommer erinnert, dann kann man hoffen», sagt Stöckli.

Peter Stöckli.

Peter Stöckli.

(Bild: Viola Stäheli)

«Sommerlich und aufgestellt, aber unbedingt ohne das Wort Corona im Titel»: So sollte der Song sein, den Stöckli in den Wochen der Pandemie produziert hat. «Ich habe immer wieder alles gelöscht und von neuem begonnen», sagt Stöckli. Alles was Peach, wie sich Stöckli als Produzent nennt, für die Produktion benötigte, passt in einen Raum: ein Keyboard, diverse Software und eine Tonspur eines Sängers aus England.

Video mit Tanz aus aller Welt

«Für das Video habe ich auf die Hilfe meines Managements, Show Connection, zurückgegriffen», sagt Stöckli. Eigentlich war geplant, selbst ein Video zu machen – aufgrund der Pandemie war das aber schwierig. Daher bot sich ein Tanzvideo von «Project One Life» an, einer Aktion, bei der verschiedene Leute weltweit eine gemeinsame Choreografie tanzen und daraus ein Video geschnitten wird.

«Days & Nights» ist ab sofort auf allen gängigen Streamingplattformen zu finden und wird auch bald im Radio laufen. Das ist nicht der erste Song von Stöckli, der überall zu hören ist. Mit 16 Jahren hat Stöckli seine Musikkarriere begonnen – als Gitarrist in einer Schülerband.

«Von dieser Zeit stammt auch mein Spitzname Peach.»

Das Problem der meisten Bands ist allerdings, dass kein Sänger zu finden ist. Und mit diesem Problem hatte auch Stöcklis Schülerband zu kämpfen. «Deshalb entschloss ich mich, dass ich es einfach selbst mache», sagt er. So kam es, dass aus dem Gitarristen ein Sänger wurde.

Ein Screenshot aus dem Musikvideo zu «Days & Nights».

Ein Screenshot aus dem Musikvideo zu «Days & Nights».

(Bild: PD)

Nachdem Stöckli seine kaufmännische Lehre abgeschlossen hatte, tourte er mit seiner damaligen Band Danger durch Europa und konnte als Vorband von international bekannten Bands erstmals die Luft der grossen Bühnen schnuppern. «Danach wechselte ich zur Band Subway und lebte in Balingen, in der Nähe von Stuttgart», erzählt Stöckli. Die Hardrock-Band wurde Anfang der Neunzigerjahre international bekannt. Er tourte mit Subway auf der ganzen Welt, war längere Zeit in Los Angeles und schaffte es mit einem Album in die internationalen Hitparaden.

«Und dann kam der grosse Einbruch: 1994 wollte plötzlich niemand mehr Melodic Hardrock hören.»

Das sagt der Musiker. Das nahm er als Chance für einen Richtungswechsel. Er hängte die Musik an den Nagel und widmete sich der Welt der Finanzen. Er studierte, schloss mit einem Master in Business Administration ab, gründete eine Familie.

«Ich ­wurde seriös.»
Ein Screenshot aus dem Musikvideo zu «Days & Nights».

Ein Screenshot aus dem Musikvideo zu «Days & Nights».

(Bild: PD)

Dann das Unternehmertum, die eigene Firma mit einem Kompagnon, die Konkurrenz, die mit harten Bandagen kämpfte, und ein anderthalbjähriger Rechtsstreit. Diesen nahmen Stöckli und seinen Geschäftspartner zum Anlass, ein Buch mit dem Titel «Die 48-Millionen-Klage» zu veröffentlichten. Mittlerweile ist Stöckli 53 Jahre alt und Finanzchef (CFO) von Grossenbacher Systeme in St.Gallen. Seit 2011 produziert er wieder Musik in seinem Heimstudio. Jetzt sei aber erstmals eine musikalische Pause angesagt. «Die Produktion von ‹Days & Nights› war zeitintensiv. Aber es wird nicht mein letzter Song gewesen sein.»

www.peach-music.com

Ein Screenshot aus dem Musikvideo zu «Days & Nights».

Ein Screenshot aus dem Musikvideo zu «Days & Nights».

(Bild: PD)
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