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Interview

David Lang: «‹Runggle Buur› setzt bei Mammern Classics neue Massstäbe»

Über 3000 Personen haben in den vergangenen Wochen in Mammern das Musical «Runggle Buur» des Komponisten und Initianten David Lang gesehen. Er ist müde, aber gleichzeitig sehr zufrieden. Und er zieht Bilanz.
Samuel Koch
19 Bilder

Hauptprobe zum Stück «Runggle Buur» an den Mammern Classics 2019

Ist Jack wieder aufgetaucht?

David Lang: Ja. (lacht) Der verschwundene Bauer ist bei jeder einzelnen Aufführung wieder auf die Bühne zurückgekehrt.

Welches Fazit ziehen Sie zu dem von Ihnen intendierten «Runggle Buur»?

Wir sind alle sehr glücklich mit der ganzen Produktion. Insgesamt haben über 3000 Besucherinnen und Besucher unsere neun Vorstellungen gesehen, womit wir einen Rekord verzeichnen können. Viele Gäste schauten sich das Stück gar zwei Mal an, weil auf der Bühne gleichzeitig so viel los war.

Das Musical gestaltete sich sehr aufwendig. Haben sich die Bemühungen gelohnt?

David Lang, Komponist und Initiant Mammern Classics. (Bild: Andrea Stalder)

David Lang, Komponist und Initiant Mammern Classics. (Bild: Andrea Stalder)

Absolut. Mit «Runggle Buur» haben wir die Messlatte noch höher geschraubt und einen neuen Massstab erreicht. Viele haben in persönlichen Gesprächen die bessere Akustik oder die neue Lichttechnik gelobt. Zudem sass das Publikum erstmals in einem neuen Zirkuszelt, ohne sichtbehindernde Verstrebungen. Und auch die erstmalige Zusammenarbeit mit der Regisseurin Barbara Tacchini hat sich ausbezahlt. Die Mammern Classics haben sich zu einem Anlass mit grosser Ausstrahlung gemausert.

Das tönt rundum zufrieden.

So ist es. Dieses Jahr war alles noch ein Stück professioneller.

Wie war Ihre Gefühlslage nach der Dernière vom vergangenen Samstag?

Diffus. Einerseits ist es schade, dass es nicht mehr weitergeht. Andererseits zehrt diese wochenlange Arbeit auch an den Kräften.

Ein Musical ist eine grosse Aufgabe, die wir alle sehr gut gemeistert haben.

Ich bin müde, aber auch sehr zufrieden.

Ihr Stück «Runggle Buur» wies viele Parallelen zum Dorfleben in Mammern auf?

Ja, das Drehbuch ist sehr persönlich und stammt in vielen Teilen aus meinen Erinnerungen aus der Mammermer Vereins- und Dorfwelt. Diese hält eine Schatztruhe an verschiedenen Charakteren bereit.

Es hat sich aber kein Besucher im Stück wiedererkannt?

Nein, nein. (lacht) Generell waren die Rückmeldungen in persönlichen Gesprächen positiv.

Die relativ einfache Geschichte kam mit vielen Tempowechseln aus einem Guss und sorgte für viel Lacher.

Dies ist sicher auch das Verdienst der Regisseurin Tacchini, die das ganze Stück kompakter machte.

Vor der Uraufführung am 23. August probte das Bühnenteam über einen Monat?

Das war eine spannende Zeit, die wir fast täglich in der Mehrzweckhalle Mammern auf einer nachgebauten Bühne mit Üben in Probekostümen verbrachten.

Gab es nie irgendwann so etwas wie Lagerkoller?

Nein, wir arbeiteten professionell und familiär zugleich. Mittags und abends kochten meine Eltern jeweils fürs ganze Team. Untereinander herrschte immer eine gute Stimmung, es war alles flott und friedlich.

Erstes Gesprächsthema war bei Ihnen privat aber immer «Runggle Buur»?

Ja klar. Wir fokussierten alle aufs Musical, obwohl ich zwischendurch einmal noch zwei Auftritte mit meinem Album «Kutscher» über die Bühne brachte.

Dankbar dürften Sie auch den 140 Helferinnen und Helfern sein.

Ohne ginge es nicht. Einige Helfer leisteten bei jeder einzelnen Vorführung einen Einsatz, die Unterstützung auch durch alle Vereinsmitglieder war enorm. Ich hoffe, dass wir am Sonntag beim Helferfest allen etwas zurückgeben konnten.

Das Budget der Mammern Classics liegt mittlerweile bei 500'000 Franken.

Auch allen Sponsoren gilt ein grosses Dankeschön, denn die Suche nach Geldgebern gestaltete sich zuletzt schwierig. Enttäuscht waren wir beispielsweise vom kleineren Beitrag aus dem Lotteriefonds.

Gehen nun alle, die mitgewirkt haben, getrennte Wege?

Nicht nur. Mit einigen habe ich schon vor «Runggle Buur» zusammengearbeitet. Und mit einigen, etwa mit Barbara Tacchini, werde ich sicher wieder etwas auf die Beine stellen. Der Abschied war sicher kein Aufnimmerwiedersehen.

Heisst: 2022 gibt es wieder ein Mammern Classics?

Jetzt machen wir zuerst Kassensturz und schauen, welche Vereinsmitglieder nach jahrelangem Engagement noch weitermachen. Allerseits ist der Wunsch klar, dass wir weitermachen. Die grosse Frage ist nur noch, wie das aussehen soll.

In welche Projekte stecken Sie in Zukunft Ihre Energie?

Ich komponiere weiter, einerseits für Männergesang «Sagen aus dem Mostblock» im November und für meine Solotour «Rosenhochzeit» ab Februar 2020.

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