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Das Zünglein an der Waage des Frauenfelder Gemeinderats

Einem vorgefertigten Schema folgt die EVP nicht. Sie überlegt sich bei jeder Abstimmung aufs Neue, was die beste Lösung für die Stadt ist. Mit dieser Strategie erzielt die Partei seit 16 Jahren ein konstantes Ergebnis.
Tizian Fürer
21 der 27 Kandidaten der Liste 9 posieren für das Gruppenfoto. (Bilder: PD)

21 der 27 Kandidaten der Liste 9 posieren für das Gruppenfoto. (Bilder: PD)

Den Flyer der Partei verteilt die EVP mit beiliegender Gewürzmischung. Die Aussage dahinter ist klar: Die Politik der Evangelischen Volkspartei sei erfrischend und alles andere als fade.

Die Partei scheint den Geschmack ihrer Wähler zu treffen: Seit 16 Jahren halten sie drei Sitze im Gemeinderat. «Für uns wäre es eine positive Überraschung, wenn wir einen vierten Sitz gewinnen würden», sagt Stefan Eggimann, Präsident der EVP Frauenfeld, der selbst auf der Liste 9 steht. Genauso emotional, aber enttäuscht, wäre die Partei bei einem Verlust eines Sitzes.

Zielorientiertes Handeln

Klar sind für die Partei die Vorteile, die sie der Stadt bringen: «Wir handeln zielorientiert, suchen das Gespräch, um eine Einigung zu erzielen und wollen destruktive Konflikte vermeiden», sagt der bisherige Gemeinderat Samuel Kienast.

Samuel Kienast, EVP Gemeinderat, der zur Wiederwahl steht.

Samuel Kienast, EVP Gemeinderat, der zur Wiederwahl steht.

Es sei eine Sache, in den Gemeinderat gewählt zu werden. «Die Frage ist, was man dann daraus macht», sagt Eggimann. Nicht alle im Rat zeigten dasselbe Mass an Engagement. Doch die drei momentanen EVP Gemeinderatsmitglieder gehörten laut Eggimann sicher zu jenen, die sich mit Leidenschaft für die Sache einsetzten.

Keine Schwächung trotz Nachrückungen

In den vergangenen vier Jahren gab es zwei Wechsel im Gemeinderat. So trat Christian Wälchli wegen gesundheitlicher Gründe aus dem Stadtparlament zurück.

Auch verliess Michael Hefti den Gemeinderat frühzeitig, um mehr Zeit für seine Familie zu haben. Doch deshalb gab es laut Eggimann keine Schwächung in den eigenen Reihen. Mit Michael Hodel und Renate Luginbühl seien zwei politische Persönlichkeiten nachgerückt, die ihre Posten seriös übernahmen.

«Wir sind politisch nicht auf einer Seite einzuordnen. Doch wir vertreten auch nicht die Standpunkte einer klassischen Mitte-Partei.»

«Gerade bei klassischen Links-Rechts-Abstimmungen liefert die Evangelische Volkspartei oft die entscheidenden Stimmen», sagt Kienast. Der Grund: «Wir sind politisch nicht auf einer Seite einzuordnen. Doch wir vertreten auch nicht die Standpunkte einer klassischen Mitte-Partei.» Die EVP folge keinem vorgefertigten Schema, sondern überlege sich bei jeder Abstimmung aufs Neue, welches die beste Lösung für die Bevölkerung von Frauenfeld und die Stadt selbst sei.

Stefan Eggimann, Präsident der EVP Frauenfeld

Stefan Eggimann, Präsident der EVP Frauenfeld

Auch das Verkehrsproblem beschäftigt die EVP. Renate Luginbühl, die in der Spezialkommission «Frauenfeld 2030» sitzt, vertritt dort die Meinung ihrer Partei. Klar für alle sei, ohne den Tunnel sei eine Entlastung der Stadt nicht möglich. Zusätzlich brauche es flankierende Massnahmen für eine attraktivere und sicherere Innenstadt.

«Christliche Werte, menschliche Politik.»

Auch die momentane Diskussion wegen des Klimas beschäftigt die Politiker der EVP. Solche Themen spräche man bis jetzt im Rat noch viel zu wenig und nur punktuell an. Erste Schritte seien schon gemacht. Aber die Politik müsse nun dranbleiben.

«Wir müssen uns fragen, welche Verantwortung eine Stadt mit der Grösse von Frauenfeld hat», sagt Kienast, der sich selbst am linken Rand der EVP einordnet. «Wir müssen uns bewusst sein, dass die Welt, wie sie Gott uns anvertraute, nicht uns gehört.»

Auf die Frage, wie stark die EVP Glaube und Politik kombiniere, antwortet Eggimann mit dem früheren Slogan der Partei: «Christliche Werte, menschliche Politik.»

Liste für die Abdeckung aller Anliegen

Die Liste 9 ist vielfältig. So liegt der Altersdurchschnitt bei 42 Jahren, mit Jahrgängen zwischen 1962 und 1997. Von den 27 Kandidaten sind zehn weiblich. Auf der Liste findet man Personen aus den verschiedensten Berufsfeldern. «Uns war es wichtig, verschiedene Erfahrungen einzubringen, um damit auch alle Anliegen abdecken zu können», sagt Kienast. Hinweis Die TZ stellt die zehn Wahllisten in der Reihenfolge der Listennummern vor.

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