Das Zwei-Millionen-Darlehen für die Genossenschaft Dorfzentrum Felben-Wellhausen ist völlig unbestritten

Budgetgemeinde politisch Felben-Wellhausen: Die Stimmbürger genehmigten den Glasfasernetz-Vollausbau. Das Budget rechnet mit einem Defizit.

Christof Lampart
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Die Visualisierung zeigt die Ansicht der geplanten Überbauung von der Poststrasse her.

Die Visualisierung zeigt die Ansicht der geplanten Überbauung von der Poststrasse her.

(Bild: PD)

Vergangenen Juli war es. Damals war die Genossenschaft Dorfzentrum an den Gemeinderat Felben-Wellhausen gelangt mit der Bitte um ein Darlehen von zwei Millionen Franken. Zuvor schon hatte die Gemeinde bereits Anteilscheine über zwei Millionen Franken gezeichnet. Eine Verdoppelung der Summe war eigentlich nicht vorgesehen. Dies wurde jedoch nötig, da die Finanzierung nicht mehr gesichert war.

Werner Künzler, Gemeindepräsident.

Werner Künzler, Gemeindepräsident.

(Bild: Christof Lampart)

Ursprünglich sollte die Finanzierung durch Eigenmittel der Wohnbaugenossenschaft und den «Fonds de Roulement» der Wohnbaugenossenschaften Schweiz gesichert werden. Da jedoch der Pflegebereich von 25 auf 50 Plätze zu Lasten der Wohnungen ausgebaut wurde, fiel die zuvor garantierte Finanzierung plötzlich weg.

Geplanter Spatenstich im Januar 2020

Jörg Müller, Präsident Genossenschaft Dorfzentrum.

Jörg Müller, Präsident Genossenschaft Dorfzentrum.

(Bild: PD)

Der Präsident der Genossenschaft Dorfzentrums, Jörg Müller, verdeutlichte, dass das Bauvorhaben auf einem «guten Weg» sei. Der Spatenstich sei im Januar 2020, der Bezug des Dorfzentrums im Jahr 2022 vorgesehen. Am Ende sagten die 130 Stimmberechtigten mit grossem Mehr Ja – bei je elf Nein-Stimmen und Enthaltungen. Auch der Umgliederung des Anteilscheinkapitals am Dorfzentrum in der Bilanz in einen Investitionsbeitrag wurde grossmehrheitlich zugestimmt.

Schulgemeinde rechnet mit kleinem Minus

Zügig ging die Budgetgemeinde der Primarschule Felben-Wellhausen vonstatten, die im Anschluss an die Versammlung der Politischen Gemeinde im Gemeindehaus durchgeführt wurde. Schulpräsidentin Andrea Küng legte ein Budget 2020 vor, dass, bei einem Aufwand von 4,169 Millionen Franken und einem Ertrag von 4,032 Millionen Franken einen Rückschlag von 136'500 Franken vorsieht – bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 63 Prozent. Die 90 Stimmberechtigten sagten zur Erfolgsrechnung, zum Steuerfuss und der Investitionsrechnung grossmehrheitlich Ja. Sogar einstimmig fielen die Abstimmungen für die Objektkredite aus: Totalsanierung Lehrerzimmer (135'000 Franken), Bodenbeläge Korridor Altbau (70'000 Franken) und Erneuerung Palisadenzaun Kindergarten (70'000 Franken). (art)

Auf keine Opposition stiess das Budget 2020 – trotz deutlich roter Zahlen. Schliesst es doch bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 52 Prozent bei einem Aufwand von 8,338 Millionen Franken und einem Ertrag von 7,952 Millionen Franken mit einem Verlust von 386'100 Franken ab. Kommt hinzu, dass 2020 mit Nettoinvestitionen in der Höhe von 1,8 Millionen Franken gerechnet wird. Gemeindepräsident Werner Künzler taxierte das Minus zwar als «erklecklich», sprach jedoch davon, dass aufgrund des vorhandenen Eigenkapitals von 3,2 Millionen Franken noch «ein gewisses Finanzpolster» vorhanden sei.

Leucom kommt zu günstig ans halbe Netz

Leucom-Inhaber Markus Schlatter.

Leucom-Inhaber Markus Schlatter.

(Bild: Donato Caspari)

Diskussionen löste der Vollausbau des Glasfasernetzes mit der Beteiligungsänderung der Leucom Stafag AG und dem Kreditantrag von 850'000 Franken aus. Wie Gemeinderat Ralph Ott darlegte, erhöht die Leucom ihren Anteil auf 50 Prozent und zahlt dafür 200'000 Franken, sodass die Gemeinde am Ende noch 650'000 Franken selbst tragen muss. Einige Votanten stiessen sich daran, dass die Leucom günstig zur hälftigen Beteiligung am Glasfasernetz komme. Ott erklärte, dass die hohe Beteiligung eine Gewähr dafür darstelle, dass die Leucom beim Ausbau des Glasfasernetzes alles dafür tun werde, dass man neue Abonnenten gewinne. Aktuell zählt das Glasfasernetz 250 Abonnenten, nach dem Ausbau sollten es deren 1000 sein. Der Souverän sagte letztlich grossmehrheitlich Ja – bei 14 Nein-Stimmen und 15 Enthaltungen.

Freuen durften sich fünf Schweizer und ein Deutscher, erhielten sie doch das Gemeindebürgerrecht mit Ja-Stimmenanteilen von 115 bis 130 Stimmen verliehen.

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