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Datacenter: EKT baut vorsorglich einen Anschluss für spätere Abwärmenutzung

Beim neuen Rechenzentrum des Elektrizitätswerks des Kantons Thurgau (EKT) in Frauenfeld entsteht viel Abwärme. Wie aus der Beantwortung eines politischen Vorstosses hervorgeht, hat das EKT für eine spätere Wärmenutzung vorgesorgt.
Sebastian Keller
Eine Visualisierung des EKT-Rechenzentrums in Frauenfeld. (Bild: PD/EKT AG)

Eine Visualisierung des EKT-Rechenzentrums in Frauenfeld. (Bild: PD/EKT AG)

Liegt der Laptop auf den Oberschenkeln, spürt man sie: die Wärme. Prozessor und andere Komponenten erhitzen während des Betriebs – und müssen deshalb gekühlt werden. Während ein Laptop die Beine zu erwärmen vermag, könnten Rechenzentren mit Serverlandschaften ganze Häuser heizen. Ein solches Rechenzentrum baut das Elektrizitätswerk des Kantons Thurgau (EKT) in Frauenfeld.

«Mit der Abwärme aller Server bei Vollbetrieb könnte ein kleines Dorf beheizt werden.» Diesen Satz las Kurt Egger Mitte Februar in der «Thurgauer Zeitung». Und er liess den grünen Kantonsrat aus Eschlikon nicht mehr kalt. Deshalb reichte er eine Einfach Anfrage ein. Begründung: «Offensichtlich werden grosse Mengen von Abwärme an die Umgebung abgegeben und vernichtet.» Von einer «verpassten Chance für einen grossen Beitrag an die Energiestrategie 2050» spricht Egger. Da das EKT zu 100 Prozent im Besitz des Kantons sei, müsste es sich nach seiner Ansicht vorbildlich verhalten.

Sicherheit geht vor

Nun liegt die Antwort des Regierungsrates vor. Dieser stimmt Egger zu: Die Vorbildfunktion der öffentlichen Hand gelte auch für das EKT. Im vorliegenden Fall stünden für den Kanton aber Sicherheitsaspekte im Vordergrund. Konkret: «Die dringende notwendige örtliche Trennung der beiden Rechenzentren des Amtes für Informatik.» Diese stehen heute beide in Weinfelden. Doch zur Absicherung gegen Hochwasser, Erdbeben oder Feuer sollen sie geografisch getrennt werden. Deshalb mietet sich das Amt im EKT-Datacenter ein. Dieses nimmt laut Mitteilung von vergangener Woche im Juni 2018 den Betrieb auf.

Zum Thema Abwärme hält der Regierungsrat fest, dass im Herbst 2016 Abklärungen bezüglich Abwärmenutzung getätigt wurden. Dabei wurde die damalige Wärme Frauenfeld AG und einige Anstösser kontaktiert. Auf eine Machbarkeitsstudie verzichtete das EKT aber. «Weil eine wirtschaftliche Nutzung der Abwärme aufgrund des ungünstigen Temperaturniveaus von durchschnittlich etwa 27 Grad und der in den ersten Betriebsphasen geringen Abwärmemenge als unrealistisch beurteilt wurde.» Ein Teil der Abwärme wird aber genutzt – zum Heizen von Nebenräumen.

Wärmeanschluss als Vorinvestition

Doch das EKT hat vorgesorgt. So wurde gemäss Regierung ein Wärmeanschluss am Rand der EKT-Parzelle erstellt, der eine spätere Abwärmenutzung ermöglicht. «Als Vorinvestition», wie es in der Beantwortung heisst. Dies begrüsst Kurt Egger: «Es ist erfreulich, dass an den Anschluss gedacht wurde.» Dass auf eine Machbarkeitsstudie verzichtet wurde, kann er aber nicht nachvollziehen. «Damit hätte man die offenen Fragen klären können.» Beispielsweise, wer für die Nutzung der Wärme in Frage kommen würde. «Doch eine solche Studie kann man auch in fünf Jahren noch machen.»

Egger stellte weitere Fragen bezüglich Stromverbrauchs und Herkunft des Stroms. Daraufhin liefert ihm der Regierungsrat «eine zufriedenstellende Antwort». So betrage der jährliche Stromverbrauch in der ersten Phase etwa 780 bis 1100 MWh. «Je nach Auslastung des Datacenters können etwa 10 bis 20 Prozent davon durch die auf dem Dach installierte Fotovoltaikanlage gedeckt werden», schreibt die Regierung. Für den restlichen Bedarf werde Schweizer Naturstrom eingesetzt. Zufrieden ist Egger auch mit der angepeilten Energieeffizienz. Laut Regierung wurde das Datacenter – das in einem bestehenden Gebäude eines EKT-Unterwerks untergebracht ist – nach den neusten Konzepten für hohe Energieeffizienz geplant.

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